Polizeibilanz  Karneval in Ramsloh – Platzverweise, Streit und rassistischer Gesang

Horst Wilken
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Von Horst Wilken
| 09.02.2026 15:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Während der Umzug ruhig verlief, ging es für die Polizei während der Aftershow-Party zeitweise hoch her. Foto: Horst Wilken
Während der Umzug ruhig verlief, ging es für die Polizei während der Aftershow-Party zeitweise hoch her. Foto: Horst Wilken
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Beim Karnevalsumzug in Ramsloh hat es am Sonntag mehrere Zwischenfälle gegeben. Die Polizei musste unter anderem bei Streitigkeiten einschreiten. Zwei Polizisten wurden verletzt.

Ramsloh - Der Karnevalsumzug in Ramsloh am Sonntag, 8. Februar 2026, ist nach Mitteilung der Pressestelle der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta weitestgehend ohne besondere Vorkommnisse verlaufen. Doch im Anschluss daran kam es bei der Party im Festzelt und im Umfeld an der Schulstraße zu mehreren Einsätzen. Dabei wurden laut Mitteilung der Pressestelle der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta zwei Polizisten verletzt.

Polizei, Feuerwehr, DRK und ein privater Sicherheitsdienst begleiteten das Geschehen rund um den Straßenumzug und die Aftershow-Party mit Tausenden Besuchern.

Zu schwer: Dieser Schlepper durfte wegen seines zu hohen Gewichts nicht am Umzug teilnehmen. Foto: Horst Wilken
Zu schwer: Dieser Schlepper durfte wegen seines zu hohen Gewichts nicht am Umzug teilnehmen. Foto: Horst Wilken

Es wurde viel Alkohol getrunken

Bei der Überprüfung der Umzugswagen untersagte die Polizei einem Teilnehmer die Mitfahrt, weil das zulässige Gesamtgewicht um 2,5 Tonnen überschritten gewesen sei. Während des Umzuges beobachteten die Beamten zudem, dass auf den Wagen „nicht unerheblich“ Alkohol konsumiert wurde. Die anschließende Aftershow-Party habe aufgrund des hohen Alkoholkonsums aufgeheizt gewirkt.

Fußfesseln für einen Mann aus Ostrhauderfehn

Kurz nach Ende des Umzuges musste gegen 17.30 Uhr ein 35-Jähriger aus Ostrhauderfehn in Gewahrsam genommen werden, nachdem er vom Sicherheitsdienst des Geländes verwiesen worden war. Bei der Maßnahme erlitt ein Polizist Handverletzungen. Während der erforderlichen Blutentnahme im Friesoyther Krankenhaus eskalierte die Situation erneut; dem Mann wurden zusätzlich Fußfesseln angelegt.

Einsatzleiter Henning Kröger überließ während der Großveranstaltung in Ramsloh nichts dem Zufall. Foto: Horst Wilken
Einsatzleiter Henning Kröger überließ während der Großveranstaltung in Ramsloh nichts dem Zufall. Foto: Horst Wilken

Handfesseln angelegt

Einen weiteren Einsatz gab es gegen 19.15 Uhr im großen Festzelt. Dort wurde eine Rangelei gemeldet. Einem 36-Jährigen aus Rhauderfehn legten die Beamten Handfesseln an. Dabei wurde ein Polizist an der Hand so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Blutentnahme erfolgte durch eine DRK-Ärztin in einem Rettungswagen vor Ort.

Nach Angaben der Polizei musste außerdem eine Person im Zuge einer Identitätsfeststellung nach einer Beleidigung „unter massivem Widerstand“ zu Boden gebracht werden. Dabei habe sich ein Polizeibeamter leicht an der rechten Hand verletzt.

Bei der Kontrolle der Motivwagen zeigte sich die Polizei zufrieden. Foto: Horst Wilken
Bei der Kontrolle der Motivwagen zeigte sich die Polizei zufrieden. Foto: Horst Wilken

Anzeige wegen Volksverhetzung

Zudem berichteten laut Mitteilung der Polizei Zeugen, drei männliche Personen hätten zu dem Lied „L’amour toujours“ lautstark die Äußerungen „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ gesungen. Gegen die noch zu ermittelnden Personen wurde eine Anzeige wegen Volksverhetzung gefertigt.

Polizeibeamter am Daumen verletzt

Im weiteren Verlauf kam es im Zusammenhang mit dem Unterbinden einer körperlichen Auseinandersetzung zu einer weiteren Widerstandshandlung, bei der sich ein Polizeibeamter am Daumen verletzte und im Krankenhaus behandelt werden musste. Nur durch konsequentes Einschreiten der Polizei und die Durchsetzung von zehn Platzverweisen habe die Stimmung beruhigt werden können. Bis zum Ende der Veranstaltung gegen Mitternacht blieb es demnach bei weiteren kleineren Störungen.

Ausgekugelte Schulter und Gesichtsverletzung

Unabhängig davon meldet das DRK im Zusammenhang mit dem Umzug 14 versorgte Patienten. Vier von ihnen mussten, beispielsweise wegen einer ausgekugelten Schulter und einer Gesichtsverletzung, Krankenhäusern zugeführt werden.

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