Osnabrück  Der Weg einer Idee: So soll Osnabrück zu einer Medizinhochschule kommen

David Wagner
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Von David Wagner
| 31.01.2026 10:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Seit Mitte 2025 steht fest: In Osnabrück soll eine private Medizin-Uni entstehen. Von der Enthüllung erster Pläne über Ausschusssitzungen bis hin zum aktuellen Stand der Dinge stellen wir die Ereignisse rund um die Medizinhochschule dar.

Stadt und Landkreis Osnabrück haben ein ambitioniertes Ziel formuliert: die Gründung einer privaten Hochschule für Medizin in Osnabrück (HMO). Damit soll dem drohenden Ärztemangel in der Region entgegengewirkt werden. Der Zeitplan ist straff und sieht einen Studienstart bereits 2027 vor. Wir zeigen die Entwicklung in unserem Zeitstrahl.

Über Jahrzehnte hinweg hatte die Region immer wieder versucht, einen Medizinstudiengang zu etablieren, war jedoch stets an Absagen der Landesregierung gescheitert.

Dienstag, 3. Juni 2025: In einer Pressekonferenz im Kreishaus verkünden Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter und Landrätin Anna Kebschull offiziell die Pläne zur Gründung der privaten Hochschule. Sie stellen das Ziel vor, zum Wintersemester 2027 die ersten Studierenden aufzunehmen. Die Initiatoren betonen, dass keine neuen Gebäude nötig seien, da Osnabrück bereits über die erforderliche Infrastruktur verfüge. Trotzdem entstehen nach erster Kalkulation Anlaufkosten in Höhe von zehn Millionen Euro.

Anfang Juni 2025: Unmittelbar nach der Bekanntgabe wird auch Kritik und Skepsis laut bezüglich der Finanzierung. Der Marburger Bund begrüßt zwar grundsätzlich neue Studienplätze, sieht die Studiengebühren von rund 10.000 bis 15.000 Euro pro Semester jedoch als „problematisch“ an.

Juni 2025: Im Osnabrücker Sozial- und Gesundheitsausschuss wird debattiert, wie der Zugang zum Studium auch für weniger wohlhabende Menschen gesichert werden kann. Die Verwaltung betont, dass Stipendien vorgesehen seien. Sie könnten an die Bedingung geknüpft sein, dass die Absolventen nach dem Studium eine festgeschriebene Zeit als Hausarzt in der Region tätig sind.

August 2025: Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Osnabrück bezeichnet das Vorhaben als „Unding“ und warnt vor sozialer Ungleichheit durch hohe Studiengebühren.

15. Dezember 2025: Bis zu diesem Datum läuft die Ausschreibung für einen Projektmanager. Dieser soll im Auftrag von Stadt und Landkreis die Gründung der Hochschule vorbereiten und begleiten.

1. Januar 2026: Ein externer Dienstleister soll ein tragfähiges Gesamtkonzept für die Hochschule entwickeln. In dieser Phase werden Studien- und Prüfungsordnungen erstellt und die Unterlagen für die staatliche Zulassung vorbereitet. Die staatliche Anerkennung durch das Land Niedersachsen und die Zertifizierung durch den Wissenschaftsrat sind die entscheidenden Hürden.

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