Hamburg  Ärztin warnt: Schneeschippen kann für manche Menschen lebensgefährlich sein

Markus Lorenz
|
Von Markus Lorenz
| 09.01.2026 12:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Schneeschaufeln auf Gehwegen ist für Anlieger Pflicht. Aber: Bestimmte Personen sollten sich zurückhalten. Foto: IMAGO/Eibner
Schneeschaufeln auf Gehwegen ist für Anlieger Pflicht. Aber: Bestimmte Personen sollten sich zurückhalten. Foto: IMAGO/Eibner
Artikel teilen:

Der Wintereinbruch in Norddeutschland ist nicht nur wegen der Glätte gefährlich. Auch beim Schneeschaufeln lauert ein gesundheitliches Risiko. Warum das so ist, erklärt die Ärztin Christina Magnussen vom Uniklinikum Eppendorf.

Vorsicht beim Schneeschaufeln: Die Kombination aus Kälte, ungewohnter körperlicher Anstrengung und Risikofaktoren stelle für das Herz-Kreislauf-System eine besondere Herausforderung dar, mahnt Kardiologie-Professorin Christina Magnussen vom Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Nach ihren Angaben verengen sich die Blutgefäße bei Minusgraden. Dadurch steige der Blutdruck, das Herz müsse das Blut gegen einen größeren Widerstand durch die Gefäße pumpen, was wiederum den Herzmuskel belaste.

„Die Belastung steigt insbesondere dann, wenn große Schneemengen in kurzer Zeit bewegt werden oder ruckartige Hebe- und Wurfbewegungen erfolgen“, erklärt sie. Häufiges Bücken und Heben ließen den Blutdruck zusätzlich klettern. Auch ein zu hohes Tempo beim Schippen ohne Pausen könne problematisch sein.

Besonders kritisch wird es, wenn die Herzkranzgefäße bereits verengt oder vorgeschädigt sind. Magnussen: „Unter der akuten Mehrbelastung kann es zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels kommen – im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt.“

Besonders gefährdet sind Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit und Vorhofflimmern. Auch Personen, die sich im Alltag wenig bewegen oder bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, tragen ein erhöhtes Risiko.

Wie kann man herzschonend Schneeräumen? „Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten es möglichst vermeiden oder Hilfe in Anspruch nehmen“, empfiehlt die stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie. Für alle anderen sollte beim Schneeschaufeln gelten: warm anziehen, kurz aufwärmen, langsam beginnen, keine schweren Lasten heben, den Schnee in kleinen Portionen bewegen und regelmäßig Pausen machen.

Bei Anzeichen wie Brustschmerzen, Luftnot, kaltem Schweiß, Angstgefühlen und Übelkeit sollten Betroffene den Schneeschieber sofort aus der Hand legen. Und: Verschwinden die Beschwerden auch danach nicht, rasch die Notrufnummer 112 wählen.

Grundsätzlich, so die Kardiologie-Professorin, sollten sich Menschen mit Herzerkrankungen auch im Winter regelmäßig an der frischen Luft bewegen, aber moderat. Dies könne etwa beim Spazierengehen geschehen. Starke Belastungen sollten diese Personen jedoch unbedingt vermeiden.

Ähnliche Artikel