Mobil und Glasfaser  Schnelles Internet im Landkreis Leer im Überblick

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 06.01.2026 07:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Immer mehr Haushalte im Kreis Leer werden mit schnellem Internet ausgestattet. Symbolfoto: Pixabay
Immer mehr Haushalte im Kreis Leer werden mit schnellem Internet ausgestattet. Symbolfoto: Pixabay
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Streaming, Zocken, Homeoffice – im Kreis Leer wird das Internet zunehmend schnell. Wer profitiert, und wo es noch hakt, zeigt der Überblick.

Leer - Einen Film streamen, zocken oder auch zuverlässig zu Hause arbeiten – Schnelles Internet ist in vielen Bereichen des Lebens wichtig geworden. Auch für viele Firmen ist eine schnelle Verbindung nicht mehr wegzudenken: 2025 ist der Breitbandausbau im Kreis Leer ein gutes Stück vorangekommen, 2026 werde der staatlich geförderte Glasfaserausbau abgeschlossen werden, teilt der Landkreis mit.

„Mehr als 95 Prozent aller Haushalte und Betriebe werden dann Zugang zu einem gigabitfähigen Internetanschluss haben, wenn sie das wünschen.“ Weil der Glasfaserausbau in einem ländlichen Gebiet nicht überall wirtschaftlich ist, entschied man sich für eine staatlich geförderte Erschließung in schlecht versorgten Teilen des Landkreises, heißt es weiter. Mit mehr als 120 Millionen Euro aus staatlichen und privaten Mitteln sei es die größte Infrastrukturinvestition der vergangenen Jahrzehnte. Ohne die massive Hilfe von Bund und Land wäre dies nicht möglich gewesen. Der Landkreis und seine Kommunen haben die für ihre Verhältnisse große Summe von 16,5 Millionen Euro aufgebracht.

Glasfaserkabel liegen auf einer Baustelle in Leer. Foto: Sina Schuldt/dpa
Glasfaserkabel liegen auf einer Baustelle in Leer. Foto: Sina Schuldt/dpa

Mehrere Phasen für Breitband – Das sind/waren die Schritte

Die Zahlen im Überblick: In Phase 1 (2018/2019) haben rund 10.000 Adresspunkte Zugang zu einem Glasfaseranschluss bekommen. Kostenpunkt rund 41 Millionen Euro: Zwölf Millionen vom Bund, zwei Millionen vom Land, sieben Millionen vom Landkreis und den Kommunen, 20 Millionen vom mit dem Ausbau beauftragten Unternehmen EWE-Tel.

In Phase 2, die 2023 begann, werden weitere 7200 Adresspunkte erschlossen, dafür müssen 82 Millionen Euro bezahlt werden: 37 Millionen kommen vom Bund, 15,5 Millionen vom Land, 9,5 Millionen vom Landkreis und seinen Kommunen, 20 Millionen von EWE-Tel.

Was treiben die privaten Unternehmen?

Das Netz aus den geförderten Anschlüssen und den Netzen anderer Anbieter im Kreis Leer wächst zunehmend zusammen. Deutsche Glasfaser befindet sich beispielsweise in Boekzetelerfehn, Jheringsfehn, Neermoor, Veenhusen und Warsingsfehn und der Stadt Leer gerade in der Bauphase, wie der Internetseite des Unternehmens zu entnehmen ist. Das Netz in Brinkum, Bunde, Nortmoor, Holtland, Ostrhauderfehn, Rhauderfehn, Weener und Westoverledingen sei aktiv. Auch Glasfaser Nordwest (eine Kooperation von Telekom und EWE) ist im Kreis Leer tätig, die Telekom hat auch Anschlüsse bereitgestellt, ebenso Epcan. Gelegentlich kommt es dabei zu Überschneidungen.

