Osnabrück Er bringt die Filme in der Hall of Fame in Osnabrück auf die Leinwand
Volker Feldhaus hat als Sechsjähriger zum ersten Mal ein Radio auseinandergebaut. Sein Weg führte ihn jedoch nicht in die Radio- und Fernsehtechnik, sondern ins Kino. Heute sorgt er dafür, dass die Filme in der Hall of Fame in Osnabrück ans Laufen kommen.
In Herten wurde Volker Feldhaus vor 49 Jahren geboren. Dort wurde auch die Fährte nach Osnabrück gelegt, als er in dem Kino des Ortes gearbeitet hat. Über sich selbst sagt er, er sei Kino-verrückt, aber die Technik begeistert ihn noch mehr. Da ist es gut, dass er beides in seinem Beruf verbinden kann.
Als Volker Feldhaus in Dortmund Elektro-Technik studiert hat, war er nebenbei beim Campus-Kino als Filmvorführer tätig. Da hat er noch klassisch die Filmrollen in den Projektor eingepflegt. „Das ist heutzutage vollkommen anders.“ Den Job des Film-Vorführers gibt es heute auch nicht mehr. Weil er aber Meinolf und Anja Thies kennengelernt hat, die damals das Hertener Kino geleitet haben, ist er mit der digitalen Vorführtechnik vertraut. Sie haben das Filmtheater mit digitalen Geräten ausgestattet, Und: „Sie haben mich nach Osnabrück transferiert“, sagt Volker Feldhaus schmunzelnd.
In der Hall of Fame in Osnabrück ist Volker Feldhaus Teil der Betriebsleitung. Er ist für die Wartung und Instandhaltung der Projektionstechnik zuständig, aber er programmiert auch das, was die Zuschauer in den sieben Kinosälen sehen – den Ablauf von den Trailern bis zum Hauptfilm sowie das Kassen- und Projektionssystem. „Es geht nicht viel schief“, sagt er zwar. Aber wenig zu tun hat er auch nicht.
Volker Feldhaus steht also nicht mehr in einem Vorführraum, sondern sitzt hauptsächlich während seiner Arbeitszeit an seinem Schreibtisch. Er sagt zwar, dass er Anhänger der analogen Technik ist und die alten Filmrollen einen nostalgischen Wert für ihn haben. Die Möglichkeiten der digitalen Technik schätzt er aber dennoch. „Man ist deutlich flexibler.“
Für die Zuschauer sind die Vorteile sichtbar. Während sich bei den Filmrollen nach einigen Vorführungen Verschleiß einstellte, der sich als Streifen oder Risse auf der Leinwand niederschlug, kommt dies bei der digitalen Projektionstechnik nicht vor.
Apropos: Kann er seine Kino-Verrücktheit auch jetzt noch ausleben? „Sofern ich Zeit habe, schaue ich mir Filme an“, sagt er. Als letzten Film habe er „Zoomania 2“ gesehen. Der neue „Avatar“ steht noch auf seiner Liste. Seine geschmackliche Bandbreite reiche von Action bis Fantasy und Familienfilmen, sagt er. Mit Horror könne er dagegen nichts anfangen. „Da bin ich anders als die Osnabrücker Kinogänger. Sie lieben Horrorfilme.“
Volker Feldhaus ist ein aufgeräumter Mensch, jemand, der eher mit dem Kopf als mit dem Bauch denkt. Auf die Frage, wann er das letzte Mal im Kino geweint hat, antwortet er: „Das ist lange her. Daran kann ich mich nicht erinnern.“ Filme, so sagt er weiter, seien für ihn auch eher Unterhaltung. Und die kann er sich nicht mehr so oft gönnen wie noch zu früheren Zeiten. „Am Anfang meiner Karriere ist mir gesagt worden, wenn man im Kino arbeitet, geht man nicht mehr so rein.“ Das hat sich bewahrheitet.