Córdoba  Emotionales Wiedersehen nach Zugunglück: Besitzerin schließt Hund Boro wieder in die Arme

Ralph Schulze
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Von Ralph Schulze
| 26.01.2026 17:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Glückliches Wiedersehen: Der Vierbeiner Boro ist nach dem Zugunglück in Südspanien wieder bei seiner Familie. Foto: Pacma
Glückliches Wiedersehen: Der Vierbeiner Boro ist nach dem Zugunglück in Südspanien wieder bei seiner Familie. Foto: Pacma
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Bei dem schweren Zugunglück in Spanien mit mehreren Toten wurde Ana García verletzt und verlor ihren Hund Boro. Das Schicksal des Tieres bewegte viele Menschen, die daraufhin eine Suchaktion starteten. Mit glücklichem Ausgang: Boro und García wurden wieder vereint.

Inmitten der Trauer nach dem verheerenden Zugunglück mit 45 Toten in Südspanien hat ein Lichtblick die Öffentlichkeit bewegt: Ein Hund namens Boro, der sich mit seiner Besitzerin in einem der beiden Unglückszüge befand und nach dem Unfall als vermisst galt, ist nach tagelanger Suche lebend gefunden und seiner Familie übergeben worden.

Nach dem Zusammenstoß verschwand Boro, ein Mischling aus Schnauzer und spanischem Wasserhund, in dem dünn besiedelten, hügeligen Gebiet zwischen ausgedehnten Olivenplantagen spurlos. Seine Besitzerin Ana García, die das Unglück überlebte, hatte nach ihrer Rettung unter Tränen öffentlich um Hilfe gebeten. „Bitte helft, das Tier zu finden – es gehört ebenfalls zu meiner Familie“, sagte die 26-Jährige.

Der Appell löste eine enorme Welle der Solidarität aus. Rund 200 Menschen – darunter Beamte der Forst- und Umweltbehörden, Aktivisten der Tierschutzbewegung Pacma und freiwillige Helfer aus ganz Spanien – beteiligten sich an der Suche.

Schließlich entdeckten Einsatzkräfte den Hund auf einem abgelegenen Grundstück. Doch Boro war verängstigt und konnte zunächst nicht eingefangen werden. Daraufhin legten die Helfer ein Kleidungsstück der Besitzerin aus, um dem Hund zu signalisieren, dass sein Frauchen in der Nähe ist.

Am nächsten Morgen kehrte der Suchtrupp gemeinsam mit Boros Besitzerin Ana García an den Ort zurück. Und tatsächlich: Boro saß nun brav neben dem Kleidungsstück seines Frauchens und wartete. Als er seine Besitzerin erkannte, kam es zum ersehnten und bewegenden Wiedersehen. „Ich bin glücklich“, sagte García, nachdem sie ihren Vierbeiner umarmt hatte.

Ana García selbst war bei der Zugkatastrophe verletzt worden und bewegt sich noch mit eingegipstem Bein und Krücken.

Sogar Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente äußerte sich zu diesem glücklichen Ausgang der Suchaktion. In sozialen Netzwerken schrieb er: „Die Menschen sind das Wichtigste, aber Tiere spielen ebenfalls eine wunderbare Rolle in unserem Alltag.“ Es sei eine „gute Nachricht in einer Woche, die für viele Familien besonders schwer ist“.

Bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge am Abend des 18. Januar in der Nähe des südspanischen Dorfes Adamuz (Provinz Córdoba) starben 45 Menschen, darunter eine Deutsche. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt.

Erste Ermittlungen deuten auf einen Schienenbruch als Unfallursache hin. Demzufolge entgleiste durch einen Schienendefekt der erste Unglückszug. Sekunden später krachte ein zweiter Zug, der auf dem Nachbargleis in der Gegenrichtung unterwegs war, in die aus der Spur geratenen Waggons des ersten Zuges.

Im Ort Adamuz, dessen Einwohner die ersten Helfer am Unfallort waren, fand inzwischen ein Trauergottesdienst statt. Der Bischof von Córdoba, Jesús Fernández, sagte, dass das Eisenbahnunglück in ganz Spanien und Europa große Bestürzung ausgelöst habe. Er erinnerte an jene „dunkle und tragische Nacht“, in der mehrere Hundert Menschen in zwei Zügen eine Reise in entgegengesetzte Richtungen antraten. „45 von ihnen erreichten ihr Ziel nie.“

Zu einem späteren Zeitpunkt soll in der südspanischen Stadt Huelva ein staatlicher Trauerakt stattfinden, an dem Spaniens König Felipe, Königin Letizia und Premier Pedro Sánchez teilnehmen wollen.

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