Delmenhorst  Mietanstieg in Delmenhorst: Industriegewerkschaft schlägt Alarm

Alexander Hans
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Von Alexander Hans
| 31.01.2026 11:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wird bezahlbarer Wohnraum bald zum Luxus? Foto: IG Bau/Nils Hillebrand
Wird bezahlbarer Wohnraum bald zum Luxus? Foto: IG Bau/Nils Hillebrand
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Der bundesweite Wohnraummangel trifft auch Delmenhorst. Hohe Mieten belasten besonders Auszubildende, Studenten und Senioren. Welche Maßnahmen die IG BAU vorschlägt, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern, lesen Sie hier.

„Mieten kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben“, sagt Inge Bogatzki von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Land Bremen und Umzu. Besonders stark seien Auszubildende betroffen: „Etliche der rund 860 Azubis in Delmenhorst wohnen noch bei ihren Eltern. Denn eine eigene Wohnung können sie sich oft nicht leisten“, so Bogatzki.

Das zeige der aktuelle „Soziale Wohn-Monitor“ des Pestel-Instituts, den die Gewerkschaft mit in Auftrag gegeben hat. Das teilte die IG Bau jetzt mit. Bogatzki warnt: „Wenn Ausbildungsverträge am Wohnungsmangel und an zu hohen Mieten scheitern, dann ist das Maß voll. Das kann sich die heimische Wirtschaft nicht erlauben.“

Probleme auf dem Wohnungsmarkt hätten auch Studenten. „Deshalb muss es in Universitätsstädten eine gezielte Förderung für den Neubau von Studi-Wohnungen geben“, fordert Bogatzki. Ferner warnt die IG BAU vor Wohnarmut im Alter. Sie hat dabei die geburtenstarken Jahrgänge im Blick: rund 9700 Baby-Boomer in Delmenhorst, die nach Berechnungen des Pestel-Instituts bis 2035 komplett in Rente sein werden.

Bogatzki erklärt: „Viele der Baby-Boomer in Delmenhorst bekommen nur eine niedrige Rente. Denn sie haben oft Phasen von Arbeitslosigkeit hinter sich. Außerdem haben sie ganz häufig auch für niedrige Löhne gearbeitet. Wenn die Baby-Boomer in den nächsten Jahren in Rente gehen, werden etliche sich ihre bisherige Wohnung kaum oder gar nicht mehr leisten können: Sie wohnen sich regelrecht arm.“ Für Azubis, Studenten und Senioren benötige es folglich eine Wende: „Wir brauchen wieder sinkende und damit bezahlbare Mieten.“ Wie soll das konkret erreicht werden?

Vor allem fordert die Industriegewerkschaft mehr Sozialwohnungen. „Nur mehr günstiger Wohnraum sorgt für Druck auf die Mieten am Markt“, sagt Bogatzki. Der „Soziale Wohn-Monitor“ vom Pestel-Institut nenne dabei eine erste Zielmarke: die Verdopplung von derzeit einer auf zwei Millionen Sozialwohnungen bundesweit bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts. Für Niedersachsen bedeute das konkret: „Bis 2035 muss es in ganz Niedersachsen 168.500 Sozialwohnungen geben“, erklärt Bogatzki.

Der „Soziale Wohn-Monitor“ lege damit eine deutliche Messlatte: 14.900 zusätzliche Sozialwohnungen für Niedersachsen pro Jahr. Um diese Zielmarke bei den Sozialwohnungen zu erreichen, sei eine intensive Förderung durch den Bund und das Land Niedersachsen notwendig. Bogatzki spricht sich darüber hinaus auch für Steueranreize aus, wenn ein Betrieb dafür sorgt, dass seine Auszubildenden Wohnraum erhalten.

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