Seit Unfall im Rollstuhl  So hilft Christian Willenborg aus Rastdorf anderen

Mirco Moormann
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Von Mirco Moormann
| 16.01.2026 17:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Christian Willenborg hilft anderen Querschnittsgelähmten auch dabei, etwa einen Antrieb für den Rollstuhl zu bekommen. Foto: Mirco Moormann
Christian Willenborg hilft anderen Querschnittsgelähmten auch dabei, etwa einen Antrieb für den Rollstuhl zu bekommen. Foto: Mirco Moormann
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Vor 17 Jahren überlebte er einen Unfall, sitzt seitdem im Rollstuhl. Jetzt hat er sich selbstständig gemacht – und hilft anderen Menschen, mit einem Schicksalsschlag fertig zu werden.

Rastdorf - Er hat es selbst erlebt und steht nun Betroffenen zur Seite: Christian Willenborg aus Rastdorf hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt – und hilft Menschen dabei, nach einem Unfall wieder zurück ins Leben zu finden. Denn er selbst sitzt seit 17 Jahren im Rollstuhl und musste sich in dieser Zeit oft durchkämpfen, um Leistungen und Hilfsmittel bezahlt zu bekommen.

Seine Erfahrungen teilt der 42-Jährige jetzt mit denjenigen, die sich wie er auch zurück ins Leben kämpfen müssen. Denn einen schweren Schicksalsschlag müsse man erst einmal verkraften. Willenborg kennt dies aus eigener Erfahrung: Er verbrachte nach dem Unfall im Oktober 2008 lange Zeit im Krankenhaus und in der Reha. In dieser Zeit habe er sich gefragt, wie es überhaupt weitergehen solle, erklärt Willenborg. Letztlich sei er mit der Situation überfordert gewesen.

Wie geht es weiter?

Und dann musste er noch die Kraft haben, sich im Nachgang um alles Weitere zu kümmern: Wie kann er wieder Autofahren, wie geht es im Job weiter? All diese Fragen und Probleme hat der Rastdorfer, der nun in Werlte ein Büro bezogen hat, klären müssen. Mit Krankenkassen habe er um Kostenübernahmen verhandelt und viele Anträge gestellt, um an sein Recht zu kommen. „Ich hätte damals gern einen Ansprechpartner gehabt, der mir weiterhilft.“

Sein Büro hat Christian Willenborg im Gewerbegebiet an der Sögeler Straße in Werlte bezogen. Foto: Mirco Moormann
Sein Büro hat Christian Willenborg im Gewerbegebiet an der Sögeler Straße in Werlte bezogen. Foto: Mirco Moormann

In seiner neuen Tätigkeit möchte Willenborg Betroffene unterstützen, die auch diesen Weg gehen müssen. Man müsse „die Realität annehmen, den Blick nach vorn richten und Wege finden, das Leben trotz Behinderung wieder lebenswert zu gestalten“, wie Willenborg sagt. Konkreter wird es etwa beim sogenannten Hilfsmittelmanagement, bei dem es darum geht, etwa einen Antrieb für einen Rollstuhl finanziert zu bekommen. Hier kooperiere er mit unterschiedlichen Sanitätshäusern, so der gelernte Orthopädietechniker.

Wie ein familiäres Netzwerk nach Schicksalsschlägen unterstützt

Entsprechende Anträge bereitet Willenborg vor – und sollte eine Ablehnung kommen, werde nachjustiert und der Antrag erneuert oder Widerspruch eingelegt. Das gelte auch für einen Kfz-Umbau, so Willenborg. Die Erstberatung sei kostenlos, danach werde ein Plan mit Zielen aufgestellt, um das neue Leben geordnet zu starten. Überdies verfügt er über ein großes Netzwerk, über das weitere Hilfe möglich ist.

Er selbst sei heute an einem Punkt angelangt, den er sich damals nicht hätte vorstellen können. Geholfen habe ihm auf seinem Weg seine damalige Freundin Neele, die heute seine Ehefrau und Mutter der drei Kinder ist. Auch die Familie sei eine wichtige Hilfe für ihn gewesen, um sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, wie er sagt.

Damit Menschen mit Behinderung wieder ein eigenständiges Leben führen können, hilft Willenborg auch ehrenamtlich. Er leitet Mobilitätstrainings in Meppen und Papenburg für Rollstuhlfahrer und ist im Rollstuhl-Basketball aktiv.

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