Osnabrück  Kaum zu überwindende Hindernisse für Lastenräder: Stadt Osnabrück überprüft alle Drängelgitter

Jörg Sanders
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Von Jörg Sanders
| 24.11.2025 09:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Umlaufsperren in Osnabrück. Foto: Stadt Osnabrück/Fachdienst Geodaten
Umlaufsperren in Osnabrück. Foto: Stadt Osnabrück/Fachdienst Geodaten
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Mehr als 260 Umlaufsperren in Osnabrück sind teilweise kaum zu überwindende Hindernisse. Das soll sich ändern.

Sie stammen zumeist aus einer anderen Zeit, in denen Lastenräder und Fahrradanhänger noch Exoten auf Osnabrücks Straßen waren: Umlaufsperren, auch bekannt als Drängelgitter. Mehr als 260 von der Stadt erfasste machen sie zu schwer zu überwindenden Hindernissen. Das soll sich ändern.

Die Stadt teilt dem Stadtentwicklungsausschuss am 27. November mit, alle Umlaufsperren in der Stadt zu überprüfen, zu korrigieren oder notfalls zu entfernen. Insbesondere mit großen Lastenfahrrädern, Fahrradanhängern und Dreirädern ist an ihnen kaum ein Durchkommen. „Fehlende Beleuchtung, mangelnde Kennzeichnung und rutschige Untergründe erhöhen zudem das Unfallrisiko“, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung an den Ausschuss.

„In den vergangenen Jahrzehnten wurden diese Sperren häufig, dabei aber nicht immer umfänglich regelkonform, aufgestellt“, schreibt die Stadtverwaltung.

Ursprünglich waren Umlaufsperren dazu gedacht, andere Verkehrsteilnehmer an Querungsstellen an der Weiterfahrt zu hindern, etwa motorisierte Zweiradfahrer.

In diesem Jahr startete die Stadt ein Projekt, um alle Umlaufsperren anzupassen. Je nach Standort werden diese anhand der Regelwerke und von Praxistests bei Bedarf angepasst, durch Alternativen ersetzt oder gänzlich entfernt. „Anwendungsbezogen können beispielsweise die Abstände von Umlaufsperren vergrößert, die Beleuchtungen optimiert und Markierungen aufgetragen werden.“

Im ersten Quartal 2026 soll es losgehen. Letztlich möchte die Stadt das gesamte Radverkehrsnetz der Stadt unter die Lupe nehmen. Auch die Bürger können sich beteiligen und entsprechende problematische Umlaufsperren über das Ereignismeldesystem der Stadt Osnabrück (Emsos) melden (Kategorie „Gehwege“ oder „Radwege“, dann „Umlaufsperren“).

„Wir freuen uns, dass die Verwaltung unsere Idee aufgegriffen hat. Zusammen mit dem ADFC haben wir bereits im vergangenen Jahr die oft zu engen Abstände und die Sinnhaftigkeit mancher Sperrgitter in Frage gestellt“, teilt Christoph Drepper vom Osnabrücker Radentscheid mit. „Zum Teil werden die Gitter sogar zur unüberwindbaren Barriere, wenn Lastenräder und Fahrräder mit Anhänger einfach nicht durchpassen. Hier gibt es definitiv noch Potenzial, Sicherheit Barrierefreiheit und Komfort in Einklang zu bringen.“

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