Gesundheit Winter sorgt für Rekord in Ostfrieslands Notaufnahmen
Die Krankenhäuser in der Region sind durch die vielen Glätteunfälle und die Infektwelle aktuell sehr ausgelastet. Patienten mussten sogar auf dem Flur behandelt werden.
Leer - Schnee und Glatteis verursachen seit Tagen in Ostfriesland glatte Straßen, Rad- und Fußwege. Das Winterwetter sorgte sogar für Rekorde in den Notaufnahmen: Am vergangenen Freitag, 23. Januar 2026, verzeichnete die Auricher Ubbo-Emmius-Klinik „die höchste Zahl an Patienten, die je an einem Tag in der Notaufnahme behandelt wurde“, teilt die Pressestelle der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden mit. Und auch aktuell haben alle Krankenhäuser in Ostfriesland noch „eine sehr hohe Bettenauslastung“. Und nicht für jeden Patienten gab es sofort Platz in einem Zimmer.
Notaufnahmen waren ausgelastet
„Punktuell gibt es Situationen, in denen Teilbereiche kurzzeitig in höchste Belastungssituationen geraten“, sagt auch Stephan Rogosik, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Wittmund. „In seltenen Ausnahmefällen ist es in den letzten Wochen auch kurzzeitig zu Flurbelegungen gekommen.“ Auch die Trägergesellschaft berichtet von solchen Ausnahmen. „In Situationen mit erhöhtem Belegungsdruck kann es vorkommen, dass die Räumlichkeiten in den Notaufnahmen ausgelastet sind und Behandlungszeiten auf dem Flur erforderlich werden. Selbstverständlich bemühen wir uns darum, dass dies nur selten und so kurz wie möglich geschieht.“
Infektwelle und Winterunfälle kamen zusammen
Die Situation wurde noch verschärft, weil die witterungsbedingten Unfälle mitten in der schweren Infektwelle passierten, die gerade durch Ostfriesland rollt. „In unserer Zentralen Patienten- und Notaufnahme ist ein erhöhtes Patientenaufkommen zu verzeichnen. Unter anderem werden neben Patienten mit Infekten auch Patienten mit Prellungen und Frakturen infolge von Glätteunfällen behandelt“, beschreibt es das Klinikum Leer. „Ein Teil der Patienten mit Fraktur muss operativ versorgt werden. Hierbei kam es insbesondere nach den Wetterbedingungen am Freitag, 23. Januar 2026, zu erhöhten Operationszahlen“, teilt die Pressestelle mit. „Es handelte sich insbesondere um Frakturen des Oberschenkels, Handgelenks und der Schulter.“ Aufgrund des erhöhten Aufkommens mussten einzelne, geplante Operationen sogar verschoben werden.
Patienten werden auch verlegt
Auch im Leeraner Borromäus-Hospital werden aufgrund der anhaltenden Winterwitterung „deutlich mehr Patienten, vor allem im Bereich der Unfallchirurgie, behandelt“. Längere Wartezeiten ließen sich dabei nicht immer vermeiden. „Aktuell verzeichnen wir eine sehr hohe Bettenauslastung“, teilt die Pressestelle mit. „Selbstverständlich wird jeder Patient, der unsere Notaufnahme aufsucht, medizinisch erstversorgt. Insofern keine stationären Kapazitäten zur Verfügung stehen, veranlassen wir die Verlegung in andere Häuser zur weiteren Versorgung.“
Ostfrieslands Kliniken sind aber nicht die einzigen, die wegen des Winterwetters einen regelrechten Ansturm von Patienten bewältigen müssen. „Die Krankenhäuser berichten von verstärkter Belastung der Notaufnahmen und der stationären Bereiche durch Glätteunfälle“, erklärt auch Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, gegenüber der Deutschen Presseagentur. „Betroffen sind die Regionen, die in den vergangenen Tagen Eisregen und Dauerfrost erlebt haben und weiter erleben“. Das Verletzungsspektrum aufgrund von Glatteis sei sehr breit. Zu den häufigsten Verletzungen gehören Knochenbrüche und schwere Prellungen. „Generell sind Verletzungen nach Stürzen aber keine Sache nur der Älteren“, so Gaß.