Investition  Darum stehen in Nortmoor neue Hightech-Lampen

Lars Löschen
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Von Lars Löschen
| 08.12.2025 10:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Beim Gulfhof Café in Nortmoor wurde einer der ersten LED-Solarleuchten aufgestellt. Foto: Lars Löschen
Beim Gulfhof Café in Nortmoor wurde einer der ersten LED-Solarleuchten aufgestellt. Foto: Lars Löschen
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In Nortmoor werden gerade neue Straßenlaternen aufgestellt. Besonders ein Ärgernis soll damit der Vergangenheit angehören. Das steckt dahinter.

Nortmoor/Leer - „Im Moment kommen wir gut voran“, sagt Jens Polle. „Zwei Laternen schaffen wir am Tag.“ An der Dorfstraße in Nortmoor ist seine Elektrotechnikfirma aktuell zugange. Sie ist dabei, die alten Straßenlaternen zu demontieren und neue intelligente LED-Solarleuchten aufzustellen. 92 sind es an der Zahl – „etwa die Hälfte haben wir jetzt“, sagt Polle. Wenn das Wetter mitspielt, soll im Februar alles fertig sein.

Von den 92 LED-Solarleuchten sind nun etwa die Hälfte schon aufgestellt. Foto: BLE-Konzepte
Von den 92 LED-Solarleuchten sind nun etwa die Hälfte schon aufgestellt. Foto: BLE-Konzepte

Die alten Straßenlaternen in Nortmoor waren schon einige Jahre ein Ärgernis – und ein Geldfresser dazu. Zwischen 15.000 und 25.000 Euro musste die Gemeinde jährlich für deren Instandhaltung zahlen, sagt Bürgermeister Udo Dänekas. „Drei- bis viermal in der Woche hat jemand bei mir angerufen, weil wieder eine Lampe kaputt ist. Das war nervig“, so Dänekas.

Warum hat Nortmoor sich für die Lampen entschieden?

Damit soll nun Schluss sein. Denn die neuen LED-Solarleuchten sollen nicht nur Stromkosten einsparen – das sind im Jahr rund 6900 Euro für die Gemeinde Nortmoor. Sie funktionieren komplett autark und haben einen Akku. Das sei einer der Gründe gewesen, warum man sich in Nortmoor für eben diese Lampen entschieden hat. Denn besonders das Erdkabel, das unter dem Rad- und Fußweg an der Dorfstraße verlegt wurde und die alten Laternen mit Strom versorgt hat, müsste eigentlich komplett ersetzt werden. „Dann hätten wir aber auch den kompletten Radweg aufreißen müssen“, sagt Ingo Böger. Sein Büro hat das Projekt geplant.

Rund 550.000 Euro soll das Aufstellen der 92 LED-Solarleuchten der Gemeinde Nortmoor kosten, so Udo Dänekas. Von den Lampen verspricht sich der Bürgermeister nicht nur weniger Störungsmeldungen, sondern auch eine Investition in die Zukunft. Zum einen sei da die CO2-Einsparung. Aber auch wenn überall durch einen Stromausfall die Lampen ausgehen, „haben wir in Nortmoor durch die Akkus noch Licht“.

Was können die neuen Lampen?

Zunächst sollen die neuen Lampen mit einer Stärke von zehn Prozent leuchten – die ganze Nacht, sagt Ingo Böger. Wenn aber ein Fußgänger oder ein Radfahrer sich unter den Lampen bewegt, springen sie auf 100 Prozent. Gleichzeitig gibt die Lampe den Hinweis an die nächste in Fahrt- oder Laufrichtung, dass sie sich langsam hochdimmen muss. „Laufendes Licht“, nennt Böger diese Technologie. „Es ist immer nur da Licht, wo es gerade gebraucht wird.“

Die Leuchten dimmen sich eigenständig hoch und runter, sobald sie einen Fußgänger oder Fahrradfahrer erkennen. Foto: Lars Löschen
Die Leuchten dimmen sich eigenständig hoch und runter, sobald sie einen Fußgänger oder Fahrradfahrer erkennen. Foto: Lars Löschen

Das trage dann auch zur Sicherheit bei, betont Udo Dänekas. Potenzielle Täter könnten sich nicht so leicht an Opfer anschleichen. In Zukunft sollen die Laternen aber auch gezielt gesteuert werden. Beispiel: Wenn an der Grundschule Nortmoor mehr Licht in der Nacht gebraucht wird, dann ist das technisch möglich, sagt Ingo Böger. Und auch wenn mal eine Lampe kaputt geht, dann soll es künftig leichter sein, diese ausfindig zu machen. Da ist bei dem alten Kabelsystem mitunter sehr schwierig gewesen, berichtet Udo Dänekas.

Ist das auch was für die Stadt Leer?

Die intelligenten LED-Solarleuchten sind nicht nur etwas für kleine Gemeinden, sondern auch für größere Städte, sagt Projektplaner Ingo Böger. Diese Redaktion hat bei der Stadt Leer nachgefragt. Dort heißt es: „Wir sind aktuell im Austausch mit LED-Solarleuchten-Anbietern und informieren uns umfangreich über das Thema.“ Aktuell werde geprüft, wo eine solche Investition wirtschaftlich und technisch umsetzbar ist.

Falls das Ergebnis positiv ausfällt, würde die Stadt Leer einen Platz oder einen Straßenzug auswählen, bei dem die Installation einer konventionellen Beleuchtung nur schwer möglich ist. Dort soll das Projekt getestet werden. Wo genau das passieren könnte, wird nicht gesagt. Allerdings heißt es aus Leer: „Dort, wo eine ausreichende Beleuchtung vorhanden ist und ein Beleuchtungskabel verlegt wurde, ist eine Solarleuchte nicht wirtschaftlich.“

In Leer stelle man die Straßenbeleuchtung immer mehr auf LED-Technik um. Dadurch soll Strom gespart werden. 320.000 Euro werden derzeit durchschnittlich im Jahr für Straßenbeleuchtung ausgegeben, heißt es. Und weiter: „Für 2026 ist vorgesehen, den Tausch von mehr als 300 Leuchtköpfen vorzunehmen.“

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