Osnabrück  Neues Leben im Gewölbe: Warum die Johanniter und der OSC jetzt den Ratskeller betreiben

Noah Schnarre
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Von Noah Schnarre
| 19.12.2025 11:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Johanniter und der OSC betreiben aktuell den Ratskeller, damit er während des Weihnachtsmarkts nicht leer steht. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute. Davon erzählen Kai Müller, Katja Könker und Anna Schmidt von den Johannitern (dritte und vierte von links) und Nadine Cooper vom OSC. Foto: Noah Schnarre
Die Johanniter und der OSC betreiben aktuell den Ratskeller, damit er während des Weihnachtsmarkts nicht leer steht. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute. Davon erzählen Kai Müller, Katja Könker und Anna Schmidt von den Johannitern (dritte und vierte von links) und Nadine Cooper vom OSC. Foto: Noah Schnarre
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Seit September 2025 ist der Ratskeller in Osnabrück geschlossen, aktuell sucht die Stadt einen neuen Pächter. Zum Osnabrücker Weihnachtsmarkt steht das Gewölbe unter dem Rathaus aber nicht leer. Statt Bier gibt es hier für vier Wochen Glühwein zu trinken – und das für einen guten Zweck.

„Zehn Bier und zehn Schnitzel bitte.“ Diesen Satz hat Anna Schmidt von den Johannitern in den letzten Tagen häufiger gehört. Nicht zu Unrecht – eigentlich. Bier und Schnitzel gab es im Ratskeller in Osnabrück schließlich seit Jahrzehnten. Aktuell aber nicht mehr. Seit September 2025 steht das Gewölbe unter dem Osnabrücker Rathaus leer. Seitdem sucht die Stadt einen neuen Pächter für das historische Gemäuer in bester Altstadtlage.

Dazu führt die Stadt ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren durch. Wie lange die Suche nach einem geeigneten Gastronomen dauert, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen.

Damit der Ratskeller während des Osnabrücker Weihnachtsmarkts nicht leer steht, sollte das Gewölbe auf Initiative von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter und dem Stadtmarketing kurzfristig wiederbelebt werden. Der Wunsch und die Bedingung: Die Nutzung soll einem gemeinnützigen Zweck zugutekommen.

Diesen guten Zweck hat die Marketing-Osnabrück in den Johannitern und dem Osnabrücker Sportclub (OSC) gefunden. Deshalb zurück zu Anna Schmidt und dem bestellten Bier: „Solche Bestellungen kommen beinahe stündlich vor, auch wenn wir gar kein Bier auf der Karte haben“, sagt die Rettungssanitäterin schmunzelnd. Es gelte, was auch für die Buden auf dem Weihnachtsmarkt Vorschrift ist: „Der Verkauf von Bier ist nicht gestattet“, heißt es in der Satzung der Stadt über Märkte und Volksfeste.

„Gut angenommen wird unser Angebot trotzdem“, sagt Kai Müller, Dienststellenleiter der Osnabrücker Johanniter. Es sei das erste Mal, dass sich der Ortsverband am historischen Weihnachtsmarkt beteiligt. „Gastronomie ist für uns Neuland. Deshalb bin ich froh, dass wir mit dem OSC einen Partner mit Erfahrung an der Seite haben.“

Unter dem Motto „2 Vereine für Osnabrück“ bieten die Johanniter und der OSC in der Woche ab 16 Uhr, am Wochenende ab 12 Uhr, warme Getränke und Zwiebelkuchen an. Ehrenamtlich, wie Müller sagt. Die Menschen hinter der Theke arbeiten sonst in den verschiedenen Abteilungen des Ortsverbands.

„Dahin fließt auch der Erlös. Den einzelnen Abteilungen steht dann Geld außerhalb der regulären Töpfe zur Verfügung, das für Teambuilding oder weiteres Equipment eingesetzt werden kann“, erläutert Müller.

Von ihren Gästen erfahren die Johanniter aber vor allem eins: Wertschätzung. „Die Menschen nehmen unsere Arbeit wahr und spiegeln uns das hier zurück“, sagt Müller. Auch deshalb sei es nicht auszuschließen, dass sich die Johanniter auch im nächsten Jahr auf dem Weihnachtsmarkt einbringen.

Im Ratskeller wird dann vermutlich schon ein neuer Pächter gefunden sein und wieder Bier aus dem Zapfhahn fließen. „An einem alternativen Standort sind wir aber durchaus interessiert“, sagt Müller. Auch wenn er das gemütliche Ambiente im historischen Gewölbe direkt unter dem Rathaus sehr schätzt.

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