Im Kreis Leer geht der Glasfaserausbau voran. Foto: Sina Schuldt/dpa
Im Kreis Leer geht der Glasfaserausbau voran. Foto: Sina Schuldt/dpa

„Im laufenden Jahr hat auch der eigenwirtschaftliche Ausbau durch private Telekommunikationsunternehmen an Fahrt aufgenommen und ergänzt den staatlich geförderten Ausbau zunehmend“, erklärt Andrea Sope, Leiterin des Amtes für Digitalisierung und Wirtschaft. Insgesamt 70.000 Adressen im Kreisgebiet werden damit ab 2026 Zugang zu einem gigabitfähigen Internetanschluss haben.

Mobilfunk – Hilfe bei Suche nach Standorten für Antennenmasten

Neben schnellen Anschlüssen zu Hause, hat man im Kreis Leer 2025 auch ein Auge auf den Mobilfunk geworfen. In einer bundesweiten Messwoche konnten Bürgerinnen und Bürger der Bundesnetzagentur per App Funklöcher melden: „Rund 63 Prozent der Messpunkte wiesen einen Empfang mit 4G auf, 36 Prozent mit 5G. 0,4 Prozent hatten gar keinen Empfang“, teilt der Kreis mit. Als im Kreisgebiet 2023 eine Messung mit Müllfahrzeugen durchgeführt worden war, hatten die Werte noch etwas schlechter ausgesehen.

Bei der Suche nach Standorten für die Sendetürme sei das Amt für Wirtschaftsförderung behilflich gewesen, sagte Sope im Sommer 2025. Sonst habe man keine Handhabe, den Ausbau zu beschleunigen. Der Landkreis biete den Mobilfunkunternehmen auch weiterhin Unterstützung bei der Suche nach Standorten für Antennenmasten an.

Telekom, Vodafone, Telefónica, 1&1 und EWE – Ein Überblick

Im Sommer 2025 hatten wir bei den Anbietern erfragt, wie der Ausbau vorangeht:

Die Deutsche Telekom hat mitgeteilt, dass sie drei neue Standorte für Mobilfunk in Betrieb genommen hatte: Am Emsdeich (Leer) und Nüttermoor sowie Uplengen, Neulandstraße. In den kommenden drei Jahren sollen weitere vier Standorte hinzukommen. Zusätzlich plant die Telekom an 26 Funkmasten Erweiterungen mit LTE oder 5G. Eine Kooperation mit anderen Unternehmen gebe es beispielsweise auf dem Mast in Uplengen, auf dem Vodafone eine Antenne installiert habe.

Der Anbieter o2-Telefónica betreibt im Landkreis Leer rund 40 Mobilfunkstandorte (Stand: Sommer 2025), das Netz werde kontinuierlich ausgebaut.

Unterwegs einen Film schauen: Dafür braucht es ein gutes Netz. Symbolfoto: Pixabay
Unterwegs einen Film schauen: Dafür braucht es ein gutes Netz. Symbolfoto: Pixabay
Vodafone betrieb im Sommer 35 Mobilfunkstationen im Landkreis Leer. In besiedelten Gebieten gebe es praktisch keine Mobilfunk-Funklöcher im Vodafone-Netz, hieß es. Im 5G-Ausbauprogramm des Unternehmens bis Mitte 2026 stünden unter anderem die Mobilfunkstationen Leer (Hafenstraße), Oldersum und Ostrhauderfehn. Außerdem sollen zusätzliche Breitband-Antennen an bestehenden Stationen für mehr Kapazitäten im mobilen Datenverkehr sorgen. Das 5G-Netz von 1&1 befinde sich im Aufbau und wachse weiter Tag für Tag, konkrete Aussagen zum Ausbau im Landkreis Leer machte der Sprecher im Sommer nicht. Die EWE hat kein eigenes Mobilfunknetz, das Unternehmen versorgt jedoch nach Angaben eines Sprechers mit seinen Glasfasertrassen die Mobilfunktürme der Mobilfunkanbieter.

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