Podcast „Watt’n los?“ Warum die Marine verschwindet, sobald sie arbeitet
Die siebte „Watt’n los?“-Staffel beschäftigt sich mit dem Thema Bundeswehr in Ostfriesland. Die erste Folge dieser Staffel ist nun überall verfügbar, wo es Podcasts gibt.
Wilhelmshaven - Der Marinestützpunkt Wilhelmshaven ist der größte Standort der Bundeswehr in ganz Deutschland mit knapp unter 10.000 aktiven Soldaten. Damit ist er auch für Ostfriesland wichtig. Bis 1997 hatte auch Emden einen Marinestützpunkt, der wurde aber geschlossen und seitdem ist Wilhelmshaven der nächste Anlaufpunkt für Ostfriesen, die zur Marine wollen.
Um die Arbeit der Marine und den Standort besser kennenzulernen, sprechen Björn Klüver und Madita Janßen in der ersten Folge der siebten Staffel von „Watt’n los?“ unter anderem mit den Kapitänen zur See Dirk Jakobus und Christian Clausing. Der Dienstgrad „Kapitän zur See“ ist einer der höchsten Offiziersränge bei der Marine und entspricht etwa einem Oberst beim Heer. Jakobus ist Chef des Stabes der Einsatzflottille 2. Er koordiniert und organisiert die Arbeit des Stabes, also des Führungsteams, das Einsätze plant, vorbereitet und begleitet. Gleichzeitig ist er stellvertretender Kommandeur der Einsatzflottille 2. Die Flottille mit Sitz in Wilhelmshaven besteht aus mehreren Schiffen und ist einer der drei Großverbände der Deutschen Marine. Clausing ist Leiter des Karrierecenters des Bundeswehr Standortes in Wilhelmshaven.
Was zählt zum Kerngeschäft der Marine?
Dirk Jakobus: Unser Kerngeschäft ist es, lang und weit entfernt vom Heimatort zu operieren. Der Heimatstandort ist Wilhelmshaven. Wir haben hier die großen Schiffe, die Fregatten, die Einsatzgruppenversorger und die Tanker. Sie zeichnen sich im Regelfall dadurch aus, dass es ihr täglich Brot ist, bis zu sechs Monaten vom Heimatort abwesend zu sein.
Und was sind die Hauptunterschiede von der Marine zu den beiden anderen Teilstreitkräften Heer und Luftwaffe?
Christian Clausing: Ich glaube, der Hauptunterschied der Marine zu den anderen Teilstreitkräften ist ganz einfach zu beschreiben. Zuerst ist man lange weg und es ist einem jungen Menschen schwerer zu vermitteln, [...] was ist Marine. Denn sobald die Schiffe zehn Meilen von der Küste entfernt sind, sieht sie keiner mehr. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum Heer und der Luftwaffe. Sie können einen Panzer im Gelände beobachten. Sie können die Luftwaffe beobachten, wenn sie fliegt. Aber wenn die Marine ihrem eigentlichen Geschäft nachgeht, dann ist sie in der Regel außerhalb der Sichtweite von anderen Menschen. [...] Das zu vermitteln ist eine Herausforderung.
Feedback oder Anregungen?
Schickt uns gerne eine E-Mail an madita.janssen@zgo.de und bjoern.kluever@zgo.de.
Arbeitet die Marine auch international mit anderen zusammen?
Dirk Jakobus: Also das Schöne für die Marine ist ja, dass wir seit Jahr und Tag im internationalen Rahmen operieren. In internationalen Verbänden, den NATO-Verbänden, wie wir es kaum von einer anderen Teilstreitkraft gewohnt sind. Wir müssen uns selber auf Auslandshilfen oder auf ausländische Verbände abstützen. Genauso können sich auch ausländische Verbände auf uns abstützen, weil wir im NATO-Raum operieren.
Überall, wo es Podcasts gibt
Aber wie ist es eigentlich auf einem solchen Schiff zu arbeiten und welche Schiffe gibt es am Standort in Wilhelmshaven? Und was ist an den Bundeswehrstandorten in Wittmund (bei der Luftwaffe) und Leer (Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“, kurz SES) los? Diese und weitere Infos hört ihr in der neuen Ausgabe des Podcasts „Watt’n los?“. Die siebte Staffel läuft ab Montag, 9. Februar 2026, überall dort, wo es Podcasts gibt. Auch auf den Homepages oz-online.de, ga-online.de, on-online.de und borkumer-zeitung.de ist er unter dem Reiter „Podcasts“ zu finden. Hört gerne rein. Die Volontäre freuen sich darüber hinaus über Feedback und Themenideen für weitere Staffeln.
Podcast-Staffel über die Bundeswehr in Ostfriesland
Seit Anfang 2025 gibt es den Podcast „Watt’n los?“ bei der Zeitungsgruppe Ostfriesland. Darin vertiefen junge Journalistinnen und Journalisten alles, was Ostfriesland bewegt. Das Audioformat ist in Staffeln gegliedert. Jeweils vier Folgen lang diskutiert das jeweilige Moderatorenpaar ein Thema, spricht über die bisherige Berichterstattung und aktuelle Entwicklungen. In der siebten Staffel nehmen Madita Janßen und Björn Klüver die ostfriesischen Bundeswehrstandorte genauer unter die Lupe.