Neues Wohnquartier Das sind die Pläne für das Cramer-Gelände in Leer
Die alten Gebäude müssen weg. Was genau plant Investor und Bauunternehmer Olaf Janssen auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Leeraner Firma Cramer? Wir zeigen Illustrationen.
Leer - Auf dem ehemaligen Cramer-Gelände an der Reimersstraße zwischen Evenburgallee und Ostermeedlandsweg gleich neben den Schienen soll ein neues Wohnquartier entstehen. „Als ich das erste Mal das Gelände angeschaut habe, war ich sofort begeistert“, sagt Investor und Bauunternehmer Olaf Janssen im Gespräch. Im November 2025 hatte er den Vertrag unterschrieben und das ehemalige Betriebsgelände mit einer Größe von 30.000 Quadratmetern gekauft. Ende Januar 2026 gab es den Beschluss vom Leeraner Verwaltungsausschuss, dem höchsten Gremium nach dem Rat: In dem Bereich dürfen Wohnungen gebaut werden. Jetzt folgt das Bauleitverfahren. Was genau plant Olaf Janssen dort?
Sanierung in zwei Schritten
Um Platz für die geplanten etwa 380 Wohnungen zu schaffen, müssen die alten Gebäude weichen. „Es ist ein bisschen schade um die Hallen“, sagt Janssen. Als erstes wird der Abschnitt, der zu den Schienen zeigt, saniert. Dann wird auch das weiße Bürogebäude abgerissen, das man von der Reimersstraße sehen kann. Dort werden neben einem länglichen Gebäude auch Parkplätze entstehen. Der Bauverein und Janssen stehen in Verhandlungen um dieses erste Gebäude. Hier sollen etwa 130 sozialverträgliche Wohnungen entstehen. Auf dem Dach sollen unter den Photovoltaik-Anlagen auch begrünte Flachdächer sein, die Regenwasser aufnehmen und speichern können – eine sogenannte Schwammstadt, wie Janssen erklärt. „Diese Moosschicht dämmt auch gut und ist klimafreundlich.“
Wenn die Förderung durch die N-Bank bewilligt wird, hofft Olaf Janssen innerhalb der kommenden 18 Monate die Bauleitplanung fertig zu haben und 2027 mit dem ersten Abschnitt beginnen zu können. Danach folgt die Sanierung des Abschnitts, der von den Schienen weg in Richtung der Evenburg-Kaserne liegt. Dort sollen bis zu elf Mehrfamilienhäuser entstehen. „Die Entwürfe sind noch vorläufig“, erklärt Olaf Janssen. Zum Beispiel, was die Dächer dort angeht. In der ersten Fassung sieht man da noch Spitzdächer – „Wir überlegen noch, ob wir auch dort Flachdächer planen werden“, so Janssen.
Wohnungen, aber auch anderes?
„Wir sind offen für alles“, sagt Janssen. „Gegebenenfalls bietet sich auch ein Gebäude für ein Pflegeheim an, aber auch ein kleiner Supermarkt oder Büros wären denkbar.“ Die Planungen sind auch in dem Bereich noch nicht festgenagelt.
Bürgermeister Claus-Peter Horst sprach kürzlich von einem Standort mit Toplage. Schließlich sein man gleich in der Innenstadt, wenn man durch den Fußgängertunnel unter den Gleisen geht. „Das hat die Größe eines eigenen Quartiers“, beschrieb der Leeraner Bürgermeister das Gelände. Auch Olaf Janssen spricht von einem Quartier und hat sogar schon einen Namensvorschlag: „Es könnte zum Beispiel Cramer-Quartier heißen.“ Eine Schätzung, wann das Projekt in der Nähe der Leeraner Innenstadt vollendet sein wird, gibt Janssen auch ab: zehn Jahre.
Das Gelände an der Reimersstraße war bis 2023 Standort der Leeraner Maschinenfabrik Cramer, die ihren Namen später in Remarc änderte (rückwärts gelesen: Cramer). Über Jahrzehnte produzierte die Maschinenfabrik dort – unter anderem Landmaschinen wie Heugebläse, Hackgeräte und Kartoffellegemaschinen, aber vor allem Maschinen und Geräte für die Garten- und Landschaftspflege.
Der Standort selbst reicht in seiner Nutzung noch weiter zurück: Vor Cramer/Remarc wurde das Gelände bereits von der Eisengießerei Dirks genutzt. Doch im Juli 2023 endete die Produktion an der Reimersstraße. Remarc verlegte seinen Sitz nach Jübberde – seither steht das Gelände leer.