Hamburg Wichteltüren an jeder Ecke: Was hinter dem Brauch aus Dänemark steckt
Es gibt sie in den Läden fertig oder als Bastelset und mit ganz viel Zubehör: Wichteltüren. Doch woher kommt der Brauch rund um die kleinen Wesen, die ihre Türen in unseren Wohnungen anbringen? Und was müssen Eltern machen, um mit dem Weihnachtswichtel Adventsstimmung zu zaubern?
Auch wenn es jedes Jahr neue Trendfarben gibt, folgt die Weihnachtsdeko doch in den meisten Haushalten mehr der Tradition. Da sitzt die ewig gleiche Engelsfigur Jahr für Jahr auf dem Wohnzimmerschrank, direkt neben dem Teelicht-Häuschen, das so schöne Schatten wirft.
Doch seit ein paar Jahren gehört ein neues Deko-Accessoire gerade bei vielen Familien mit zum Advent: die Wichteltür.
So sieht sie zum Beispiel bei der Instagrammerin Fräulein Fröhlich aus.
Man kann Wichteltüren selber basteln, sie werden inzwischen aber auch in verschiedenen Läden angeboten. Es gibt sie mit kleinem Briefkasten, einem extra Bäumchen und unzähligem weiteren Zubehör. Doch warum bringen plötzlich so viele Menschen in der Adventszeit kleine Holztüren über ihren Fußleisten an?
Die Wichteltür ist ein skandinavischer Brauch, der wohl aus Dänemark zu uns rübergeschwappt ist. Dort zieht in vielen Häusern jedes Jahr in der Adventszeit der „Nisse“ ein. Nisse bedeutet so viel wie Wichtel und leitet sich vom dänischen Wort für Nikolaus ab. In Finnland nennt man ihn „Tonttu“ und in Schweden „Tomte“.
In Dänemark glaubt man, dass der Wichtel, den Ort, an dem er lebt, beschützt. Es gibt auch Erzählungen, dass die kleinen Wichtel dem Weihnachtsmann beim Einpacken von Geschenken helfen.
Auch im amerikanischen Märchen „The Elf on the Shelf“ aus dem Jahr 2005 spielt die Wichteltür eine wichtige Rolle: Die Geschichte besagt, dass der Wichtel jede Nacht durch seine Tür zum Nordpol reist, um den Weihnachtsmann zu besuchen. Dem berichtet er dann, ob die Kinder auch artig waren. Bei seiner Rückkehr bringt er entweder ein Geschenk oder einen Streich mit.
Seit einigen Jahren wird der Brauch auch in Deutschland immer beliebter, was sicher auch mit Bildern und Videos in den sozialen Medien zusammenhängt. Viele Kinder bekommen von Freunden mit, dass bei denen ein Wichtel eingezogen ist und sprechen ihre Eltern darauf an, ob auch bei ihnen ein Wichtel einzieht.
Traditionell zieht der Weihnachtswichtel zum 1. Advent oder zum 1. Dezember in die Häuser. Manche Familien lassen ihn aber auch schon früher einziehen. Man bekommt den Wichtel zwar nie zu Gesicht, doch häufig hinterlässt er nachts kleine Geschenke oder Aufgaben für die Familie. Die Frecheren unter den Wichteln spielen auch Streiche oder stiften Unordnung in der Wohnung.
In manchen Familien ersetzt der Wichtel auch den Adventskalender. Statt ein Türchen zu öffnen, können die Kinder jeden Morgen nachsehen, was vor der Wichteltür los ist. Und sie können dem Wichtel auch selbst ein kleines Geschenk oder einen Brief hinterlassen.
Die Wichteltür ist der Eingang des kleinen Wichtelheims. Hinter dieser Tür wohnt der Weihnachtswichtel während der gesamten Adventszeit. An Weihnachten oder nach den Weihnachtsfeiertagen zieht der Wichtel wieder aus.
Am Vorabend des Einzugs sollten Eltern unbemerkt die Wichteltür und alle Accessoires aufbauen. Der Einzug wird gerne begleitet von einem Brief, den der Wichtel an die Bewohner des Hauses geschrieben hat. Darin erklärt er, wer er ist und was er tut. Darin kann auch stehen, was er mag und dass er sich freut, wenn die Kinder ihm davon etwas vor die Tür stellen.
Der Wichtel soll für weihnachtliche Stimmung und glänzende Kinderaugen sorgen. Allerdings müssen die menschlichen Hausbewohner ein bisschen mithelfen. Um den Kindern zu beweisen, dass der Wichtel wirklich nachts unterwegs war, sollten die Erwachsenen hier und da ein paar Spuren hinterlassen. Das können Kekskrümel, Nussschalen, Glitzerstaub oder kleine Fußabdrücke in Kunstschnee oder Mehl sein.
Hier einige Ideen, was der Wichtel während der Adventszeit machen kann:
Aber Achtung: Wer einmal einen Wichtel ins Haus einziehen lässt, der wird ihn in den Folgejahren so schnell nicht wieder los. Dessen sollten sich Eltern bewusst sein, denn eine Wichteltür bedeutet zusätzlichen Aufwand und Stress in der für Eltern sowieso schon stressigen Vorweihnachtszeit.