Osnabrück Jetzt (erst) sicher: Landtag gibt 12,3 Millionen Euro für Osnabrück frei
12,3 Millionen unverhofftes Geld aus Hannover haben in Osnabrück für dicke Luft im Stadtrat gesorgt. Dabei ist er jetzt sicher: Das Geld wird kommen.
Der Niedersächsische Landtag hat am Dienstag, 18. November 2025, einen Nachtragshaushalt mit einem Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro verabschiedet. Damit steigt das Gesamtbudget des Landes auf rund 45,6 Milliarden Euro. Laut Pressemitteilung des Finanzministeriums erreicht die Investitionsquote im Kernhaushalt 9,5 Prozent – ein Höchstwert in dieser Legislaturperiode.
Finanzminister Gerald Heere (Grüne) sprach von einem „ersten Baustein für das historische Investitionsprogramm von fast 14,5 Milliarden Euro“. Damit solle der Investitionsstau der vergangenen Jahrzehnte abgebaut werden. Die Finanzierung erfolge über neue Kredite, die den Bundesländern erstmals im Rahmen der Schuldenbremse möglich seien.
Aus dem beschlossenen Paket erhält der Landkreis Osnabrück über 25 Millionen Euro. Die Stadt Osnabrück kann mit insgesamt 12,3 Millionen Euro rechnen – verteilt auf 2025 und 2026. Das gaben die Landtagsabgeordneten Anne Kura und Volker Bajus (beide Grüne) bekannt. Die Mittel stammen aus dem „Pakt für Kommunalinvestitionen“, der mit dem Kommunalfördergesetz eingeführt wurde.
In Osnabrück ist um die 12,3 Millionen Euro schon ein Streit entbrannt, obwohl sie nicht mal angekommen waren – oder auch nur vom Landtag verabschiedet. Denn im August waren Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) und Stadtrat Wolfgang Beckermann beim VfR Voxtrup zu Gast. Auf dem Rasen der Sportanlage entstand damals ein Instagram-Beitrag, der für viel dicke Luft im Stadtrat sorgen sollte.
Denn Kritiker werfen Pötter vor, den Ehrenamtlichen vom VfR zu viel versprochen zu haben: „Auch in Voxtrup soll mit dem KIP-3-Geld vom Land ein Kunstrasenplatz gebaut werden – für den VfR Voxtrup, einen der sportlich erfolgreichsten Vereine der Stadt. So soll wetterunabhängiges Training möglich werden – und das dauerhaft“, hieß es damals es unter dem Instagram-Video der Stadt. Seitens der Verwaltung um Oberbürgermeisterin Pötter sollten die Beiträge als „Vorschlag“ zur Nutzung der Gelder verstanden werden.
Statt Vorschlägen, klinge das jedoch nach vollendeten Tatsachen, so die einhellige Meinung in großen Teilen des Stadtrates. Das Versprechen an Sportvereine, vor Ort und auf Social Media, sei voreilig gewesen, der Rat übergangen worden, so die Sicht aller Fraktionen – außer die der CDU. Ein entsprechender Antrag über drei mögliche Kunstrasenplätze wurde im Rat daraufhin verschoben. Statt über den Sport zu sprechen, stritt das Gremium heftig über politischen Stil.
Dabei könnte die Idee, Teile der Summe dem Vereinssport zugutekommen zu lassen, im Rat durchaus eine Mehrheit finden. Allerdings sind nun auch weitere Projekte im Gespräch. Um eine Entscheidung ringt der Stadtrat derzeit im Rahmen der aktuellen Haushaltsverhandlungen. Mit einem Ergebnis ist im Dezember zu rechnen.
Der Nachtragshaushalt des Landes Niedersachsen ist Teil eines Investitions- und Kommunalstärkungspakets in Höhe von rund 5 Milliarden Euro. Davon sind 400 Millionen Euro für kommunale Investitionen vorgesehen. Weitere Mittel sollen unter anderem in Energieinfrastruktur, Häfen, den öffentlichen Nahverkehr sowie die Landeswohnungsgesellschaft fließen.