Berlin  Joggen bei Minusgraden: Ab welcher Temperatur es gefährlich werden kann

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 06.01.2026 15:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf das Joggen wollen Läufer auch im Winter nicht verzichten. Foto: IMAGO/Emmanuele Contini
Auf das Joggen wollen Läufer auch im Winter nicht verzichten. Foto: IMAGO/Emmanuele Contini
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Strahlender Sonnenschein, dazu klare Luft: Der Winter zeigt sich momentan vielerorts von seiner besten Seite. Damit steigt bei Hobbysportlern die Lust auf eine Joggingrunde. Doch ist das bei diesen Wetterbedingungen empfehlenswert?

Besonders während der kalten Wintermonate fällt es vielen schwer, sich ausreichend zu bewegen und Sport zu machen. Bei freundlichem Wetter mit strahlendem Sonnenschein und klarer Luft kann die Motivation jedoch steigen, sich vom Sofa aufzuraffen und eine Runde zu joggen. Doch Vorsicht: Bei niedrigen Temperaturen sollten Hobbysportler einige Dinge beachten.

Grundsätzlich ist ausreichendes Aufwärmen vor dem Joggen wichtig. Die Läufer bereiten damit ihre Muskeln, Sehnen und Gelenke auf die Belastung vor und schützen sich so vor Verletzungen. Bei niedrigen Temperaturen gewinnt das Warm-up laut der Akademie für Sport und Gesundheit noch einmal mehr an Bedeutung.

Experten empfehlen, das Aufwärmprogramm drinnen auszuüben, da nur so sichergestellt werden könne, dass der Läufer ausreichend aufgewärmt ist. Mögliche Übungen sind Kniebeugen, leichte Sprünge oder Dehnübungen.

So mancher Hobbyläufer neigt dazu, beim Joggen seine Geschwindigkeit zu schnell zu erhöhen. Diesen Fehler sollte man gerade bei Minusgraden vermeiden. Vielmehr empfiehlt es sich, das Tempo nach und nach zu steigern, wie der Sportmediziner Markus Knöringer erklärt. „Hohe Intensität ist erst angesagt, wenn man sich richtig warm fühlt“, so der Experte.

Auch die Atmung ist ein wichtiger Faktor für das Joggen im Winter. Die Atemwege des Menschen sind relativ sensibel. Nach Angaben der Akademie für Sport und Gesundheit sollte darauf geachtet werden, dass die Luft erwärmt und befeuchtet wird, bevor sie in die Lunge gerät. Dazu sollten die Läufer durch die Nase einatmen. Möglich ist auch ein Mundschutz, um die Atemwege so wenig wie möglich zu reizen.

Laut Sportexperten ist Bewegung an der frischen Luft gerade im Winter wichtig. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen halten sich die meisten Menschen in der kalten Jahreszeit viel in beheizten und trockenen Räumen auf. Zum anderen stärkt Frischluft das Immunsystem und wirkt sich positiv auf die Atemwegstätigkeit und das Herz-Kreislauf-System aus.

Doch ab einem gewissen Temperaturgrad sollten auch gut trainierte Hobbyläufer lieber auf das Joggen verzichten. Die Akademie für Sport und Gesundheit gibt hier die Marke von unter -15 Grad Celsius an. Demnach seien die Atemwege bei derartigen Werten einer zu krassen Reizung ausgesetzt, die auch mit Nasenatmung und Mundschutz nicht mehr vermindert werden könne.

Kuno Hottenrott, Direktor des Instituts für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, differenziert: „Bei Temperaturen unter -10 Grad sollte ein intensives Lauftraining vermieden werden“, so der Experte gegenüber dem „Spiegel“. „Bei Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius sollten nur noch erfahrene Sportler ein leichtes Lauftraining durchführen.“

Wenn man sich unsicher ist, ob es zum Joggen zu kalt ist, empfiehlt es sich prinzipiell, auf sein eigenes Körpergefühl zu achten. Menschen, die gesundheitlich fit sind und regelmäßig laufen gehen, sind bei niedrigen Temperaturen belastbarer, als Anfänger. Zudem kann ein Gespräch mit dem Hausarzt helfen, bevor man im Winter die Laufschuhe schnürt.

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