B 436 Tödlicher Unfall bei Friedeburg – Anklage offen
Die Staatsanwaltschaft Aurich ermittelt weiter gegen den Mann, der am 19. November 2025 bei Friedeburg betrunken einen Unfall verursacht haben soll. Zwei Männer starben. Ein wichtiges Detail fehlt.
Friedeburg - Das Ermittlungsverfahren gegen einen 62 Jahre alten Mann aus dem Ammerland wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung läuft weiter. Vorerst erhebt die Staatsanwaltschaft Aurich noch keine Anklage gegen den mutmaßlichen Verursacher des tödlichen Unfalls vom 19. November 2025 auf der Bundesstraße 436 zwischen Friedeburg und Etzel. Das sagt Pressesprecher Jan Wilken dieser Zeitung auf Nachfrage. Grund dafür ist ein fehlendes Gutachten.
Wie Wilken erläutert, wurde eine Begutachtung der beiden am frontalen Zusammenstoß beteiligten Autos in Auftrag gegeben. Die schriftliche Auswertung der Untersuchung liegt der Staatsanwaltschaft jedoch bislang nicht vor. Nach den ersten Ermittlungen der Polizei geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Ammerländer mit seinem Auto in den Gegenverkehr geraten war. Das Unglück ereignete sich in Höhe der Hohejohlster Straße außerhalb der Ortschaft Etzel.
Mutmaßlicher Unfallfahrer war alkoholisiert
In dem zweiten am Unfall beteiligten Auto waren zwei junge angehende Landwirte aus Friesland, 18 und 19 Jahre alt, gemeinsam auf dem Weg zur Berufsschule nach Wittmund. Beide starben am Unfallort. Der mutmaßliche Unfallverursacher wurde schwer verletzt. Er war beim Unfall alkoholisiert. Die Blutalkoholkonzentration des 62-Jährigen betrug zum Zeitpunkt der Entnahme kurz nach dem Crash 1,67 Promille. Ein toxisches Gutachten bestätigte somit den anfänglichen Verdacht, der Mann sei im juristischen Sinne absolut fahruntüchtig gewesen. Ihm wurde die Fahrerlaubnis entzogen.
Die Betroffenheit nach diesem verheerenden Unglück ist groß. Angehörige und das landwirtschaftliche Umfeld der Verstorbenen drückten ihre Anteilnahme durch jeweils einen Traktorkorso zu ihren Trauerfeiern aus und ehrten die jungen Männer mit einer letzten Fahrt.
Auch die Anlieger der B 436 reagierten auf den jüngsten Zusammenstoß auf der unfallträchtigen Strecke. Sie fordern eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 70 Kilometer pro Stunde. Mehr als 1200 Personen unterstützen das Bestreben. Erste Gespräche mit den zuständigen Verkehrsbehörden hat es dazu bereits gegeben.