Osnabrück  Aktion auf Rastplätzen: KAB weist auf die schwierige Situation der Lkw-Fahrer hin

Marcus Alwes
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Von Marcus Alwes
| 11.12.2025 10:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mitglieder der KAB aus Hollage verteilten Weihnachtstüten als Dankeschön an Fernfahrer auf einem Autohof an der A1 bei Osnabrück. Foto: Steve Weber
Mitglieder der KAB aus Hollage verteilten Weihnachtstüten als Dankeschön an Fernfahrer auf einem Autohof an der A1 bei Osnabrück. Foto: Steve Weber
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Wertschätzung für die schwierige Arbeit von „Brummifahrern“: Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) war und ist im Advent in der Region Osnabrück unterwegs und dankt an Rastanlagen den Lkw-Fahrern aus vielen Ländern. Was es mit der Aktion „Nikolaus im Fahrerhaus“ auf sich hat.

Deutschland, Serbien, Polen, Rumänien, Niederlande, Finnland oder auch Slowenien. Die Kennzeichen der rund 40 Lastkraftwagen, die an diesem Dezembermorgen auf dem großen Autohof an der A1 stehen, sind sehr unterschiedlich. Das Wetter ist eher grau und trüb.

„Unser Job ist nicht der einfachste“, sagt einer der Lkw-Fahrer, der aus seinem Transporter ausgestiegen ist. „Einen guten Park- und Rastplatz zu finden, gelingt nicht immer“. Der Mann trägt einen dunkelblauen Pullover, stammt aus Osteuropa und ist groß gewachsen. Der Hüne, der seinen Namen nicht nennen möchte und – geschätzt – keine 50 Jahre alt ist, spricht einige Worte Deutsch sowie fließend Englisch.

„Viele Menschen wollen nicht mehr Fahrer werden“, schildert er. Des Öfteren gebe es kein ausreichendes Licht oder saubere Toiletten auf den Rastplätzen. Die Duschen auf manchen Anlagen funktionieren nicht, Einkaufsmöglichkeiten seien häufig zu weit weg. Ebenso das Zuhause und die Familie. Generell laste „ein großer Druck auf den Fahrern“ in den Lastkraftwagen. Vieles müsse schnell gehen und sehr schnell transportiert werden.

Zeit zum Luftholen gibt es offenbar nur selten. Der Mann sitzt nach eigenen Aussagen seit inzwischen 20 Jahren regelmäßig „auf dem Bock“. Und doch kommt in diesem Moment bei ihm vorweihnachtliche Freude auf. Er lächelt. Er bedankt sich ausdrücklich dafür, dass er Respekt erfährt. Die Vertreter der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) haben ihm gerade eine kleine Aufmerksamkeit überreicht – eine Weihnachtstüte mit Süßem, einem kleinem Geschenk und einer Dankeschön-Karte in mehreren Sprachen.

Überall in der Region Osnabrück-Emsland, im Südoldenburgischen oder auch im Raum Münster waren und sind KAB-Mitglieder ehrenamtlich im Advent unterwegs, um auf die schwierige Situation der Lkw-Fahrer aufmerksam zu machen. „Nikolaus im Fahrerhaus“ nennen die Männer und Frauen aller Altersgruppen ihre Aktion. „Wir bedanken uns und zeigen unsere Wertschätzung“, erläutert Franz-Josef Strunk von der KAB aus Hollage. Seine sieben Mitstreiter, die ihn an der Autobahn 1 begleiten und unterstützen, nicken.

In einer schriftlichen Erklärung der Arbeitnehmerorganisation heißt es ferner, die Fahrer seien „oft viele Wochen und Monate quer durch Europa unterwegs“, bekämen aber nur wenig Anerkennung. Der Termindruck sei hoch, die Bezahlung oft schlecht. „Sie verbringen Wochenenden auf Autobahnparkplätzen, in ihren Fahrerhäusern.“

Es sei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung ein wichtiges Anliegen, öffentlich auf die Situation an Deutschlands Autobahnen sowie Bundes- und Landesstraßen hinzuweisen. Die KAB fordert die Politik auf, „die Arbeitsbedingungen der ,Brummifahrer‘ zu verbessern“. In einem Positionspapier unter der Überschrift „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – auf der gleichen Autobahn“ hat der kirchliche Verband seine Forderungen zusammengefasst und im Internet zum Nachlesen eingestellt.

Angelika Kampsen ist unterdessen auf dem Autohof an der A1 bei Osnabrück weiter von Fahrerhäuschen zu Fahrerhäuschen unterwegs und verteilt die Weihnachtstüten. Später wird sie in einer WhatsApp-Gruppe der KAB berichten: „Wir haben auch erlebt, dass der eine oder andere Lkw-Fahrer sofort ein Foto nach Hause geschickt oder telefoniert hat. Wir haben Freude bereitet.“

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