Osnabrück Gesundheitsministerin Warken unterstützt geplante Medizin-Uni in Osnabrück
Stadt und Landkreis Osnabrück wollen 2027 eine private Hochschule für Medizin an den Start bringen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verfolgt das Projekt mit Interesse und spricht von einem „Vorbild“.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hält die Gründung einer Hochschule für Medizin (HMO) in Osnabrück für eine „mutige“ und „bemerkenswerte Idee“. Am Rande eines Besuchs im städtischen Klinikum Osnabrück sagte Warken unserer Redaktion, die Initiative von Stadt und Landkreis könnte ein Vorbild für andere Kommunen und Regionen sein.
Die Ministerin lobte die Initiative von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) und Landrätin Anna Kebschull (Grüne). Man habe hier „Geld und Verantwortung in die Hand genommen“, um ein Problem langfristig zu lösen, sagte Warken. „Das ist ein Weg, der mutig ist.“ Sie sei „guter Dinge“, dass das Projekt gelingen werde.
Zum Wintersemester 2027 sollen die ersten Studenten den neuen humanmedizinischen Studiengang in Osnabrück belegen können. Stadtrat und Kreistag haben Ende 2025 die Anschubfinanzierung von jeweils 450.000 Euro freigegeben. Mit dem Geld wird unter anderem ein Beratungsbüro gesucht und bezahlt, das den Gründungsprozess managen soll. Stadt und Landkreis rechnen mit Anlaufkosten von zehn Millionen Euro.
Osnabrück verfügt über vieles, was zur Medizinerausbildung nötig ist: Hörsäle, Studierendenwerk, Labore, Kliniken auf universitärem Niveau. Neu ist bei dem Konstrukt, dass eine privat finanzierte Bildungseinrichtung die Infrastruktur staatlicher Hochschulen wird mitnutzen dürfen.
Die private Hochschule soll sich schon zum Start im Herbst 2027 wirtschaftlich selbst tragen. Deshalb werden Studierende Studiengebühren bezahlen müssen, die bei 10.000 Euro pro Semester liegen dürften.
Das Studium dürfe nicht am Geld scheitern, so die Marschrichtung der Initiatorinnen. Deshalb soll es möglichst viele Stipendien geben, ausgelobt zum Beispiel von Kommunen in der Region. Sie könnten die Finanzierung eines Medizinstudiums mit der Auflage verbinden, dass der künftige Arzt oder die künftige Ärztin für eine Mindestzeit in der jeweiligen Gemeinde eine Hausarztpraxis unterhält.
Nina Warken zeigte sich zuversichtlich, dass dieses Konzept greifen wird. Die Hochschule werde den Rahmen schaffen, junge Menschen an die Region zu binden und damit langfristig die medizinische Grundversorgung vor allem auf dem Land zu sichern.
Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat die Osnabrücker Medizin-Initiative gelobt. Beim Neujahrsempfang der IHK würdigte Lies, dass sich Stadt und Landkreis nicht mit Geldforderungen an das Land gewandt hätten, sondern selbst aktiv geworden seien.
Anders sieht das sein Kabinetts- und Parteikollege Andreas Philippi (SPD). Der Landesgesundheitsminister sagte im noz-Interview, „dass sich Kommunen nicht um dieses Problem kümmern müssen“.