Osnabrück Zurück ins Osnabrücker Land: CDU kürt Thomas Spieker zum Landratskandidaten
Die CDU im Landkreis Osnabrück hat im Veranstaltungszentrum in Ostercappeln-Schwagstorf ihren Bewerber für das Amt des Landrats gekürt. Einziger Kandidat war Thomas Spieker. Wie viele Stimmen hat er erhalten?
Am 13. September 2026 finden die nächsten Kommunalwahlen in Niedersachsen statt. Die Wähler im Landkreis Osnabrück entscheiden an diesem Tag auch darüber, wer Landrat wird. Die CDU im Landkreis hat nun in Ostercappeln-Schwagstorf ihren Bewerber per Urwahl gekürt. Thomas Spieker, der der einzige Kandidat war, erhielt 97,3 Prozent der Stimmen.
188 Stimmzettel wurden abgegeben. Für Spieker, der in Georgsmarienhütte aufgewachsen ist, votierten 181 Parteimitglieder. Es gab fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Also ein sehr klares Votum.
Entsprechend groß waren Freude und Jubel im Veranstaltungszentrum Schwagstorf, als der auf dem Kreisparteitag wieder gewählte Kreisvorsitzende Christian Calderone aus Quakenbrück das Ergebnis bekanntgab. Eine Kandidatenfindungskommission – Mitglieder waren neben Calderone die Kommunalpolitiker André Berghegger (Melle), Marcus Unger (Bohmte) und Johannes Eichholz (Bad Laer) – hatte Spieker vorgeschlagen.
Aber, wer ist Mann, der gegen die amtierende Landrätin Anna Kebschull antreten wird?
Spieker, Jahrgang 1969, stammt aus Georgsmarienhütte. Mit seiner Ehefrau Joanna hat er vier Kinder und seit Kurzem ein Enkelkind. Nach dem Abitur in Osnabrück, Bundeswehrdienst und einem Studium in Bonn hat ihn sein beruflicher Weg vom Rheinland über Berlin nach Hannover geführt. Er war Geschäftsführer der Landesgruppe Niedersachsen/Bremen der CDU-Bundestagsfraktion, später im Niedersächsischen Landtag zunächst Büroleiter und dann Pressesprecher des späteren Ministerpräsidenten David McAllister.
Seit rund 20 Jahren ist Spieker als Ministerialrat im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung beschäftigt. „Das waren lehrreiche Jahre, in denen ich viel über Verwaltung, Politik, Kommunikation und Transparenz, vor allem aber über die Sorgen und Nöte der Menschen gelernt habe“, so der Kandidat in seiner Bewerbungsrede. Er wolle nun ins Osnabrücker Land zurückkehren, um Verantwortung für seine Heimat zu übernehmen.
Christian Calderones Bestandsaufnahme: „Der Landkreis Osnabrück bleibt seit Amtsantritt von Anna Kebschull 2019 unter seinen Möglichkeiten. Es fehlt die Lust an der Gestaltung.“ Das solle sich mit einem Landrat Thomas Spieker ändern.
Der Kandidat sieht Handlungsbedarf auf einer ganzen Reihe von Feldern. Thema Gesundheit: „Ich stehe für den Erhalt unserer Krankenhausstrukturen, wo immer es möglich ist.“ Der Landkreis müsse sich hier viel stärker als bislang einbringen. Immerhin steige der Landkreis jetzt in die Mitfinanzierung im regionalen Gesundheitszentrum in Ankum ein. „Damit übernimmt der Kreis endlich auch selbst Verantwortung in der Gesundheitsversorgung und bekommt Einfluss auf die Krankenhausplanung des Landes.“
Der Kreis könne auch mehr für die älteren Bürger tun. „Sie möchten so lange wie möglich selbstständig in ihrem vertrauten Umfeld leben.“ Damit das gelinge, brauche es eine gute Beratung mit funktionierenden Netzwerken von Ehrenamtlichen und mit einer Verwaltung, die nicht als Hürde, sondern als Helfer wahrgenommen werde.
Spieker will sich auch für Wirtschaft und Landwirtschaft in der Region einsetzen. „Wir müssen endlich aufhören, denjenigen, die Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen, ständig neue Steine in den Weg zu legen. Weniger Bürokratie ist mehr Zukunft.“ Er gab ein klares Bekenntnis zum Lückenschluss A33-Nord und zum Flughafen Münster/Osnabrück ab.
2026 wird die amtierende Landrätin Anna Kebschull erneut antreten, und zwar als „parteiübergreifende Einzelbewerberin“ – und nicht mehr allein für die Grünen.
Die AfD hat mit Jörg Dilge ebenfalls einen Kandidaten nominiert. Weitere Bewerber gibt es derzeit nicht.
Die Frist, um Wahlvorschläge einzureichen, endet allerdings erst im Juli 2026. Die Amtszeit von Bürgermeistern und Landräten wurde übrigens nach einer Änderung des Wahlgesetzes Anfang des Jahres von fünf auf acht Jahre verlängert. Der nächste Landrat beziehungsweise die nächste Landrätin wird folglich von 2026 bis 2034 im Amt sein.