Delmenhorst Neuer Grippe-Typ: Warum bei der Impfung Eile geboten ist
Die Grippewelle könnte heftig ausfallen. Wer sich impfen lassen sollte und wann, erklärt der Chefarzt des Delme Klinikums Delmenhorst, Dr. Oliver Müssig.
Könnte die Grippesaison in diesem Jahr stärker ausfallen als in den letzten Jahren? Davor warnt zumindest das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Die ersten Fälle sind demnach bereits drei bis vier Wochen früher als in den vergangenen beiden Jahren gemeldet worden. Wie die Lage derzeit in Delmenhorst aussieht und was man zur Impfung wissen muss, erklärt Dr. Oliver Müssig, Chefarzt der Inneren Medizin am Delme Klinikum Delmenhorst (DKD).
„Bei uns gibt es noch kein Grund zur Alarmierung“, sagt Müssig. „Im DKD werden momentan zwei Influenza-Patienten stationär behandelt.“ Für das Klinikpersonal wurde wie jedes Jahr eine Impfkampagne gefahren. Diese ist bereits im November beendet worden.
Wer sich noch impfen lassen will, sollte das jetzt schnellstmöglich tun, rät Müssig. Denn: Grippewellen erreichen ihren Höhepunkt meist im Januar und Februar. Nach der Impfung dauert es aber zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.
Durch den frühen Start der Grippewelle könnte der Höhepunkt aber auch in den Dezember rücken. Der Grund dafür ist eine neue Variante des Grippevirus. Es handelt sich dabei um die Subklade K des Influenza-A-Stamms H3N2. Wie gefährlich sie ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Aber: H3N2 verursacht häufiger Lungenentzündungen als H1N1, weil es die unteren Atemwege infiziert. Schon jetzt zeichnet sich laut ECDC ab, dass sich die Subklade K in einigen Ländern wie Großbritannien und Norwegen durchsetzt.
Als wirksamsten Schutz empfehlen das ECDC und auch Müssig eine Grippeimpfung. Denn diese schütze sowohl vor einer Infektion als auch vor einer weiteren Verbreitung der Viren. „Jetzt macht sie noch Sinn“, schätzt der Chefarzt ein. Und könne vor allem Menschen, die in Risikogruppen fallen, vor einem schweren Verlauf schützen.
Zu ihnen zählen:
Zusätzlich zur Impfung empfiehlt Müssig, sich an die allgemeinen Hygienevorschriften zu halten. Regelmäßiges Händewaschen entfernt Viren und hält damit einen selbst und die Menschen im Umfeld gesund. Auch das Tragen von Masken, gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen, in denen viele Menschen zusammenkommen, sei sinnvoll.