Nachruf Gründer von Polster Schröder verstorben
Der Ihrhover Unternehmer Eberhard Schröder ist Anfang November im Alter von 75 Jahren verstorben. Schröder war auch viele Jahre lang Vorsitzender der Werbegemeinschaft Ihrhove. Ein Nachruf.
Ihrhove/Folmhusen - Am 5. November 2025 ist der Ihrhover Unternehmer Eberhard Schröder gestorben. „Epi“, wie er liebevoll von seiner Familie und von seinen Freunden genannt wurde, ist 75 Jahre alt geworden.
Eberhard Schröder hatte am 3. September 1991 sein Unternehmen Polster Schröder an der Bundesstraße 70 in Folmhusen gegründet. Schnell verschaffte er sich in der Region einen guten Ruf, der Name Schröder steht für handwerklich gute Arbeit. „Mein Vater hat sein Leben lang schwer gearbeitet. Mit der Gründung seiner eigenen Firma hat er sich 1991 einen Traum erfüllt“, sagte sein Sohn Frank Schröder, der Anfang 2019 das Unternehmen von seinem Vater übernommen hat. „Mein Vater stand mir bis zuletzt mit Rat und Tat zur Seite“, führte Frank Schröder aus.
Mit einer 600 Quadratmeter großen Betriebsstätte an der B 70 wagte „Epi“ Schröder mit seiner Frau Christel 1991 den Sprung in die Selbstständigkeit. Schnell stellte sich der Erfolg ein. Der Ihrhover investierte in die Zukunft des Betriebs, es folgten zwei Erweiterungen am Firmenstandort. Für die Ausstellung, für die Werkstatt und für die Verwaltung stehen jetzt 2.000 Quadratmeter zur Verfügung. Eberhard Schröder machte sich schnell einen Namen als Spezialist für die Herstellung individueller Polstermöbel und Ostfriesensofas.
Eberhard Schröder war Ehrenobermeister
Von 1996 bis 2009 war Schröder zudem Obermeister der Raumausstatter- und Sattler-Innung für Ostfriesland. „Mit außergewöhnlicher Lebens- und Berufserfahrung, mit Weitblick und einem feinen Gespür für Menschen führte er die Innung in eine erfolgreiche Zukunft“, heißt es in einer Traueranzeige der Innung. Und weiter: „Wir verlieren einen liebenswerten Menschen, einen verlässlichen Kollegen und einen Handwerker mit Herz und Haltung.“ Für seine Verdienste wurde Eberhard Schröder zu Lebzeiten zum Ehrenobermeister der Innung ernannt.
Die Selbstständigkeit hatte aber auch seinen Preis. „Mein Vater hat von montags bis samstags in seinem Unternehmen gearbeitet. An Urlaub war seinerzeit nicht zu denken“, erzählte Frank Schröder. Für die Familie gab es aber einen Rückzugsort. Schröders hatten am Freizeitsee in Grotegaste einen Wohnwagen stehen. Dort hat das Ehepaar mit seinen beiden Kindern Frank und Ilka sehr viele Wochenenden verbracht. Die Familie stand für Eberhard Schröder im Mittelpunkt. „In vielen Dingen hat unsere Mutter unseren Vater unterstützt und ihm den Rücken freigehalten“, sagte Frank Schröder. Stolz war „Epi“ Schröder auch auf seine beiden Enkelkinder Jette und Felix. Vor fast fünf Jahren dann ein Schicksalsschlag für die Familie. Im Alter von 69 Jahren verstarb Christel Schröder. Den Verlust seiner Frau hat Eberhard Schröder nicht verkraftet.
13 Jahre lang als Vorsitzender des HGV Ihrhove
Eberhard Schröder hatte seine Ecken und Kanten, er war immer sehr direkt, offen und ehrlich. Er packte mit an und übernahm auch ehrenamtlich Verantwortung. Der Unternehmer setzte sich unter anderem 13 Jahre lang als Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins Ihrhove und Umgebung für die Interessen der Kaufleute ein. Außerdem wurde er 1987 in den Aufsichtsrat der damaligen Raiffeisenbank Ihrhove eG berufen. Nach der Fusion mit der Ostfriesischen Volksbank gehörte Schröder bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2016 dem Aufsichtsrat an. Die OVB würdigte in einer Traueranzeige die Verdienste von Schröder. „Mit viel Sachverstand und sicherer Urteilskraft hat Herr Schröder die Entwicklung unseres Hauses konstruktiv begleitet“, so die OVB.
Von einem „schmerzlichen Verlust“ spricht der Ihrhover Rechtsanwalt Renold Graalmann. Er kannte „Epi“ Schröder schon seit der Kinderzeit. Während der Bundeswehrzeit und dem Studium verloren sich die Beiden zwischenzeitlich aus den Augen, doch als Graalmann nach dem Studium wieder zurück nach Ihrhove zog, entwickelte sich eine Freundschaft. Ob die gemeinsame Tätigkeit im Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Ihrhove und der späteren OVB, das Tennisspielen oder auch die Reisen mit weiteren Bekannten – die Freunde haben viel zusammen unternommen. „Epi konnte seine Meinung nachdrücklich vertreten, er war charakterfest. Auf Eberhard konnte man sich immer 100-prozentig verlassen“, so der Rechtsanwalt.
Die Trauerandacht für Eberhard „Epi“ Schröder fand am 17. November in Ihrhove statt.