Osnabrück  Diesen Sonntag: Gedenken an die Opfer sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück

Raphael Steffen
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Von Raphael Steffen
| 12.11.2025 10:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Osnabrücker Dom wird am Sonntag, 16. November, mit einer besonderen Veranstaltung an die Opfer von Missbrauch in der katholischen Kirche erinnert. Foto: Michael Gründel
Im Osnabrücker Dom wird am Sonntag, 16. November, mit einer besonderen Veranstaltung an die Opfer von Missbrauch in der katholischen Kirche erinnert. Foto: Michael Gründel
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Erinnern an den Missbrauch in der katholischen Kirche: Ein Gedenken im Osnabrücker Dom an diesem Sonntag, 16. November 2025, soll das Leid der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen. Auch Vertreter der Kirche und Betroffene sprechen.

Am kommenden Sonntag, 16. November, wird erstmals eine Gedenkveranstaltung für die Opfer sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück stattfinden. Beginn ist um 17.30 Uhr im Dom. In dem Gedenken „soll das Leid der Betroffenen vergegenwärtigt werden“, heißt es in einer Mitteilung des Bistums. Daneben stehe die mahnende Erinnerung an die Schuld der Kirche als Institution.

Organisator ist die Arbeitsgemeinschaft Erinnerungskultur des Diözesanen Schutzprozesses. Betroffene wirken selbst an der Gestaltung des Abends mit. Es handle sich nicht um einen Gottesdienst, sondern werde mit verschiedenen Stationen bewusst offen gestaltet, erklärt Ilona Düing vom Betroffenenrat Nord.

Zum Auftakt werden Bischof Dominicus Meier, der Ombudsmann Simon Kampe und der Betroffene Max Ciolek einige Worte sprechen, danach können sich die Besucher frei bewegen. Nach etwa einer Stunde endet die Veranstaltung mit einer weiteren Zusammenkunft.

„Dieses Gedenken ist ein erster Schritt hin zu einer betroffenen-sensiblen Erinnerungskultur – ein erster sichtbarer Raum, in dem das Leid der Betroffenen achtungsvoll und klar benannt und die Verantwortung der heutigen Kirche vergegenwärtigt werden kann“, sagt Simon Kampe, der zugleich betont: „Angesichts des Ausmaßes der Verletzungen wird alles, was wir tun, immer ein Bemühen bleiben. Dennoch ist es wichtig, diesen Versuch zu unternehmen.“

Das Gedenken findet laut Bistum im Umfeld des Gebetstages für die Opfer sexuellen Missbrauchs am 18. November statt, den der verstorbene Papst Franziskus angeregt hatte. Dies ist zugleich der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Für Osnabrück ist eine solche Veranstaltung bislang beispiellos.

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