Bilanz der Schlichtungsstelle Weniger Konflikte zwischen Verbrauchern und Reiseunternehmen
Annullierte Flüge, verspätete Züge: Auch im vergangenen Jahr gab es zahlreiche Streitfälle zwischen Verbrauchern und Reiseunternehmen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage aber etwas beruhigt.
Fahrgäste und Passagiere haben sich im vergangenen Jahr etwas seltener wegen Streitfällen bei Reisen an die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr gewandt. Fast 42.000 Anträge gingen bei der Stelle ein, wie Geschäftsführerin Sabine Cofalla mitteilte. Das waren etwa 3.600 Fälle weniger als im Rekordjahr 2024.
In fast neun von zehn angezeigten Konflikten habe die Stelle eine Einigung zwischen Reisenden und Reiseunternehmen erreicht. „Dieser Wert unterstreicht einmal mehr, dass Schlichtung für alle Beteiligten effizient ist“, hieß es.
Das vergangene Jahr sei im Vergleich zu 2024 weniger stark von außergewöhnlichen Umständen wie Streiks, Extremwetterlagen oder IT-Ausfällen geprägt gewesen. Auch die Auswirkungen von Personalengpässen und Infrastrukturproblemen seien zurückgegangen. In der Folge habe es weniger Probleme beim Reisen und entsprechend weniger Konflikte mit den zuständigen Unternehmen gegeben.
Fast 83 Prozent der Beschwerden betreffen Flugreisen
Die meisten Beschwerden betrafen den Angaben zufolge auch im vergangenen Jahr Flugreisen. Fast 83 Prozent aller Anträge bezogen sich demnach auf den Passagier-Luftverkehr. Allerdings sei auch hier die absolute Zahl an Beschwerden um etwa 3.000 auf 35.000 zurückgegangen. Wie schon in den Vorjahren seien annullierte Reisen, Flugzeitenänderungen oder Verspätungen die Hauptgründe für Konflikte gewesen.
Knapp 15 Prozent der eingegangenen Anträge bezogen sich der Schlichtungsstelle zufolge auf Reisen mit der Bahn. Die übrigen Verkehrsträger machten nur einen sehr geringen Teil der Anträge aus. Zugausfälle und Verspätungen waren demnach auch hier die häufigsten Anlässe, um sich an die Schlichtungsstelle zu wenden.
Unsicherheit für Reisende im Frühjahr
Für das kommende Jahr rechnet die Stelle mit einem ähnlich hohen Beschwerdeaufkommen wie 2025 - vorausgesetzt, es treten nicht erneut viele außergewöhnliche Umstände auf wie zwei Jahre zuvor. Eine große Unsicherheit erwartet Reisende indes gleich im Frühjahr: In wenigen Tagen startet die neue Tarifrunde zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Bis einschließlich Februar gilt zwar eine Friedenspflicht. Danach könnte die Gewerkschaft aber wieder streiken.
Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr hatte sich 2024 umbenannt. Ihr vorheriger Name lautete Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP). Seit 2010 kümmert sie sich um Probleme bei Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsreisen. Rund 400 Verkehrsunternehmen beteiligen sich an dem Schlichtungsverfahren, das sie selbst finanzieren. Konfliktfälle rund um Bus- und Schiffsreisen machen regelmäßig den geringsten Anteil aller Fälle aus.