Projekt in Bockhorst  Auf 14 Hektar entsteht ein neues Hochmoorgebiet

| | 05.01.2026 16:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dieser rund 14 Hektar großen Fläche bei Bockhorst soll ein neues Hochmoor entstehen. Die Vorbereitungen dafür haben begonnen, Büsche sind entfernt worden. Foto: Gerhard Block.
Auf dieser rund 14 Hektar großen Fläche bei Bockhorst soll ein neues Hochmoor entstehen. Die Vorbereitungen dafür haben begonnen, Büsche sind entfernt worden. Foto: Gerhard Block.
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Die Ramsloher Unternehmer Block wollen in Bockhorst eine 14 Hektar große Moorfläche rekultivieren. Die ersten Arbeiten haben bereits begonnen. Das ist auf dem Areal konkret geplant.

Flachsmeer/Ramsloh/Bockhorst - Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Flachsmeer wollen die Ramsloher Unternehmer Gerhard und Daniel Block in der Nähe der Rehbockstraße in Bockhorst (Landkreis Emsland) ein rund 14 Hektar großes früheres Moorgebiet zu einem Hochmoor rekultivieren. Das teilten die Unternehmer jetzt mit. „Das Projekt erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland, die dem Vorhaben bereits zugestimmt hat“, sagte Gerhard Block. Das Ziel ist es, die trockengelegten Hochmoorflächen zu einer aktiven CO2-Senke zu entwickeln.

Auf dieser Karte von Google Maps haben die Unternehmer die 14 Hektar große Fläche, auf der das Moor saniert werden soll, eingezeichnet. Sie befindet sich in der Nähe von Bockhorst. Karte: Google Maps
Auf dieser Karte von Google Maps haben die Unternehmer die 14 Hektar große Fläche, auf der das Moor saniert werden soll, eingezeichnet. Sie befindet sich in der Nähe von Bockhorst. Karte: Google Maps

Es ist das zweiten Hochmoorgebiet, dass die Ramsloher entwickeln wollen. Denn direkt an der Russenstraße in Flachsmeer in der Gemeinde Westoverledingen entsteht auf einer Fläche von jetzt rund 35.000 Quadratmetern ein neues Hochmoor. Projektstart war dort im Februar 2022. In dem Jahr sind auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern Torfmoose ausgebracht worden. Im Mai 2025 ist das Gebiet um 15.000 Quadratmeter erweitert worden. Im Mai 2025 zogen Gerhard und Daniel Block ein positives Fazit: „Die angelegte Moorfläche hat sich schon sehr gut entwickelt. Es wächst bereits Wollgras. Das ist ein Zeichen für die Entwicklung eines Hochmoores“, führte Gerhard Block aus.

Das Foto aus April 2025 zeigt die Unternehmer Daniel Block (von links) und Gerhard Block, die Karl-Heinz Augustin von der Gruppe Naturschutz Emsland-Nord/Ostfriesland-Süd die Pläne für die Moorerweiterung in Flachsmeer erläutern. Fotos: Carsten Ammermann
Das Foto aus April 2025 zeigt die Unternehmer Daniel Block (von links) und Gerhard Block, die Karl-Heinz Augustin von der Gruppe Naturschutz Emsland-Nord/Ostfriesland-Süd die Pläne für die Moorerweiterung in Flachsmeer erläutern. Fotos: Carsten Ammermann

Zurück zu der neuen Fläche in Bockhorst. Dort haben die ersten Arbeiten begonnen, Büsche und Sträucher wurden entfernt. Das ist in nächster Zeit noch geplant: Der landwirtschaftlich genutzte Oberboden wird entfernt. Dann, so die Unternehmer, wird die Fläche hydrologisch stabilisiert und wiedervernässt. Anschließend werden lebende Torfmoose als Ausgangspflanze auf die Fläche aufgebracht. Geplant ist, dass ab Herbst 2026 die ersten zwei Hektar mit Torfmoos „beimpft“ werden. „Nach etwas drei bis fünf Jahren bildet das Torfmoos eine ausreichend starke Schicht, um das Wasser selbstständig zu halten und so ein funktionsfähiges Hochmoor zu bilden“, so Unternehmer Block.

Mit der CO2-Einsparung Geld verdienen

Wie bereits in Flachsmeer wird das Projekt in Bockhorst von der Gruppe Naturschutz Emsland-Nord/Ostfriesland-Süd begleitet. In dieser Gruppe sind der Naturschutzbund (Nabu), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Biologische Schutzgemeinschaft (Regionalverband Unterems) vertreten. „Neben dem Klimaschutz profitieren auch zahlreiche bedrohte Arten – darunter Kiebitz, Brachvogel und weitere moortypische Tier- und Pflanzenarten – von dem neu entstehenden Lebensraum. Zudem werden die Wasserverhältnisse langfristig stabilisiert und kommen dem Micro-Klima zugute“, führte Gerhard Block aus.

Wenn sich in einigen Jahren das Moor entwickelt hat, dann wird nach Angaben der Unternehmer mit dem Projekt ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. „Pro Jahr und Hektar werden rund 40 Tonnen Kohlendioxid (CO2) im Torf gebunden. Das entspricht 15.000 Liter Dieselkraftstoff, der nicht verbrannt wird“, nannte Gerhard Block ein Beispiel.

Die im Jahr 2022 angelegte Moorfläche an der Russenstraße hat sich laut Projektplaner schon sehr positiv entwickelt. Dort wächst bereits Wollgras. Foto: Carsten Ammermann/Archiv
Die im Jahr 2022 angelegte Moorfläche an der Russenstraße hat sich laut Projektplaner schon sehr positiv entwickelt. Dort wächst bereits Wollgras. Foto: Carsten Ammermann/Archiv

In einigen Jahren wollen Blocks mit der CO2-Einsparung Geld verdienen. Einfach gesagt wollen die Unternehmer unter anderem Firmen und Kommunen das vermiedene CO2 zum Kauf anbieten. Gerhard Block spricht von sogenannten Ökopunkten. Kommunen oder Firmen können dann das neue Hochmoor als Kompensationsflächen angeben. Damit alles rechtlich abgesichert ist, werden die Ökopunkte laut Block im Grundbuch eingetragen. Das ist aber noch Zukunftsmusik, heißt es.

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