Tourismus in Ostfriesland  Super Saison für Kneipen, Camping und Hotels

| | 13.11.2025 15:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Immer eine Reise wert: Touristen auf der Promenade am Strand von Borkum. Foto: Ute Grabowsky/photothek/imago/Archiv
Immer eine Reise wert: Touristen auf der Promenade am Strand von Borkum. Foto: Ute Grabowsky/photothek/imago/Archiv
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Die allgemeine Konsumzurückhaltung kann der Tourismusbranche in Ostfriesland offenbar nur wenig anhaben. Die Stimmung ist jedenfalls ausgesprochen gut. Aber es gibt auch ein paar Haken.

Ostfriesland - Trotz der allgemein miesen wirtschaftlichen Lage in Deutschland und des gefühlt noch mieseren Wetters im Sommer darf sich Ostfrieslands Tourismusbranche über steigende Umsätze freuen. Die Stimmung ist so gut wie seit Jahren nicht mehr. Das hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg am Donnerstag mitgeteilt. Sorgen bereiten den Touristikern allerdings steigende Arbeitskosten und hohe Energie- und Lebensmittelpreise.

„Die Stimmung in der Branche hat sich deutlich verbessert“, teilte Kerstin van der Toorn, Tourismus-Expertin bei der IHK, mit. Der Konjunkturklimaindex sei auf 109,6 Punkte gestiegen – ein klarer Zuwachs gegenüber dem Frühjahr (86,1 Punkte) und dem Herbst 2024 (79,1 Punkte). „Damit liegt der Wert erstmals seit 2023 wieder deutlich über der 100er-Marke“, so die IHK-Expertin. Besonders hervorzuheben seien der Rückgang negativer Einschätzungen und eine insgesamt optimistischere Grundhaltung in der Branche. Die Zahlen gehen auf die aktuelle IHK-Saisonumfrage zurück, an der sich rund 80 Betriebe aus Hotellerie, Gastronomie und Campingwirtschaft beteiligt haben.

Fast jeder Zweite freut sich über mehr Umsatz

Umsatz und Auslastung in der letzten Saison entwickelten sich laut Saisonumfrage insgesamt erfreulich: 46 Prozent der Betriebe berichten von gestiegenem Umsatz, bei 23 Prozent blieb er gleich, und nur 21 Prozent verzeichnen einen Rückgang. Auch die Auslastung zeigt ein gemischtes, aber überwiegend stabiles Bild: 31 Prozent der Betriebe melden eine bessere Auslastung, 41 Prozent eine gleichbleibende und 27 Prozent eine schlechtere. Damit zeigt sich laut IHK, dass viele Betriebe die Saison trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil gestalten konnten – auch wenn die wirtschaftliche Belastung durch hohe Kosten weiterhin spürbar bleibt.

„Unsere Betriebe sind belastbar und investieren trotz schwieriger Rahmenbedingungen – das verdient Anerkennung“, so van der Toorn. „Aber die Herausforderungen sind allgegenwärtig: Hohe Kosten, fehlende Fachkräfte und bürokratische Hürden bremsen die Entwicklung. Was wir brauchen, sind konkrete Entlastungen. Nur so können unsere Betriebe nicht nur bestehen, sondern auch wachsen.“ Die größten Risiken für die Branche sind laut Umfrage weiterhin die Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise (84 Prozent), gefolgt von Arbeitskosten (70 Prozent) und dem Fachkräftemangel (56 Prozent). Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen blieben mit 57 Prozent ebenfalls ein zentrales Thema.

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