Osnabrück  Jedes Jahr macht der Osnabrücker Lukas Sutmöller in Gesmold Kinder froh

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 06.12.2025 05:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vorher – nachher: Lukas Sutmöller verwandelt sich am 7. Dezember in den Nikolaus. Auf dem Nikolausmarkt in Gesmold verteilt er milde Gaben. Foto: Thomas Wübker
Vorher – nachher: Lukas Sutmöller verwandelt sich am 7. Dezember in den Nikolaus. Auf dem Nikolausmarkt in Gesmold verteilt er milde Gaben. Foto: Thomas Wübker
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Am 6. Dezember ist der Nikolaus-Tag. Das wissen Kinder und Lukas Sutmöller ganz genau, denn an diesem Tag vollzieht der gebürtige Gesmolder, der jetzt in Osnabrück lebt, eine Wandlung.

Lukas Sutmöller hat den „Job“ als Nikolaus nicht angenommen, weil er einer höheren Berufung folgt. Er ist seit seiner Kindheit Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gesmold. Und die stellt seit Jahren den Nikolaus.

Sein Amt hat der 31-Jährige in einer schweren Zeit übernommen. 2020 waren die Kontaktmöglichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt. Damals konnte der Nikolausmarkt in Gesmold nicht stattfinden. Aber der Nikolaus hat seine Mission dennoch durchführen können. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr brachten Tüten mit Geschenken für die Kinder zu den jeweiligen Haustüren. Der Nikolaus fuhr dann mit einem Feuerwehrauto durch die Gemeinde und winkte den Mädchen und Jungen zu.

Möglicherweise denken viele Gesmolder Kinder, der Nikolaus kommt von der Freiwilligen Feuerwehr. Das Original lebte übrigens im 4. Jahrhundert in der Türkei. Geboren wurde er in einem Ort, der Myra hieß und etwa 100 Kilometer vom heutigen Urlaubsort Antalya entfernt ist. Nikolaus war der Bischof von Myra und soll ein Wohltäter gewesen sein. Er verteilte sein Vermögen an arme Menschen. Auf dieser Legende fußt der Brauch, am 6. Dezember, dem Nikolaustag, Geschenke an Kinder zu verteilen.

Hat sich Lukas Sutmöller den Nikolaus als Vorbild genommen, um auch in seinem Leben gute Taten zu vollbringen? „Man muss vom Grundtyp der Richtige sein“, sagt er. Sonst wäre er von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr nicht ausgesucht worden. „Ich kann vor Leuten sprechen und Kinder freundlich und ruhig gegenübertreten“, sagt er weiter.

Wenn er die rote Robe und die rote Bischofsmütze nicht trägt, also an allen anderen Tagen außer dem 6. Dezember, arbeitet Lukas Sutmöller beim Zoll und ist Mitglied der CDU-Fraktion im Gesmolder Ortsrat. Auf die Frage, ob er als Politiker im Stile des Nikolaus auch mal milde Gaben verteilt, lacht er.  „Die verteile ich nur an die Gesmolder Kinder.“

Und die wissen gar nicht, wer ihnen die Tüten mit Süßigkeiten und Obst wirklich in die Hände drückt. Lukas Sutmöller erzählt, dass ihm sein eigener Neffe mal genauer ins Visier genommen hat. Erkannt hat er seinen Onkel aber nicht.

Für Kinder ist der Nikolaus eine Respektsperson. Sie freuen sich eher auf ihn. Anders ist das bei Lukas Sutmöllers Begleiter, dem finsteren Knecht Ruprecht. „Da klammern sich die Kinder manchmal an Mama oder Papa“, sagt er.

In der Grundschule, die Lukas Sutmöller ebenfalls als Nikolaus besucht, seien die Kinder offener und neugieriger. Sie stellen dann zum Beispiel Fragen, woher er kommt. Dann sagt er natürlich nicht, dass er in Osnabrück wohnt. Die passende Antwort ist: „Von weit her …“ Was ja auch irgendwie stimmt.

Ein Ende seiner Tätigkeit als Nikolaus ist für Lukas Sutmöller nicht in Sicht. Sie macht ihm Spaß. Ein anderer Aspekt ist ihm aber fast noch wichtiger: „Als Nikolaus kann ich auf eine simple Art Freude bereiten.“

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