Klub plant Zukunft  Germania Leer trifft Trainer-Entscheidungen

| | 08.01.2026 11:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Jan-Niklas Eickels ist seit Sommer Trainer des VFL Germania Leer. Foto: Jens Doden/ Emden
Jan-Niklas Eickels ist seit Sommer Trainer des VFL Germania Leer. Foto: Jens Doden/ Emden
Artikel teilen:

Jan-Niklas Eickels wird auch kommende Saison den abstiegsgefährdeten Bezirksligisten trainieren. Er bekommt einen neuen Co-Trainer. So laufen die Personalplanungen für den Kampf um den Klassenerhalt.

Leer - Der VfL Germania Leer kämpft in der Fußball-Bezirksliga gegen den zweiten Abstieg in Folge und stellt parallel aber schon die Weichen für die Zukunft. Der Verein stellte nun Timon Necknig als neuen Co-Trainer für die kommende Saison vor und betonte auf Nachfrage gleichzeitig, dass Trainer Jan-Niklas Eickels über die Saison hinaus an Bord bleibt. „Das war ohnehin unser Plan, als ich hier im Sommer angefangen habe“, sagt der 28-jährige Eickels.

Der Sportliche Leiter Erhan Colak (links) freut sich, dass der A-Jugend-Trainer Timon Necknig (Zweiter von links) ab Sommer als Co-Trainer zur Germania kommt. Bisher besteht das Trainerteam aus Trainer Jan-Niklas Eickels (Zweiter von rechts) und Torwarttrainer Nico Scholl. Foto: Verein
Der Sportliche Leiter Erhan Colak (links) freut sich, dass der A-Jugend-Trainer Timon Necknig (Zweiter von links) ab Sommer als Co-Trainer zur Germania kommt. Bisher besteht das Trainerteam aus Trainer Jan-Niklas Eickels (Zweiter von rechts) und Torwarttrainer Nico Scholl. Foto: Verein

An einen möglichen Abstieg in die Kreisliga verschwendet der Wahl-Ostfriese, der ursprünglich aus Düsseldorf kommt, keinen Gedanken. „Ich glaube fest daran, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“ Zu Saisonbeginn wurde der junge, aber schon viele Jahre als Jugendtrainer tätige Eickels noch vom erfahrenen Spieler Kevin Böse als spielender Co-Trainer unterstützt. Nach dessen plötzlichem Abgang Ende September Richtung Frisia Loga stand Eickels auch ohne Assistent da. Der verletzte Leistungsträger Nilton Gertze (Kreuzbandriss) unterstützte ihn. Der ist nun bald im Aufbautraining, sodass das Trainerteam dann noch aus Eickels und Torwarttrainer Nico Scholl besteht. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Timon im Sommer noch Verstärkung und Unterstützung bekommen“, sagt Eickels.

Veenhuser für Leer

Timon Necknig ist auch erst 21 Jahre alt. So hat der VfL dann vermutlich das jüngste Trainerteam der Liga. Der Veenhuser begann als 18-Jähriger seine Trainertätigkeit bei seinem Heimatverein Fortuna Veenhusen (E- und D-Jugend) und folgte Nico Steinbach im Sommer 2024 zum JFV Leer in die A-Jugend. „Parallel habe ich eine Saison auch noch die Mannschaft in Veenhusen trainiert“, erzählt der angehende C-Lizenz-Inhaber im Gespräch mit unserer Zeitung. Als Steinbach im Frühherbst aus beruflichen Gründen Ostfriesland verlassen hat, wurde Necknig alleiniger Cheftrainer der Leeraner A-Jugend (Bezirksliga). „Als ich dann vor einigen Wochen von Germania das Co-Trainer-Angebot bekam, habe ich mich sehr gefreut.“ Er hofft, dass er auch einige seiner A-Jugendlichen im Sommer mit in den Herrenkader der Germanen nehmen könne.

Lorans al Ezo (Dritter von links) wurde von den Germania-Verantwortlichen kürzlich offiziell begrüßt. Foto: Verein
Lorans al Ezo (Dritter von links) wurde von den Germania-Verantwortlichen kürzlich offiziell begrüßt. Foto: Verein

Um den Klassenerhalt noch zu schaffen, setzt der Traditionsverein wieder auf auswärtige Hilfe. Lorans al Ezo (24 Jahre/Syrien), Richmond Frimpong (20 Jahre/Ghana) und Prince Sam-Amaehule (19 Jahre/Nigeria) traten als Neuzugänge auch schon in Erscheinung. Das Trio spielte bei den Hallenkreismeisterschaften erstmals mit, nachdem es schon die vergangenen Wochen vor der Winterpause beim VfL mittrainiert hatte. „Alle drei sind Verstärkungen für uns“, sagt Trainer Eickels. Frimpong und Prince Amaehule spielten nach Germania-Angaben in der 3. Liga in Lettland, kamen über einen Spielerberater nach Leer. Bei Lorans al Ezo ist der Fall anders. „Da entstand der Kontakt über unseren niederländischen Spieler Kai Gijsen“, sagt Leers Sportlicher Leiter Erhan Colak. Der aus Syrien stammende al Ezo lebt auch in den Niederlanden und spielte dort die vergangenen Jahre auch Fußball. Er fiel bei den Kreismeisterschaften besonders auf.

Weitere Zugänge im Anflug

Auf der Zugang-Seite wird sich noch mehr tun, das bestätigte auch Erhan Colak. „Wir werden uns noch weiter verstärken.“ Das ist auch nötig, da noch unklar ist, ob und wie viele der vier Spieler aus Sambia nach Leer zurückkehren. Außerdem hat Erik Slacki Germania in der Winterpause Richtung Ostfrieslandligist Fortuna Veenhusen verlassen.

Die sportliche Lage bei Germania ist sehr kritisch, aber nicht hoffnungslos wie vor einem Jahr in der Landesliga, als das damalige Team mit nur vier Punkten aus 30 Spielen in die Bezirksliga abstieg. Die Germanen haben erst acht Punkte aus 15 Spielen gesammelt und liegen auf dem Relegationsplatz. Der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz beträgt nur einen Punkt, der Rückstand zum rettenden Ufer schon fünf. Zudem hat der TV Bunde zwei Spiele weniger absolviert. „Wir wissen ja, wo der Schuh drückt und wo wir ansetzen müssen. Wir haben nicht wie ein Absteiger gespielt“, sagt Trainer Jan-Nicklas Eickels.

Leer schießt einfach zu wenig Tore, traf erst 13-mal. In vielen Spielen war der VfL gleichwertig oder manchmal auch besser. Doch diese Tatsache alleine wird noch nicht zum Klassenerhalt reichen. „Wir wissen, dass wir Tore schießen und punkten müssen“, sagt Eickels. Und wenn es die Germanen doch erwischt? „Dann müssten wir in der Kreisliga einen Neuanfang starten. Aber daran verschwende ich keinen Gedanken.“

Ähnliche Artikel