München  Preissprünge an der Zapfsäule: Deshalb wird Tanken immer noch teurer

Thomas Hagenbucher
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Von Thomas Hagenbucher
| 12.01.2026 13:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Drastische Preissprünge zum Januar: Die pPreissanne an den Tankstellen wird immer größer. Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Drastische Preissprünge zum Januar: Die pPreissanne an den Tankstellen wird immer größer. Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Massive Preissprünge: Tanken ist zum Jahresbeginn deutlich teurer geworden. Woran das vor allem liegt und wie sich trotzdem so einiges sparen lässt.

Viele Autofahrer reiben sich zum Jahresbeginn verwundert die Augen: Während man den Liter Super E10 zwischen den Jahren noch für weniger als 1,60 Euro bekommen konnte – ganz vereinzelt sogar für 1,53 Euro –, lagen die Preise diesen Freitag durchweg über der Marke von 1,70 Euro, zum Teil sogar über 1,80 Euro.

Auch wenn diese gewaltigen Preisunterschiede vor allem mit den starken Schwankungen je nach Region und Tageszeit zusammenhängen, lässt sich eines festhalten: Die Fahrt zur Zapfsäule ist 2026 merklich teurer geworden.

„Die Preise sind binnen Wochenfrist um 1,9 Cent gestiegen“, relativiert allerdings ADAC-Sprecher Andreas Hölzel auf Anfrage dieser Redaktion. Diese Aussage beziehe sich jedoch auf Durchschnittspreise für ganz Deutschland, die regional natürlich ganz anders ausfallen könnten, gibt er zu bedenken. Am Freitag kostete Super E10 laut ADAC im bundesweiten Mittel 1,726 Euro. Vor einer Woche, am 1. Januar 2026, waren es 1,709 Euro, also 1,7 Cent weniger.

Der Dieselpreis lag am Freitag bei 1,677 Euro, vor einer Woche bei 1,658 Euro. Der Hauptpreissprung fand allerdings schon zum Jahreswechsel statt. Ein Grund dafür: Eine höhere CO2-Abgabe hat sowohl Diesel als auch Super dauerhaft um rund drei Cent je Liter verteuert.

Ab 2026 bildet sich der CO2-Preis durch die Versteigerung von Emissionszertifikaten – vorerst in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro je Tonne, ab dem Jahr 2028 dann auf dem freien Markt. „Dadurch wird Sprit immer teurer“, stellt der ADAC-Sprecher klar.

Neben der CO2-Abgabe machen die Steuersätze einen beträchtlichen Anteil am Spritpreis aus. Für Benzin beträgt der Energiesteuersatz laut ADAC aktuell 65,45 Cent je Liter, für Diesel 47,04 Cent. Außerdem wird auf alle Energieträger die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent fällig. Diese wird auf den Warenwert inklusive Energiesteuer erhoben. „Insgesamt ergibt das bei jeder Tankrechnung einen Steuer- und Abgabenanteil von rund 64 Prozent bei Benzin und rund 56 Prozent bei Diesel – jeweils bezogen auf den Jahresdurchschnittspreis 2025“, wie der ADAC auf Anfrage vorrechnet.

Der Rest des jeweiligen Spritpreises setzt sich zusammen aus den eigentlichen Kosten des Produkts von der Rohölquelle über den Transport nach Deutschland und die Weiterverarbeitung bis zur Zapfsäule. „Und natürlich wollen die Mineralölkonzerne einen möglichst hohen Gewinn erzielen“, sagt Hölzel.

Eine Prognose für das „Tankjahr 2026“ möchte der ADAC-Sprecher nicht abgeben. Dafür gebe es derzeit „weltpolitisch und ökonomisch viel zu viele Unwägbarkeiten“. Er sagt dann aber auch: „Sollte der Rohölpreis in etwa auf dem aktuellen Niveau bleiben, ist eine Seitwärtsbewegung – also ähnliche Spritpreise wie im Vorjahr – am wahrscheinlichsten.“

Im vergangenen Jahr war Tanken insgesamt günstiger als 2024. Im Schnitt kostete der Liter Benzin sechs Cent und der Liter Diesel vier Cent weniger als noch 2024. Trotzdem schwankten die Preise so stark wie selten zuvor.

Im Schnitt ändern sich die Spritpreise an Tankstellen 22-mal pro Tag, wie das Bundeskartellamt ermittelt hat. Sie variieren dabei im Tagesverlauf um rund 13 Cent je Liter. Besonders an Autobahntankstellen erreichten die Aufschläge 2025 ein neues Rekordniveau. Vergleichen lohnt sich also mehr denn je.

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