Krankenhäuser Wintereinbruch füllt die Notaufnahmen
Stürze auf Eis und Schnee sorgen für zahlreiche Knochenbrüche und volle Notaufnahmen. Ostfrieslands Kliniken reagieren mit OP-Anpassungen und organisatorischen Maßnahmen.
Ostfriesland - Das Winterwetter der vergangenen Tage sorgte für viel Andrang in den Notaufnahmen und volle Betten in den Kliniken. Die meisten Patienten kamen mit starken Prellungen oder Knochenbrüchen. „Ältere Menschen erleiden nach einem Sturz häufiger einen Oberschenkelhalsbruch. Jüngere Menschen brechen sich dagegen häufiger Finger oder die Handknochen, wenn sie stürzen“, hat man im Leeraner Borromäus-Hospital beobachtet, wie Pressesprecher Hauke Mucha mitteilt.
Patienten können nicht abgeholt werden
In den Häusern der Trägergesellschaft Aurich-Emden-Norden hat man es noch mit einem anderen witterungsbedingten Problem zu tun: „Seit mehreren Tagen ist die Entlasssituation erschwert, weil viele Patienten aufgrund der Wetterlage nicht abgeholt oder verlegt werden können. Dies führt zu längeren Verweildauern, denen die Kliniken mit kurzfristigen organisatorischen Maßnahmen individuell und situationsgerecht begegnen“, erklärt Pressesprecherin Annika Weigelt. „So wurden mit Blick auf die Wetterlage unter anderem die geplanten Operationen leicht reduziert, um möglichen Überbelegungen vorzubeugen, was auch aktuell fortgeführt wird.“
Rodelspaß und Glätte: Notaufnahmen besonders gefordert
In der Ammerland Klinik in Westerstede hat am Wochenende „auch der winterliche Rodelspaß dazu beigetragen“, dass Patienten vermehrt mit Blessuren in die Notaufnahme kamen. Schon in der vergangenen Woche sei es „im Notfallzentrum aufgrund der winterlichen Witterungsbedingungen zu einem erhöhten Patientenaufkommen“ gekommen, teilt Pressesprecherin Sabine Grüning mit. „Die Anzahl der Patienten war allerdings vergleichbar mit denen in den letzten Jahren im Falle eines Wintereinbruches. Die Menschen kamen meist nach Stürzen in der Notaufnahme; das Verletzungsspektrum war dabei vielseitig: Es reichte von verstauchten Knöcheln und Handgelenken über kleinere Platzwunden bis hin zu Frakturen an allen Extremitäten. Besonders häufig trat die sogenannte Radiusfraktur, eine Fraktur des Handgelenks, auf.“
OP-Programme laufen meist normal
Auch im Kreiskrankenhaus Wittmund ist die Notaufnahme seit dem Wintereinbruch immer noch „hoch frequentiert“, teilt Geschäftsführer Stephan Rogosik mit. „Aber nichts Außerordentliches, was nicht lösbar wäre.“ Das täglich geplante OP-Programm laufe „weitgehend normal“.
Auch im Klinikum Leer hat man die Schnee- und Glätteunfälle der vergangenen Tage gut versorgen können. „Ein Teil der Betroffenen musste operativ versorgt werden. Der OP-Plan musste dafür jedoch nicht wesentlich angepasst werden, da stets ein Notfallkontingent eingeplant ist. Größere Verschiebungen im OP-Plan gab es daher nicht“, teilt Pressesprecherin Nadira Pölking mit.