Preiserhöhungen und KI-Hilfe Das passiert im neuen Jahr im Plytje
Sechs Jahre gibt es das Plytje in Leer. Im Jahr 2026 müssen sich die Besucher auf zwei wichtige Änderungen einstellen.
Leer - Seit seiner Eröffnung im Jahr 2019 hat sich das Leeraner Hallenbad Plytje zu einer festen Größe in der Stadt entwickelt. Im neuen Jahr kommen auf Besucher zwei wichtige Änderungen zu. Zum einen macht die Inflation auch im Schwimmbad nicht halt. Die Eintrittspreise werden steigen. Zum anderen wird ein neues KI-gestütztes Sicherheitssystem eingeführt, um tödliche Badeunfälle noch unwahrscheinlicher zu machen.
Preiserhöhungen waren unvermeidbar
Zum 1. Januar 2026 sollen die Preise für alle Eintrittskarten und Abonnements um zehn Prozent steigen. Das teilte Anja Buse, die kaufmännische Geschäftsführerin des Plytje, mit. Einzig die Familienkarten würden etwas weniger im Preis steigen. Sowohl unter der Woche als auch am Wochenende werden die Preise um einen Euro auf 14,50 Euro, beziehungsweise 18,50 Euro steigen.
Grund für die erhöhten Preise seien die ebenfalls gestiegenen laufenden Kosten. „Die Personalkosten steigen ständig. Allein die Kosten für die Chemikalien, die wir brauchen, sind in diesem Jahr um 30 bis 40 Prozent gestiegen“, sagt Buse. „Die Preissteigerungen um zehn Prozent sind also sehr moderat“, ergänzt sie.
Im Jahr 2024 hatte das Plytje einen Verlust von 1,42 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sei jedoch überhaupt nicht ungewöhnlich. „Schwimmbäder in kommunaler Hand sind dauerdefizitäre Betriebe. Die können gar keine schwarzen Zahlen schreiben“, erklärt Anja Buse. Vielmehr sei es das Ziel, der Bevölkerung ein erschwingliches Freizeit- und Sportangebot zu bieten. Trotzdem dürfe das Bad nicht zu große Lücken in den Haushalt der Stadt Leer reißen. Deswegen war eine Preiserhöhung unvermeidbar gewesen, sagt die Geschäftsführerin.
Leben retten mit KI
Die zweite Neuigkeit im Plytje ist die Einführung eines KI-gestützten Systems zur Erkennung von Personen, die zu ertrinken drohen. In der Emder Friesentherme und im Freibad in Borssum gibt es dieses System bereits. „Wir haben uns das System in der Friesentherme angesehen und uns dazu entschieden, es auch hier einzuführen“, sagt Lisa Kesse, Geschäftsführerin für den Schwimmbetrieb. Wenn das Bad für die jährliche Revision in den ersten Januarwochen geschlossen ist, soll das System installiert werden.
Insgesamt werden zehn Kameras über den beiden Schwimmbecken angebracht, sagt Kesse. „Die von den Kameras aufgenommenen Bilder werden in Vektordaten und Bewegungsmuster umgewandelt“, erklärt Anja Buse. Die Kameras nähmen also keine Bilder der Gäste im Bikini oder in Badehose auf. Die KI verarbeite die Daten dann in Echtzeit auf einem Server im Schwimmbad. Nach 60 Sekunden werden die Daten wieder gelöscht, so Buse. Wenn die KI problematische Bewegungsmuster erkennt, bekommt die Badeaufsicht eine Nachricht auf ihre Smartwatch gesendet und kann eingreifen.
„Es entstehen Anschaffungskosten in einem hohen fünfstelligen Betrag und jährliche laufende Kosten in einem niedrigen fünfstelligen Betrag“, sagt Buse. Die Erhöhung der Eintrittspreise steht mit diesen Kosten jedoch nicht im Zusammenhang, betont sie.
Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version war ein Zitat der kaufmännischen Geschäftsführerin so formuliert, dass es missverständlich hätte sein können. Das haben wir angepasst.