Leer Warten auf den ersten Spatenstich
Seit acht Jahren wird geplant, jetzt rückt der Neubau des THW Leer näher. Nicht nur darum ging es beim Empfang zum neuen Jahr.
Leer -Seit acht Jahren wartet das Technische Hilfswerk (THW) in Leer auf ein neues Domizil. In diesem Jahr kann endlich der erste Spatenstich für einen Neubau an der Zinnstraße erfolgen. Das wurde beim Neujahrsempfang des THW jetzt noch einmal betont.
120 Mitglieder und viele Vertreter von Feuerwehren, Polizei, Bundeswehr, Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und anderen Institutionen sowie aus der Politik kamen im Dorfgemeinschaftshaus Bingum zusammen.
Finanzielle Unterstützung verdreifacht
Der Kaufpreis für das Grundstück, auf dem gebaut werden soll, wurde im Dezember bezahlt. Die weitere Finanzierung ist gesichert, erklärte die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) auf dem Empfang. Der Bund habe in den vergangenen Jahren die Unterstützung für den THW verdreifacht. Demnach können alle der deutschlandweit rund 200 geplanten Baumaßnahmen durchgeführt werden, so Connemann. Der Neubau in Leer gehört zu den ersten 30 genehmigten Vorhaben.
Die Begrüßung der Gäste und die Moderation des Empfangs übernahm der stellvertretende Ortsbeauftragte Joachim Brink. Ortsbeauftragter Stefan Sandstede stellte den Jahresrückblick vor.
Demnach hat der THW-Ortsverband Leer insgesamt 135 Helfer. 71 davon sind im technischen Zug und im Stab aktiv, 41 in der Jugendabteilung sowie 23 in der Alters- und Ehrenabteilung. 13 Prozent der Leeraner THWler sind Frauen. Laut Sandstede leisteten die Mitglieder zusammengenommen 19.000 Dienststunden, was 180 Stunden je Helfer bedeutet.
2025 rückte der ehrenamtlich arbeitende Ortsverband zu 18 größeren Einsätzen aus – zu Bränden, Einbrüchen und einer Notfalltüröffnung. Mehrfach wurde Unterstützung aus Aurich und Oldenburg angefordert. Zugführer Michael Vry verdeutlichte anhand einzelner Einsatzberichte, wie umfangreich, zeitaufwändig und schwierig die Arbeit oft ist. Darauf werde bereits die THW-Jugend intensiv vorbereitet, sagte Ausbildungsbeauftragter Hilmer Mannott.
Umdenken in Sachen Krisen nötig
Erstmals beim Empfang in Leer dabei war der Landesbeauftragte für Bremen und Niedersachsen, Jörg Eger. Er erläuterte die besonderen Herausforderungen des THW, die auf die politische Weltlage mit Kriegen in der Ukraine und in Gaza sowie auf Umwelteinflüsse zurückzuführen sind. Die Corona-Pandemie sowie Kriege und Umweltkatastrophen hätten das Krisenaufkommen verstärkt. Ein Umdenken sei notwendig, erklärte der Landesbeauftragte. Das habe die Regierung erkannt und die Investition in das THW erhöht.
Nach den Grußworten der Gäste ehrte Jörg Eger langjährige Mitglieder: Florian Richter aus Neudorf, Wilm Bontjer und Maarten Eberlei aus Leer, Sönke Sonnenberg aus Weener und Hauke Vry aus Holthusen für jeweils zehn Jahre. Richard Gosling aus Bunde wurde für 25 Jahre Zugehörigkeit ausgezeichnet. Frank Kuper aus Wymeer und Immo Prether aus Leer bekamen Urkunden für 30 Jahre Treue überreicht, Wilfried Dannen aus Möhlenwarf für 50 Jahre.
Ehrenzeichen in Silber und Bronze
Ausgezeichnet wurden auch Friederike Vry aus Holthusen sowie Holger Welp und Piet Weber aus Leer (Helferzeichen in Gold), Marianne Lüthke aus Leer und Heiko Loger aus Möhlenwarf (Helferzeichen in Gold mit Kranz), Julian Fokken aus Neermoor (Junghelfer des Jahres) und Claas Claasen aus Rhauderfehn (Helfer des Jahres).
Regierungsbrandmeister Erwin Reiners aus Marx/Friedeburg erhielt das Ehrenzeichen in Bronze. Der Leeraner THW-Ortsbeauftragte Stefan Sandstede wurde mit dem Ehrenzeichen in Silber geehrt.