Osnabrück  Osnabrücker gewinnt Deutschen Rock- und Pop-Preis gleich zwei Mal

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 07.12.2025 14:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Gitarrist und Sänger Hans-Ulrich Schmidt aus Osnabrück hat mit seinem Projekt Gentlemusik beim Deutschen Rock- und Pop-Preis abgeräumt. Foto: Thomas Wübker
Der Gitarrist und Sänger Hans-Ulrich Schmidt aus Osnabrück hat mit seinem Projekt Gentlemusik beim Deutschen Rock- und Pop-Preis abgeräumt. Foto: Thomas Wübker
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Der Osnabrücker Hans-Ulrich Schmidt hat mit seinem Projekt Gentlemusik gleich zwei Mal beim Deutschen Rock- und Pop-Preis gewonnen. Unter Musikern ist dieser Wettbewerb nicht unumstritten.

Schon 2022 hat Hans-Ulrich Schmidt unter dem Projektnamen Gentlemusik eine CD mit dem Titel „Rock’n, Roll Luna“ beim Osnabrücker Label Timezone Records veröffentlicht. Sie ist seinen Worten zufolge ein Herzensprojekt, auf dessen Realisierung er lange hingearbeitet hat. Auf dem Album ist auch ein Stück, das den Titel „Osnabrück“ trägt. Doch dazu später mehr.

Musik macht der gebürtige Bad Bentheimer seit seiner Schulzeit. Der Gitarrist und Sänger hat seine Passion nie aufgegeben, obwohl er seine Brötchen nicht als Musiker, sondern im Bildungssektor verdient. 2018 reifte in ihm der Entschluss, es auf eigene Faust zu versuchen, sich mit der Studiotechnik vertraut zu machen und eigene Lieder zu schreiben. Mittlerweile ist der 55-Jährige zum Songschreiber, Multiinstrumentalisten und Produzenten gereift, der sein Album in Eigenregie produziert und eingespielt hat. Unterstützung hat er von dem Pianisten Björn Amadeus Kahl und dem Gitarrencoach Gil Becker bekommen.

Im August habe er sich quasi „nebenbei“, wie er sagt, beim Deutschen Rock- und Pop-Preis in den Kategorien „Bestes Album – Alternativ“ und „Bester Song – Alternativ“ beworben. In beiden Kategorien hat er gewonnen. Die Preisverleihung findet am 13. Dezember, in Siegen statt.

Der Deutsche Rock- und Pop-Preis wird in diesem Jahr zum 43. Mal verliehen. Pur (1986), Juli (2000) oder Luxuslärm (2008) haben ihn bereits gewonnen. In 127 Kategorien werden Preise an Musiker verliehen – von „Beste Rock-Band“ über „Beste Komposition“ bis „Bester Bassist“. Durch die Vielzahl an Kategorien sei der Preis beliebig, ist ein Kritikpunkt von Musikern. Zudem, so ein weiterer Kritikpunkt, seien die vielen Kategorien eine erträgliche Einnahmequelle für den Veranstalter, Ole Seelenmeyer.

Für die Bewerbung musste Hans-Ulrich Schmidt insgesamt 80 Euro bezahlen. Dafür, dass er den Preis in Siegen in zwei Kategorien entgegennehmen kann, muss er noch mal 300 Euro auf den Tisch legen. „Wirtschaftlich lohnt sich das nicht“, sagt er.

Für ihn sei die Teilnahme Idealismus, so Schmidt weiter. Der Preis sei auch eine Bewertung seiner künstlerischen Arbeit, sagt er. „Plötzlich sagen Menschen, die ich gar nicht kenne, dass meine Musik gut ist.“ Wer aber in der Jury gesessen hat, die ihm die Preise zugesprochen hat, erfährt er wahrscheinlich erst am Sonnabend, 13. Dezember – wenn überhaupt.

Die Kritik am Deutschen Rock- und Pop-Preis und das Geld spielen für Hans-Ulrich Schmidt aber nicht die erste Geige. Er ist zwar kein professioneller, aber ein passionierter Musiker, sagt er über sich. Seine Passion gilt auch in Teilen dem VfL Osnabrück.

Das klingt in seinem Lied an, das den Namen seiner Wahlheimat im Titel trägt. Das ist zu einer Zeit entstanden, in der die Debatte darüber geführt wurde, ob der VfL seine Heimspiele weiter an der Bremer Brücke oder in einem neuen Stadion austragen soll. Schmidt, Westkurven-Besucher, spricht sich eindeutig für den traditionellen Standort im Schinkel aus.

Das Osnabrück-Lied von Gentlemusik weist laut Hans-Ulrich Schmidt eine Besonderheit auf, die zunächst nicht zu hören ist. Der Rhythmus des im Country-Stil eingespielten Stücks orientiere sich am Drehen der Fan-Schals, sagt er, und ein kleines Lächeln huscht über sein sonst so ernstes Gesicht. Sein größter Traum wäre es daher, dass sein Stück über Osnabrück mal im Stadion gespielt wird.

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