Bremen Cybertrading-Betrug nimmt zu: Polizei Bremen warnt vor falschen Brokern
Cybertrading-Betrüger nutzen immer ausgefeiltere Tricks, um Anleger um ihr Geld zu bringen. Mit falschen „Brokern“ und simulierten Gewinnen locken sie in die Falle. Die Polizei Bremen warnt eindringlich vor der Masche und nennt die wichtigsten Schutztipps.
Betrügerische Online-Trading-Plattformen sind nach Angaben der Polizei Bremen deutlich häufiger geworden. Mit professionell gestalteten Webseiten und angeblichen „Brokern“ locken die Täter Anleger in eine ausgefeilte Betrugsmasche. Die Polizei Bremen warnt vor dieser Form des Cybertrading-Betruges, da die Fallzahlen stark zugenommen haben.
Kurz nach der Registrierung nehmen den Angaben zufolge die Täter Kontakt auf – oft über Messenger-Dienste wie Whatsapp oder Telegram. Dort treten sie als angebliche „Broker“ oder Mitglieder vermeintlicher exklusiver Trading-Gruppen auf. „Die Chats wirken professionell, seriös und zeitnah, was gezielt Vertrauen schaffen soll“, so die Beamten.
Zunächst empfehlen die Betrüger eine kleine, angeblich risikolose Startinvestition. Um den Einstieg zu erleichtern, werde häufig sogar ein Fernzugriff auf das Endgerät angeboten – angeblich, um das Konto einzurichten. „Manipulierte Kursverläufe und fingierte Gewinne simulieren anschließend erfolgreiche Trades“, weiß die Polizei. Im Verlauf werden Anleger zu immer höheren Einzahlungen gedrängt. „Bei Auszahlungswünschen folgen Ausreden: angebliche Steuern, Gebühren oder ‚Verifizierungen‘“, so die Beamten. Danach breche der Kontakt ab – „die Plattform ist nicht mehr erreichbar, das Geld verloren“, warnt die Behörde.
Ein Beispiel aus Bremen zeigt die verheerenden Folgen: Ein Mann wurde nach Angaben der Polizei über soziale Medien auf eine Aktien-Chatgruppe auf Whatsapp aufmerksam und investierte im weiteren Verlauf einen niedrigen sechsstelligen Betrag in vermeintliche Aktien. Als er sich das Geld auszahlen lassen wollte, war dies nicht mehr möglich.
Bundesweit habe sich die Zahl der Anlage- und Finanzierungsdelikte laut Kriminalstatistik vom Jahr 2023 auf 2024 nahezu verdoppelt (von 2609 auf 5183 Fälle). Auch in Bremen zeigt sich diese Entwicklung: Die Zahl der Ermittlungsvorgänge im Bereich Cybertrading hat sich im selben Zeitraum ebenfalls nahezu verdoppelt. Die Schadenssummen erreichen teilweise sechsstellige Beträge pro Delikt. „Die Anzahl der Vorgänge liegt zwar noch immer in einem niedrigen dreistelligen Bereich, jedoch geht aus der Entwicklung der Vorgangszahlen die zunehmende Relevanz des Phänomens hervor“, so die Behörde.