Osnabrück/Garbsen  Nach Vandalismus: Immer noch Spuren im Stadion des TSV Havelse

Benjamin Kraus
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Von Benjamin Kraus
| 05.02.2026 19:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Schäden an den Trainerbänken im Stadion des TSV Havelse sind nach wie vor sichtbar. Foto: Benjamin Kraus
Die Schäden an den Trainerbänken im Stadion des TSV Havelse sind nach wie vor sichtbar. Foto: Benjamin Kraus
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Noch immer sind Schäden der Vandalismus-Aktion auf dem Gelände des TSV Havelse sichtbar. Der Verein sitzt auf mindestens 75.000 Euro Schaden, die Versicherung zahlt nicht - aber vor dem Rückspiel beim VfL Osnabrück ist die Hoffnung gestiegen, den oder die Täter zu finden.

Mehr als fünf Monate ist das Hinspiel des VfL Osnabrück beim TSV Havelse inzwischen her - und mit ihm die nächtliche Vandalismus-Aktion auf dem Gelände und im Stadion der Garbsener mit über 100 hinterlassenen Schmierereien, Sachbeschädigungen und Einbruchsdiebstahl-Delikten wie entwendeter Trikots und Mikrofone. Die Tatsache, dass ein 45-Jähriger aus dem Raum Osnabrück als verdächtig gilt und die Polizei zudem bei einer Hausdurchsuchung Datenträger sicherstellte, nährt beim TSV die Hoffnung, den oder die Täter in Regress nehmen zu können. Zugleich ist nicht unwahrscheinlich, dass Havelse auf einem großen Teil der sechsstelligen Schadenssumme sitzen bleiben könnte.

Auf etwas mehr als 100.000 Euro beziffert man in Havelse nach einer umfangreichen Erfassung nun die Schadenssumme, die der nächtliche Vandalismus-Feldzug hinterlassen hat. Nur ein wenig lindern konnten diese diverse Solidaritätsaktionen für den TSV, die knapp 30.000 Euro einbrachten: Das vom TSV selbst angestoßene Crowdfunding (ergab etwa 20.000 Euro), das an der Bremer Brücke bei einem Heimspiel gesammelte Becherpfand (knapp 4.000 Euro) sowie die in Havelse als coole Aktion wahrgenommene Spendensammlung von VfL-Fan Lorenz Menkhaus (fast 5.000 Euro).

Davon konnte zumindest der Austausch der völlig zerstörten Schließanlage mit Schlüssel für Trainer und Betreuer der 20 Jugendteams bezahlt werden, ebenso neue Fußballtore mit Netzen sowie die Lackierung der besprühten Bullis sowie Malerarbeiten auf den wieder weiß gestrichenen Wänden. Das Problem: Inzwischen ist klar, dass die Versicherung nicht für Vandalismus-Schäden bezahlt. So bleibt lediglich die Hoffnung auf möglichen Schadensersatz durch Täter, denen allerdings die Beteiligung an der Aktion nachgewiesen werden muss.

In diesen Tagen vor dem Rückspiel in Osnabrück läuft der Spielbetrieb auf der Anlage in Havelse wieder normal - dennoch sind Spuren der Verwüstung immer noch sichtbar. Schmierereien in den Farben lila und schwarz gibt es noch an vielen Stellen im Wilhelm-Langrehr-Stadion, der Heimatspielstätte der Rot-Weißen - etwa an den geschichtsträchtigen Trainerbänken, an denen einst Volker Finke coachte. Die rote Farbe ist mit lila großflächig übersprüht worden - und diese kann nicht einfach problemlos abgelöst oder überstrichen werden. Bei den beschädigten Werbebanden, wo Schriftzüge und Vereinslogos durchgestrichen oder verunstaltet wurden, gibt es dasselbe Problem.

Kaputt sind zudem weiterhin die Videoleinwand sowie die Lautsprecheranlage - hier sind jeweils Schäden im deutlich fünfstelligen Bereich verursacht worden. Weil die U19 des TSV Havelse nun aber in die Junioren-Nachwuchsliga aufgestiegen ist, verlangt der DFB im Zuge der Prüfung des Wilhelm-Langrehr-Stadions als Spielstätte für die Lizensierung den Wiederaufbau der Beschallung: Ein weiterer Arbeitseinsatz und Kostenpunkt, den die Garbsener nun in den nächsten Wochen stemmen müssen.

Zunächst aber geht es für etwa 300 Angehörige, Freunde und Jugendfußballer des TSV nach Osnabrück - zum Niedersachsenduell und in den Gästeblock, dessen Tickets der TSV vom VfL umsonst zum Abruf angeboten bekam als kleines Zeichen der Solidarität. Eine Debatte um Ticketpreise war es, die jenem Vandalismus-Exzess Ende August vorausging - die VfL-Vereinsführung hatte sich damals auch auf Drängen von Fanvertretern positioniert. Die Deutlichkeit jener per öffentlicher Mitteilung geäußerten Kritik an potenziell überhöhten Eintrittsgeldern im Ausweichstadion Eilenriede hat man in Havelse nicht vergessen.

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