Weihnachtsshopping Schöne Bescherung? Fakeshops – daran erkennt man sie
Mal schnell Weihnachtsgeschenke online shoppen: Auch im Internet gibt es Diebe. Worauf man achten muss, um nicht übers Ohr gehauen zu werden.
Ostfriesland - Geschenke machen und Geschenke bekommen – das dürfte in den letzten Wochen bis Heiligabend noch für eine Menge Shopping sorgen. Wer aufs digitale Geschenkekaufen setzt, sollte vor Weihnachten besonders vorsichtig sein: Gerade jetzt versuchen Hacker mit Fakeshops, unseriösen Lockangeboten und Phishing-Mails unbedarfte Onlineshopper um Daten und Geld zu bringen.
Betrug beim Onlineshopping liegt in Sachen Cyberkriminalität weit vorn: 22 Prozent der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher waren bereits betroffen. Das geht aus dem Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025 der Cyberbehörde BSI - Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik - hervor. Betrug beim Onlineshopping liegt demnach noch vor Phishing (12 Prozent), Betrug beim Onlinebanking (11 Prozent) und Identitätsdiebstahl (10 Prozent).
Fakeshops – daran kann man sie erkennen
Ein großes Problem sind gefälschte Onlineshops: Solche Fakeshops locken meist mit überraschend günstiger Ware, bezahlt werden soll per Vorkasse. Die schöne Bescherung kommt am Ende: Meistens ist das Geld futsch, denn die Ware kommt nie an oder sie ist beschädigt oder entspricht nicht den Vorstellungen.
Wer nicht in die Fakeshop-Falle laufen will, sollte vor dem Klick auf den Kauf-Button kritisch auf das Unternehmen hinter dem Onlineshop, auf die Zahlungsmethoden und die seriös wirkenden Nutzerrezensionen schauen, raten die Experten des BSI.
7 Tipps für’s Weihnachts-Shopping: Daran erkennt ihr sichere Onlineshops
Nehmt euch Zeit beim digitalen Geschenkekauf. Die Cyberbehörde Deutschlands, das Bundesamt für Sicherheit in der Informastionstechnik (BSI), hat sieben Tipps zusammengestellt, wie ihr Fakeshops entlarven könnt. Auf diese Dinge solltet ihr achten:
Perfide: Gefälschte Marken-Shops
Perfide sind Fakeshops, deren URL sich auf eine bekannte Marke bezieht. Sie suggerieren Vertrauenswürdigkeit, dabei haben die Cyberkriminellen nur eines im Sinn: Die Nutzer mit Hilfe des Namens einer etablierten Marke abzuzocken. Laut BSI ist diese Betrugsmasche auf dem Vormarsch. Ahnungslose Kunden werden zum Beispiel durch Links in E‑Mails oder in Social‑Media‑Posts auf die Fake-Webseite gelockt. Suggeriert wird ein attraktives und sehr günstiges, dabei zeitlich und mengenmäßig stark begrenztes Angebot. Mit den Posts wird häufig Druck aufgebaut, damit die Nutzer schnell handeln. „Das Klicken auf einen Link zu gefälschten Shop‑Webseiten sowie die anschließende Eingabe von persönlichen Informationen führen dann oft zum Schadensfall“, so das BSI.
Zu erkennen sind solche Fake-Markenshops oft, aber nicht immer, an Rechtschreibfehlern in den Beschreibungen, einheitlichen und sehr günstigen Preisen für alle Waren, am fehlenden Impressum und eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten per E-Mail oder Telefonnummern im Ausland. „Zusätzlich können Sie sich mithilfe von Kundenbeurteilungen oder in Foren meist ein gutes Bild von einem Anbieter machen. Entsprechende Erfahrungen können Sie in Bewertungsportalen finden oder über eine Suchmaschine recherchieren“, raten die BSI-Cyberexperten.
Achtung: Gütesiegel kann man ebenfalls fälschen
Ein beliebtes Mittel von Online-Händlern, um ihre Seriosität zu unterstreichen, sind Gütesiegel. Und auch die kann man natürlich betrügerisch fälschen, um Fakeshops vertrauenswürdig erscheinen zu lassen. Zudem gilt: „Beachten Sie in jedem Fall, dass die Gütesiegel-Anbieter nur die Shops und Bestellprozesse prüfen. Ein Gütesiegel kann Sie zum Beispiel nicht vor Phishing schützen“, betont das BSI.
