Pläne in Ihren Ortsrat bleibt bei der Frage der Reithalle unentschlossen
In Ihren sorgt die geplante Verlegung der Reithalle für hitzige Debatten. Die Anwohner sind gespalten – und noch ist völlig offen, wie es weitergeht.
Ihren - Viel Redebedarf haben die Bewohner von Ihren beim Thema Verlegung der Reithalle. Das zeigte sich auf der jüngsten Ortsratssitzung in der Gaststätte Gossling. „So viel war in diesem Raum noch nie los“, sagte Gastwirt Hans-Josef „Dicki“ Gossling beim Blick in den kleinen Saal. Gut 30 Zuhörer waren erschienen. Sitzplätze gab es nicht für jeden, dicht an dicht gedrängt standen die Zuhörer in dem kleinen Raum. Eingeladen war auch Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes. Doch worum geht es überhaupt?
Diskussionen um Reithallen-Verlegung bewegt Ihren
„Das Thema gibt es schon länger. Wir als Ortsrat haben uns damit noch nicht befasst“, führte Ihrens Ortsbürgermeister Heinz Wiemers (SPD) in den Tagesordnungspunkt 6 ein. Seit diesem Sommer werden die seit mehr als zehn Jahren andauernden Pläne für die Verlegung der Reithalle nach Ihren, um in Ihrhove Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen, konkreter. Wiemers hatte Bürgermeister Theo Douwes geladen, damit er den Ortsrat und auch die Bürger auf dem neuesten Stand bringt. Im Vorfeld hatte der Verwaltungschef Mitte Oktober schon zu einer Anwohnerversammlung geladen.
Standortsuche für Reithalle sorgt für Diskussionen
Anwohner äußern Bedenken und Alternativvorschläge
Dagegen sind nun zahlreiche Anwohner, wie auch auf der Ortsratssitzung deutlich wurde. Die Argumente: dass ein großes Stück Natur wegfalle, Sicherheitsbedenken bei einem Tourismus- und Baustellenstellenverkehr – vor allem auf dem Schulweg – und Straßenschäden. Ein Anwohner sagte: „Das, was ich mir hier aufgebaut habe, sehe ich als bedroht.“ Ein Anwohner brachte einen weiteren Standort ins Spiel und fragte, ob das Gewerbegebiet in Ihrhove erweitert werden kann. Dort wäre dann Platz. Douwes verneinte.
Interessenbekundungsverfahren klärt Investorenlage
Aber was ist genau geplant? Das stehe noch gar nicht fest, erläuterte Bürgermeister Theo Douwes. Er betonte mehrfach, dass es sich um ein Interessenbekundungsverfahren handelt. Salopp gesagt: Die Gemeinde hört sich um, ob überhaupt jemand Interesse hat, dort eine Reithalle zu bauen und wenn ja, welche Wünsche der Investor hat. Douwes bezifferte die Kosten für den Bau einer Reithalle auf rund drei bis vier Millionen Euro. Dass die Gemeinde das alleine stemmen könne, sei unrealistisch. Zum Stand des Interessenbekundungsverfahren sagte der Bürgermeister, dass es zwei Rückmeldungen gebe. Eine davon sei konkret.
Viele Details zur Reithalle noch offen
Viele Details zu den Plänen wurden nicht genannt. Auf die Frage, ob zusätzlich zur Reithalle fünf oder 15 Ferienwohnungen geplant seien, sagte Douwes: „Dann eher 15“. Auf die Frage, wer der mögliche Investor ist, wollte der Verwaltungschef keinen Namen nennen. Ein Grund: Noch stehe gar nicht fest, ob die Pläne realisierbar seien. Die Chance für die Realisierung liegt um 50 Prozent. Daher sollten erst konkrete Gespräche geführt werden.
Weitere Schritte im Entscheidungsprozess
Wie soll es weitergehen? Douwes betonte, dass sowohl die Anwohnerversammlung als auch sein Besuch beim Ortsrat kein formeller Weg sei. Er wolle solche Veranstaltungen nutzen, um Impulse aufzunehmen. Wenn es konkret werde, gehe das Thema in den Hochbauausschuss und in den Gemeinderat.
Ortsrat bleibt in der Frage der Reithalle unentschlossen
Aber wie steht der Ortsrat zu den Plänen? Auch diese Frage stellte ein Besucher. Eine klare Antwort gab Angelika Kremers (Moin) nicht, da noch viele Fakten gar nicht auf dem Tisch liegen würden. „Dann müssen wir das Für und Wider abwägen“, sagte sie. Da sie sowohl im Ortsrat als auch im Gemeinderat sitzt, betonte sie, dass jeder auch in der Fraktion seine Meinung vertreten darf. Ähnlich antwortete auch Ortsbürgermeister Wiemers, der ebenfalls in beiden Gremien vertreten ist: „Ich habe mich noch nicht entschieden. Das sind alles noch ungelegte Eier.“ Eines sei für ihn aber klar: Die Reithalle soll erhalten werden. Der Standort sei Teil der Debatte. Jörg-Dieter Helmers (CDU) sagte, dass für eine Entscheidung eine sachliche Diskussionsgrundlage benötigt wird. Eine klare Meinung vertrat hingegen der stellvertretende Ortsbürgermeister Peter Körte (SPD). Er sei Anwohner am Patersweg und habe sich schon eine klare Meinung gegen den Standort gebildet.
Sitzung endet mit Appell
Ortsbürgermeister Heinz Wiemers schloss die Sitzung nach fast zwei Stunden mit den Worten: „Wir wollen die beste Lösung für alle, aber die beste Lösung ist nicht für alle die beste.“ Welche Lösung das sein wird, werde die weitere Diskussion zeigen.