Selbstversuch  Mit 20 Euro auf den Weihnachtsmarkt

| | 03.12.2025 08:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Mit diesem Schein ausgestattet, geht es auf den Leeraner Weihnachtsmarkt. Foto: Klaus Ortgies
Mit diesem Schein ausgestattet, geht es auf den Leeraner Weihnachtsmarkt. Foto: Klaus Ortgies
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Alle Jahre wieder... kommt der Selbstversuch. Wie viel bekommt man für 20 Euro auf dem Leeraner Weihnachtsmarkt?

Leer - Freitagmittag, acht Grad, Wind, Nieselregen. Winter in Ostfriesland eben. Doch auch wenn die äußeren Gegebenheiten so gar keine Weihnachtsstimmung aufkommen lassen, freue ich mich auf meinen ersten Weihnachtsmarktbesuch der Saison. Wobei ich heute rein geschäftlich hier bin. Ich wurde von der Redaktion losgeschickt, um auszuprobieren, wie weit ich mit einem Budget von 20 Euro auf dem Leeraner Weihnachtsmarkt komme.

Einen Plan habe ich mir bereits im Vorfeld überlegt. Das leibliche Wohl muss an erster Stelle stehen. Erst möchte ich etwas Herzhaftes essen, danach etwas Warmes trinken. Als Nachtisch will ich mir dann noch etwas Süßes gönnen und das dann noch verbleibende Geld muss für ein kleines Geschenk ausreichen. Ob das gut gehen kann?

Der Hunger wird gestillt

Kaum bin ich auf dem Denkmalplatz angekommen, nehme ich schon mein erstes Ziel in den Blick: einen der Bratwurststände. Dort stehe ich vor meiner ersten Auswahl: Eine Portion Pommes für drei Euro oder eine Bratwurst im Brötchen für 3,50 Euro. Ich entscheide mich schlussendlich für die Bratwurst. Hier erfahre ich die erste gute Nachricht des Tages: Der Preis für die Bratwurst ist in diesem Jahr stabil geblieben. Ich finde, die 3,50 Euro sind auch ein fairer Preis für das gute Stück.

Für 3,50 Euro bekomme ich eine Bratwurst im Brötchen. Foto: Klaus Ortgies
Für 3,50 Euro bekomme ich eine Bratwurst im Brötchen. Foto: Klaus Ortgies

Obwohl die Temperaturen weit vom Gefrierpunkt entfernt sind, sorgen der frische Wind und der langsam stärker werdende Nieselregen dafür, dass mir so langsam kalt wird. Zum Glück ist die Berühmtheit des Leeraner Weihnachtsmarkts, der singende Elch, nur wenige Meter entfernt. Also schnell rein da. Das Heißgetränk meiner Wahl ist die heiße Schokolade mit Sahne. Als ich den Preis höre, muss ich zunächst schlucken. 5,50 Euro für einen Becher heiße Schokolade? Das ist doch ganz schön happig. Doch ich habe natürlich den Becherpfand vergessen! Nachdem die Schokolade ausgetrunken ist, bekomme ich zwei Euro im Tausch gegen den Becher zurück. 3,50 Euro ist dann doch ein guter Preis.

Zunächst muss ich 5,50 Euro für die heiße Schokolade mit Sahne zahlen. Zwei Euro kriege ich jedoch als Becherpfand zurück. Foto: Klaus Ortgies
Zunächst muss ich 5,50 Euro für die heiße Schokolade mit Sahne zahlen. Zwei Euro kriege ich jedoch als Becherpfand zurück. Foto: Klaus Ortgies

Für alle Glühweinliebhaber kann ich außerdem berichten, dass der Preis ebenfalls bei 3,50 Euro liegt und ebenfalls stabil geblieben ist in diesem Jahr. Das Budget von 20 Euro würde also auch für fünf Gläser Glühwein reichen, sofern man sie nacheinander trinkt und nicht als Runde ausgibt. Sonst gilt es, den Becherpfand zu beachten.

Weiter geht's auf Schnäppchenjagd

Auch wenn mein Magen nach der heißen Schokolade gerne eine kleine Pause hätte, geht es direkt weiter auf die Suche nach einem passenden Nachtisch. Zeit ist schließlich Geld und davon bleiben mir nach meinen ersten beiden Stationen nur noch 13 Euro. Schnell fällt mein Blick auf einen Crêpe-Stand nicht weit entfernt. Dort genehmige ich mir ein Crêpe mit Schokolade für fünf Euro, ein recht stattlicher Preis, wie ich finde.

Fünf Euro hat mich dieses Crêpe gekostet. Foto: Klaus Ortgies
Fünf Euro hat mich dieses Crêpe gekostet. Foto: Klaus Ortgies

Und tatsächlich: Einige Buden weiter ist noch ein anderer Crêpes-Stand, an dem 4,50 Euro für den mit Schokolade gefüllten französischen Pfannkuchen ausgereicht hätten. Für Pfennigfuchser wäre hier also noch ein kleines bisschen mehr drin gewesen. Nach den fünf Euro für mein Crêpe bleiben mir damit noch exakt acht Euro für eine Kleinigkeit, die ich verschenken will. Mehr als satt mache ich mich auf den Weg durch die Fußgängerzone.

Auf der Suche nach einem Geschenk

Diese Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die eindeutige Mehrheit der Buden auf dem Leeraner Weihnachtsmarkt ist Speis und Trank vorbehalten. Außerdem lässt mir mein Restbudget von acht Euro nicht allzu viele Optionen. Schmuck für den Preis bekomme ich jedenfalls nicht. An einem Stand gibt es allerlei Leckereien für Hunde zu kaufen. Für acht Euro könnte ich dort eine Tüte zum selbst Zusammenstellen erwerben, ganz wie früher am Kiosk mit den Süßigkeiten. In Ermangelung eines Hundebesitzers unter meinen Liebsten ziehe ich aber unverrichteter Dinge weiter.

Für acht Euro bekomme ich dieses Glas Waldhonig. Foto: Klaus Ortgies
Für acht Euro bekomme ich dieses Glas Waldhonig. Foto: Klaus Ortgies

Am Stand mit den Bienenwachskerzen werde ich schließlich doch noch fündig. Die Kerzen selbst überzeugen mich nicht ganz, aber ein Glas frischer Honig vom Imker ist genau das Richtige für meine Eltern. Ein Glas Rapshonig hätte mich nur sechs Euro gekostet. Da ich ja aber noch genau acht Euro zur Verfügung habe, nehme ich das zwei Euro teurere Glas Waldhonig. Damit ist mein Budget bis auf den letzten Cent aufgebraucht.

Fazit

Die Preise auf dem Leeraner Weihnachtsmarkt sind im Jahr 2025 größtenteils stabil. Während der Glühwein in einigen Metropolen wie Hamburg oder Köln mittlerweile einen Preis von fünf Euro erreicht hat, liegt er in Leer weiter bei 3,50 Euro. Auch satt bin ich mit meiner Bratwurst für 3,50 Euro, der heißen Schokolade für ebenfalls 3,50 Euro und meinem Crêpe für fünf Euro geworden. Für mich reichen diese drei Sachen mit einem Preis von insgesamt zwölf Euro schon für einen gelungen Weihnachtsmarktbesuch. Für Gäste mit größerem Durst wären für das Budget von 20 Euro auch noch zwei weitere Gläser Glühwein drin gewesen. Nur darauf, auf dem Weihnachtsmarkt ein passendes Geschenk zu finden, würde ich mich nicht unbedingt verlassen.

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