Phishing Betrügerische AOK-Mails in Ostfriesland im Umlauf
Kriminelle verschicken gefälschte Rückerstattungs-Mails im Namen der AOK. Die Krankenkasse warnt vor Datendiebstahl und Schadsoftware.
Ostfriesland - Auf den ersten Blick wirkt die E-Mail von der AOK echt: „Ihre Rückerstattung wurde freigegeben“, steht dort. Und weiter: „Ihr Rückerstattungsbetrag: 482,50 €.“
Doch es handelt sich um eine Betrugsmasche: Die Mail kommt nicht von der AOK – im Gegenteil: Die Krankenkasse warnt dringend davor, auf den Button mit der Weiterleitung zum Online-Formular zu klicken.
Gefälschte Rückerstattungen sorgen für Verunsicherung
Solche betrügerischen E-Mails, die vorgeben, von der AOK zu kommen, sind seit Monaten im Umlauf. So hat gerade eine Leserin aus Wiesmoor diese Mail im Posteingang entdeckt. „Diese Erstattung sieht echt aus. Aber da ich nicht bei der AOK versichert bin, war ich gleich skeptisch. Meine Schwiegermutter ist dort versichert, deshalb habe ich bei der Hotline angerufen. Ich wurde vor dem Öffnen der Datei gewarnt. Krankenkassen schreiben bei wichtigen Sachen per Post“, berichtet sie.
Die AOK selbst warnt auf ihrer Internetseite vor dieser und einer Reihe weiterer Betrugsmaschen. Sie dienen dazu, persönliche Daten und Kontonummern abzugreifen, aber teilweise auch, Schadsoftware zu installieren.
Krankenkassen und Verbraucherschützer warnen vor neuen Maschen
„Die Betrugsmethoden ändern sich immer wieder. In der Vergangenheit kam es häufiger vor, dass unsere Versicherten ohne einen für sie nachvollziehbaren Grund dazu aufgefordert wurden, zum Beispiel ihre persönlichen Daten über einen Link zu aktualisieren, einen neuen Tarif zu buchen oder einen Tarifvertrag abzuschließen, die Krankenkassenkarte zu verlängern oder neu zu beantragen, kostenfreie Gesundheitsartikel zu bestellen, sich wegen einer falschen Abbuchung an den Rückerstattungsservice zu wenden, der elektronischen Patientenakte (ePA) zu widersprechen“, so die AOK. Die Krankenkasse betont: „Bitte seien Sie sich gewiss: Grundsätzlich versendet die AOK solche Informationen oder Aufforderungen zu keinem Zeitpunkt per E-Mail.“
Im Phishing-Radar der Verbraucherzentrale wird seit 2. Januar 2026 vor den angeblichen AOK-Mails gewarnt. Die Betrugsmasche ist den Verbraucherschützern zufolge besonders perfide, denn die Kriminellen kombinieren einen offiziell wirkenden Ton mit zentral platzierten Links und einem übermäßig formellen Aufbau. „Durch die eindeutig gesetzte Frist von 14 Tagen und den Hinweis auf einen möglichen Verlust des Zugriffs wird Empfänger:innen nahegelegt, umgehend zu handeln“, die Experten der Verbraucherzentrale.
So erkennen Sie betrügerische E-Mails
Anzeichen für Phishing sind die unseriöse Absenderadresse – in diesem Fall eine Mailadresse aus Dänemark – unpersönliche Anrede, Link in der Mail, Fristsetzung sowie ein übermäßig offizieller Aufbau mit Transaktionsnummern und Behördenbezeichnungen. Die Verbraucherschützer empfehlen, solche Nachrichten unbeantwortet zu lassen, in den Spam-Ordner zu verschieben und keinerlei Aufforderungen nachzugehen. Wer bei der AOK versichert ist, sollte ausschließlich die offizielle Website oder die Original-App der Krankenkasse aufrufen, um zu prüfen, ob dort tatsächlich Hinweise auf Rückerstattungen vorliegen.
Solche betrügerischen E-Mails gibt es übrigens auch mit den Logos anderer Krankenkassen, hat die Wiesmoorerin bei ihrem Anruf bei der AOK erfahren. „Ich finde es wichtig, davor zu warnen“, sagt sie.