Altkleidercontainer  Das bringt die Videoüberwachung in Weener

Oliver Bär
|
Von Oliver Bär
| 28.11.2025 14:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Seit Ende September setzt Weener auf Überwachung bei Containerstandorten. Erste Erfahrungen gibt es vom Standort Kleiner Bollen in Möhlenwarf. Foto: Bodo Wolters/Archiv
Seit Ende September setzt Weener auf Überwachung bei Containerstandorten. Erste Erfahrungen gibt es vom Standort Kleiner Bollen in Möhlenwarf. Foto: Bodo Wolters/Archiv
Artikel teilen:

Die Lage an Altkleidercontainern im Kreis Leer war angespannt – Vermüllung ein großes Problem. Wir erklären, ob die Videoüberwachung in Weener sich auszahlt und wie die Lage im Kreis Leer ist.

Landkreis Leer/Weener – Seit Ende September setzt die Stadt Weener auf konsequente Überwachung: Damals hatten sich Politik und Verwaltung entschlossen, nach und nach Videokameras an den Standorten an der Langen Straße in Holthusen, an der Langeriepe in Kirchborgum, am Kleinen Bollen in Möhlenwarf, an der Großen Stiege/Meentelandsweg in Stapelmoor, der Kommerzienrat-Hesse-Straße in Weener und dem Schulweg in Diele zu installieren. „Die ersten Erfahrungen mit der Video-Überwachung am Standort Kleiner Bollen in Möhlenwarf sind gut. Wir stellen nur noch im Einzelfall fest, dass dort Müll abgeladen wird, der dort nicht hingehört“, berichtet Bürgermeister Heiko Abbas auf Anfrage unserer Redaktion. „Durch die positiven Erfahrungen werden wir nun auch an den übrigen Standorten wie angekündigt die Kameras installieren.“

Die Stadt Weener hat gute Erfahrungen mit der Videoüberwachung eines Containerstandortes gemacht. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/DPA
Die Stadt Weener hat gute Erfahrungen mit der Videoüberwachung eines Containerstandortes gemacht. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/DPA

Zuvor hatten Politik und Verwaltung monatelang über die zunehmende Vermüllung rund um die Container diskutiert. Datenschutzrechtliche Hürden machten die Einführung der Videoüberwachung nicht gerade einfach, wie Bürgermeister Abbas damals betonte. Die Hoffnung: Die Kameras sollen nicht nur abschrecken, sondern auch dabei helfen, Umweltsünder zu überführen, die die Containerplätze als wilde Müllkippen missbrauchen.

Lage an Container-Standorten entspannter

Noch vor wenigen Monaten sorgten überquellende Altkleidercontainer, aufgetürmte Säcke und dazwischen nasse, schmutzige Wäsche für Ärger im gesamten Landkreis. Immer wieder gesellte sich weiterer Unrat dazu, im schlimmsten Fall sogar Ungeziefer. Die Containerplätze entwickelten sich zu Magneten für illegalen Müll. Die Bünting-Gruppe zog die Reißleine und entfernte die Altkleidercontainer an ihren Combi- und Famila-Märkten. Auch in Emden verschwanden Container.

Immer wieder haben im Laufe des Jahres Leserinnen und Leser der Redaktion Bilder von vermüllten Containerplätzen aus dem Kreisgebiet geschickt. Foto: Hans-Tiddo Wykhoff/Archiv
Immer wieder haben im Laufe des Jahres Leserinnen und Leser der Redaktion Bilder von vermüllten Containerplätzen aus dem Kreisgebiet geschickt. Foto: Hans-Tiddo Wykhoff/Archiv

Ratlosigkeit machte sich breit: Wie sollte man der Müllflut Herr werden? Doch inzwischen hat sich die Lage spürbar entspannt, wie Klaus Anneken, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Leer, im Betriebsausschuss berichtete. Während im August noch 193 und im September 135 Überfüllungs-Meldungen eingingen, waren es im November bislang nur 15. „Das ist eine deutliche Verbesserung. Der Entsorger, mit dem wir zusammenarbeiten, liefert besser ab“, so Anneken. Der Notfallplan, die Sammlung auf die Wertstoffhöfe zu verlagern, bleibt damit vorerst in der Schublade. „Ich bin froh, dass wir das ausgehalten haben. Für uns bleibt wichtig, dass die Menschen kurze Wege zu den Sammelstellen haben.“

„Das Problem ist menschengemacht“

Anneken erinnert: „Das Problem ist menschengemacht.“ Es sind Mitbürger, die Kleidung achtlos neben die Container stellen und darauf hoffen, dass andere den Müll beseitigen. Für die Verwertung sind diese Textilien meist verloren – sie werden nass, schmutzig und landen letztlich in der Verbrennung. Auch an den Altglascontainern zeigt sich das gleiche Bild: Sogar Möbel oder Kühlschränke werden dort abgeladen.

Im September entstand auch dieses Foto bei einem Containerplatz im Kreis Leer. Foto: Horst Kruse/Archiv
Im September entstand auch dieses Foto bei einem Containerplatz im Kreis Leer. Foto: Horst Kruse/Archiv

Nur einmal musste der Abfallwirtschaftsbetrieb bisher zu einer drastischen Maßnahme greifen und einen Containerstandort auflösen: Am Hoheellernweg in Leer verwandelte sich das Areal um die Container in eine wilde Müllkippe. Kaum war der Müll beseitigt, lag schon wieder neuer da. „Wir haben reagiert und die Container abgebaut“, berichtet Anneken. Inzwischen ist auch das wilde Abladen dort Geschichte.

Im Landkreis Leer stehen an 88 Standorten Altkleidercontainer bereit. Eigentlich gedacht für gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder paarweise gebündelte Schuhe. „Sperrmüll gehört dort nicht hin“, betont Anneken. Wer größere Gegenstände entsorgen möchte, kann dies unkompliziert online unter www.all-leer.de beantragen oder Möbel und Co. gegen eine geringe Gebühr bei den Wertstoffhöfen abgeben.

Ähnliche Artikel