Ganz wichtig beim Onlineshopping: Sich Zeit lassen mit dem Klick auf den Jetzt-kaufen-Button. Der Button soll den Kaufvorgang so schnell und unkompliziert wie möglich gestalten. Er kann aber auch dazu genutzt werden, um den ahnungslosen Kunden richtig schnell und unkompliziert abzuzocken - etwa indem er Daten in die Hände Dritter weitergibt oder indem er eine Schadsoftware überträgt.
Onlineshopping: verschlüsselte Datenübertragung?
Und noch etwas raten die Cybersicherheitsexperten: „Unabhängig vom Onlineshop und der gewünschten Zahlungsmethode - achten Sie immer darauf, dass alle Daten verschlüsselt werden, die Sie an einen Onlineshop übermitteln.“ Zu erkennen ist das an Meldungen wie „Sie haben ein geschütztes Dokument angefordert...“ oder „Sie sind im Begriff, sich Seiten über eine sichere Verbindung anzeigen zu lassen...“. Außerdem steht bei einer verschlüsselten Datenverbindung ein „s“ hinter den Buchstaben „http“ in der Adresszeile des Browsers.
Ein weiterer Hinweis auf die Verschlüsselung: Bei vielen Browsern erscheint im unteren Bereich oder in der Adresszeile ein kleines, geschlossenes Vorhängeschloss. Aber Achtung: Auch Fakeshops nutzen immer öfter eine sichere Verbindung. Vorsicht ist geboten bei auffälligen Adressen, dazu gehören solche mit Domain-Endungen wie „.de.com“.
Das Cookie zum Abschluss - oder: Welche Daten speichert der Shop?
Wer online einkauft, muss dem Online-Händler neben Kreditkarten- oder Bankdaten auch persönliche Daten zur Verfügung stellen. Die Cybersicherheits-Experten des BSI empfehlen: "Achten Sie darauf, dass Sie alle Angaben auf die absolut notwendigen Daten beschränken. Füllen Sie deshalb nur die Pflichtfelder aus." Ein vertrauenswürdiger Shop-Anbieter wird am Ende des Bestellprozesses fragen, was mit den Daten geschehen soll - so kann der Weitergabe der Daten widersprochen werden. Eine Zusendung von Newslettern oder werblichen Postsendungen muss ausdrücklich bestätigt werden. Nicht zu verhindern ist dabei, dass der Shop-Anbieter die Bestellungen speichert und ein Nutzerprofil anlegt. Zusätzlich werden bei manchen Anbietern diese Daten mit Cookies kombiniert, die Aussagen über das Surfverhalten zulassen. "So ist es möglich, dass Sie nach dem Kauf eines bestimmten Produktes bei der erneuten Anmeldung im Webshop eine Produktempfehlung oder ein Angebot erhalten, das thematisch zu Ihrer vorherigen Bestellung oder zu Ihrem, vom Anbieter erfassten, Surfverhalten passt", erläutert das BSI. Wer das verhindern möchte, muss regelmäßig Cookies löschen.
Auf den Fakeshop hereingefallen - und nun?
Und wenn es dann doch passiert ist und man auf einen Fakeshop hereingefallen ist? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt folgende Maßnahmen:
- Heben Sie die Mails gut auf, in denen Sie den Anbieter auffordern, die Ware zu liefern oder eine Rücksendeadresse mitzuteilen.
- Stellen Sie Strafanzeige. Das ist auch online möglich: www.bka.de/DE/KontaktAufnehmen/Strafanzeige/strafanzeige.html
- Kontaktieren Sie Ihre Bank, das Kreditinstitut oder den Zahlungsdienstleister und bitten Sie um Rückerstattung.
Das BSI hat für solche Fälle eine SOS-Karte zum Herunterladen und Ausdrucken: Sie hilft Betroffenen, die richtigen Schritte zu unternehmen, und zeigt weitere Schutzmaßnahmen gegen Kriminalität beim Onlineshopping.
Besser ist, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Die Verbraucherzentralen bieten dazu einen Fakeshop-Finder an und veröffentlichen laufend Warnungen: www.verbraucherzentrale.de