Osnabrück „Helli Pally“: Wie das „kleine Ally Pally“ in Osnabrück-Hellern zum Erfolg wurde
Das Osnabrücker Darts-Event im „Helli Pally“ lieferte am vergangenen Wochenende nicht nur eine gelungene Hommage an das Londoner Original, sondern gab den Startschuss für ein eigenes Traditionsevent. So lief der Partyabend in der Helleraner Ballsporthalle.
Von außen irgendwie unscheinbar steht sie da, die Sporthalle des SV Hellern. Auf Partyatmosphäre im Inneren deutet wenig hin. Doch nach einigen Schritten in Richtung Eingangstür werden die Bässe lauter und die Stimmung ausgelassener.
Zwischen Würstchenstand und Bierbechern bahnen sich bunt verkleidete Personen ihren Weg durch die Halle. Wie beim großen Vorbild aus England, der alljährlichen Darts-Weltmeisterschaft im „Ally Pally“ ziehen die Spielerinnen und Spieler ein. Der SV Hellern veranstaltet sein „Helli Pally“, seine Dartsmeisterschaft.
Es ist Samstag, der 15. November – vielleicht ein historisches Datum, an dem der SV Hellern ein Traditionsevent ins Leben gerufen hat.
Der Ort, an dem sonst Handball oder Basketball gespielt wird, ist an diesem Abend kaum wiederzuerkennen: Ganz nach dem Vorbild des „Ally Pally“, der Turnierstätte der Darts-Weltmeisterschaft in London, blitzen und blinken bunte Scheinwerfer. Es riecht nach Bier und Bratwurst und die Leute sind in Feierlaune.
Die gesamte Fläche der Halle ist mit einem zweiten Boden ausgelegt, auf dem zahlreiche Bierzeltgarnituren das Zentrum der Darts-Arena bilden. Obwohl es erst gegen 21 Uhr so richtig losgeht, schließen sich schon am frühen Abend die ersten Chorgesänge der lauten Musik an.
Für die entsprechende musikalische Untermalung des Abends sorgt Matthias „Matze“ Wellbrock, der gemeinsam mit Moderator DJ Jan McFunn die Menge auf Trab hält: „Wo sind eure Schilder?!“ wird an diesem Abend oft gefragt, aber noch öfter schnellen die Fahnen und Banner mit der Aufschrift „180“ in die Höhe und flattern im Wind der Nebelmaschinen.
Das reine Dartspielen steht im „Helli Pally“ zwar eher im Hintergrund, doch die Regeln sehen vereinfacht so aus: Jedes Team startet mit 501 Punkten und muss durch entsprechend platzierte Darts schnellstmöglich bei 0 ankommen. 180 Punkte sind dabei die Höchstpunktzahl, die pro Wurfdurchlauf erzielt werden kann.
Zur richtigen Stimmung zählen neben Partyhits und alkoholischen Getränken auch Kostüme. Von Bananenanzügen über das klassische Darts-Trikot bis hin zu abgestimmten Glitzer-Outfits und schief sitzender Perücke ist alles dabei.
Insgesamt kommen mit den anwesenden Gästen und den rund 250 Turnierteilnehmern etwa 500 Personen zusammen, die sich dem Spektakel an diesem Abend anschließen. Das zeigt sich auch in der Zeit: Gut zwei Stunden dauert es, bis sich alle 40 Teams präsentiert haben – nun muss aber noch gespielt werden.
Das Gewusel nimmt noch einmal zu, denn die Spieler verteilen sich jetzt auf die 24 Dartscheiben in der Halle, die logistisch eine der größten Herausforderungen gespielt haben: „Eine Scheibe wiegt um die 140 Kilo, da haben wir schon ordentlich geschleppt“, erklärt Jannik Karim, Mitorganisator des Events.
Noch immer vom hämmernden Bass begleitet zischen nun die Dartpfeile durch die Luft und schicken ihre Werfer Punkt für Punkt weiter in Richtung Finale. Wer an diesem Abend damit gerechnet hatte, vor Mitternacht wieder zu Hause zu sein, wurde weit überboten. Mit kurzen Unterbrechungen und einer feierlichen Siegerehrung schließt das „Helli Pally“ erst kurz vor drei Uhr morgens seine Türen.
Da sowohl echte Profis als auch absolute Neulinge am Turnier teilgenommen haben, werden fünf Gruppensieger gekürt. Jannik Karim hebt dabei besonders die „Big Brothers 16“, die Profis des Osnabrücker SV 16, und den „VfL Fightclub“, die Amateure der VfL-Geschäftsstelle, hervor.
„Es war wirklich ein absolut überwältigender Abend und ich kann mich nur bei allen Helfern und Sponsoren bedanken“, erklärt Karim. Das Turnier sei ein voller Erfolg gewesen, gerade weil die Gäste schon zur diesjährigen Premiere so zahlreich erschienen seien.
Angesichts der positiven Resonanz ist klar: Auch im nächsten Jahr soll das „Helli Pally“ wieder seine Pforten öffnen. Karim freut sich schon darauf, auch wenn das Event eine Menge Zeit in Anspruch nimmt: „Auch heute, zwei Tage danach, muss ich nochmal zur Halle, es gibt nämlich noch einiges aufzuräumen“, sagt er lachend.