Bahnfahrt  Fahrgäste der Wunderline müssen in Leer umsteigen

| | 03.12.2025 07:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Bahnhof in Leer ist ein kleiner Knotenpunkt für den Zugverkehr. Ab Sommer 2026 werden hier auch die Züge halten, die auf der neuen Wunderline zwischen Bremen und Groningen unterwegs sind. Die Fahrgäste müssen in Leer nämlich umsteigen. Foto: Klaus Ortgies
Der Bahnhof in Leer ist ein kleiner Knotenpunkt für den Zugverkehr. Ab Sommer 2026 werden hier auch die Züge halten, die auf der neuen Wunderline zwischen Bremen und Groningen unterwegs sind. Die Fahrgäste müssen in Leer nämlich umsteigen. Foto: Klaus Ortgies
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Mitte 2026 soll die Schnellzugverbindung zwischen Bremen und Groningen den Betrieb aufnehmen. Die Fahrgäste müssen in Leer allerdings in einen anderen Zug steigen.

Ihrhove/Leer/Rheiderland - Bahnreisende fiebern der Fertigstellung der Wunderline entgegen. Mitte 2026 sollen die ersten Züge auf der Schnellverbindung zwischen Bremen und der niederländischen Stadt Groningen unterwegs sein. Das ist zumindest der Plan der Deutschen Bahn. Allerdings ist die Fertigstellung schon mehrfach verschoben worden. Ursprünglich sollten die Züge bereits ab Dezember 2024 auf der Strecke unterwegs sein. Es kam aber zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten. Die neuen Freigabetermine Mitte 2025 und Ende 2025 konnten auch nicht eingehalten werden. Jetzt sollen die Züge Mitte 2026 rollen.

Noch fahren die Züge durch Ihrhove. Doch ab dem Sommer 2026 soll die neue Wunderlinestrecke in Betrieb genommen werden. Die Züge werden dann auch am neuen Bahnhaltepunkt in Ihrhove halten. Das Bild zeigt den Bahnübergang mit dem Stellwerkshäuschen an der Deichstraße in Ihrhove. Foto: Carsten Ammermann
Noch fahren die Züge durch Ihrhove. Doch ab dem Sommer 2026 soll die neue Wunderlinestrecke in Betrieb genommen werden. Die Züge werden dann auch am neuen Bahnhaltepunkt in Ihrhove halten. Das Bild zeigt den Bahnübergang mit dem Stellwerkshäuschen an der Deichstraße in Ihrhove. Foto: Carsten Ammermann

Eines steht allerdings jetzt schon fest: Fahrgäste, die mit der Wunderline von Bremen nach Groningen oder in umgekehrter Richtung unterwegs sind, müssen den Zug am Bahnhof in Leer wieder verlassen. Denn der Schnellzug fährt nicht in einem Zug durch. „Fahrgäste müssen tatsächlich in den Arriva-Zug von Leer nach Groningen umsteigen. Dieser befindet sich auf demselben Bahnsteig“, teilte Arriva Nederland auf Anfrage mit. Das bestätigte auch die Deutsche Bahn. „Arriva wird mit Aufnahme des Zugverkehrs die Strecke zwischen Leer und Groningen bedienen. In Leer besteht dann Anschluss an die Züge des Nah- und Fernverkehrs“, so eine Bahnsprecherin.

Arriva-Züge fahren seit 2023 nicht mehr mit Diesel

Weil die Strecke von Leer nach Groningen nicht elektrifiziert ist, setzt Arriva Züge ein, die mit Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) angetrieben werden. HVO ist ein Kraftstoff, der aus Pflanzenölen oder tierischen Fetten hergestellt wird. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers fahren alle Arriva-Züge seit 2023 mit HVO und nicht mehr mit Diesel. Aktuell wird an der Wunderline-Strecke noch gearbeitet. In Ihrhove und in Bunde entstehen neue Bahnhaltepunkte. Sowohl in Ihrhove als auch in Weener und in Bunde werden die Arriva-Züge mit der Inbetriebnahme der Schnellverbindung halten. „Der Zug fährt einmal pro Stunde zwischen Groningen und Leer“, so das Unternehmen. Das gilt auch für die Strecke von Leer nach Groningen.

Bis es soweit ist, finden aber noch notwendige Arbeiten unter anderem in Westoverledingen und im Rheiderland statt. „Aktuell sind wir dabei, Restarbeiten hinsichtlich des Gleisbaus durchzuführen. Die Arbeiten konzentrieren sich zunehmend auf die Leit- und Sicherungstechnik, Telekommunikation sowie Restarbeiten im Oberbau und an den Bahnübergängen. Im Gleisbau werden vereinzelt noch Rest- sowie Nacharbeiten vorgenommen“, teilte ein Sprecher der zuständigen Deutschen Bahn mit. Auch die Inbetriebnahme der Stellwerkstechnik läuft. Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben verschiedene Partner für die Stellwerkstechnik. „Je nach Stellwerksart und gemäß den Vorgaben der DB greifen wir auf etablierte Signaltechnik-Hersteller im Rahmen der Wettbewerbsvorschriften zu“, teilte eine Bahnsprecherin weiter mit.

Friesenbrücke benötigt acht Minuten zum öffnen

Auch an der neuen Friesenbrücke über die Ems bei Hilkenborg und Weener wird noch gebaut. Fußgänger und Radfahrer können die Brücke bereits zu bestimmten Zeiten nutzen. Für größere Schiffe, die auf der Ems unterwegs sind, wird Europas größte Hub- und Drehbrücke geöffnet. „Die neue Hub-Drehbrücke benötigt rund acht Minuten für das Öffnen oder Schließen. Wir befinden uns noch im Einrichtungsprozess, daher können wir die genauen Zeiten erst nach Abschluss der einzelnen Vorgänge in der Gesamtprozesskette ermitteln“, heißt es in einer Mitteilung der Bahn.

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