Hamburg Das ändert sich für Arbeitnehmer 2026
Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und für Arbeitnehmer stehen einige Veränderungen an. Wo Angestellte 2026 mehr bekommen – und wo sie mehr zahlen müssen.
Zum Jahreswechsel 2025/2026 wird es einige neue Gesetze und Verordnungen geben, die Arbeitnehmer betreffen. Von Pendlerpauschalen und Rente über Versicherungsbeiträge und Einkommensteuer: Das ändert sich für Arbeitnehmer 2026.
Der Einkommensteuer-Grundfreibetrag steigt 2026 von bislang 12.096 Euro auf 12.348 Euro pro Person. Bei einer Zusammenveranlagung gelten bei Ehepartnern oder Lebenspartnern jeweils die doppelten Beträge. Ein Ehepaar kommt somit auf einen Freibetrag von 24.696 Euro.
Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen erhalten ab Jahresbeginn 2026 einen höheren gesetzlichen Mindestlohn. Von derzeit 12,82 Euro ist eine Erhöhung auf 13,90 Euro beschlossen. Bereits 2027 soll der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigen.
Ab dem 1. Januar 2026 wird die Pendlerpauschale in Deutschland vereinfacht: Für jeden Kilometer gibt es nun einheitlich 38 Cent – das gilt bereits ab Kilometer eins. Die bisherige Staffelung mit 30 Cent bis 20 Kilometern entfällt.
Besonders Pendler mit kurzen Wegen können davon profitieren. In der Steuererklärung wird weiterhin der einfache Weg von der Wohnung zur ersten Arbeitsstätte angesetzt. Die Rückfahrt wird nicht vergütet.
Auch für viele Pendler, die mit dem Zug unterwegs sind, wird sich etwas ändern. Das Deutschlandticket, bei vielen als Jobticket genutzt, wird zum Januar 2026 teurer. Künftig müssen Fahrgäste 63 Euro im Monat für das Ticket zahlen. Bei vielen Arbeitnehmern dürfte damit auch der Eigenanteil am Jobticket steigen.
Ab Januar 2026 müssen Fahrgäste fürs Deutschlandticket tiefer in die Tasche greifen: Das Abo, das als 49-Euro-Ticket gestartet war, steigt von 58 auf 63 Euro. Hintergrund sind höhere Betriebskosten im Nahverkehr und die wachsende finanzielle Belastung der Länder.
Wer kurz vor dem Renteneintritt steht, hat auch 2026 einige Neuerungen zu beachten. Ab Januar 2026 soll ein Rentner bis zu 2000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen können. Die sogenannte Aktivrente greift, ohne dass die gesetzliche Rente gekürzt wird. Die Regelung gilt zudem unabhängig davon, ob die Rente bereits läuft oder der Renteneintritt verschoben wurde. Außerdem sollen die Renten um voraussichtlich etwa 3,7 Prozent steigen.
Auch in Sachen Transparenz soll sich 2026 für Arbeitgeber einiges ändern. Deutschland ist verpflichtet, die Entgeldtransparenzrichtlinie der EU umzusetzen. Der Gesetzgebungsprozess läuft derzeit. Die Richtlinie sieht für Beschäftigte mehr Auskunftsrechte über die Gehaltsstrukturen des Arbeitgebers vor.
So sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, bereits im Bewerbungsprozess das Einstiegsgehalt oder eine Gehaltsspanne nennen. Auch geschlechterspezifische Gehaltsunterschiede müssten dann von Firmen identifiziert und nach Möglichkeit behoben werden
Zwei der größten Versicherer Deutschlands haben bereits angekündigt, die Beiträge für das Jahr 2026 zu erhöhen. Die Techniker Krankenkasse (TK) teilte mit, dass ihr Zusatzbeitrag zum 1. Januar 2026 von 2,45 Prozent auf 2,69 Prozent steigen wird. Betroffen sind davon etwa 12,3 Millionen Deutsche.
Auch die DAK-Gesundheit als drittgrößter Versicherer Deutschlands wird die Beiträge anheben. Die 5,4 Millionen Versicherten sollen ab dann 3,2 Prozent anstatt der bisherigen 2,8 Prozent zahlen. Als Grund für die Anhebungen nannten die Versicherer vor allem fehlende staatliche Maßnahmen: „Das kleine Sparpaket der Bundesregierung reicht nicht aus, um das Versprechen stabiler Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung halten zu können“, so DAK-Vorstandschef Andreas Storm gegenüber dem ZDF.