Super-Quote des Bunders  Eike Schmidt ist Deutschlands Nummer eins

| | 12.11.2025 07:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eike Schmidt trifft und trifft auch im Trikot von GVO Oldenburg.. Foto: Verein
Eike Schmidt trifft und trifft auch im Trikot von GVO Oldenburg.. Foto: Verein
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Die Torjäger-Legende vom TV Bunde spielt seine zweite Saison bei GVO Oldenburg. Seine Zahlen und seine Form sind bundesweit beeindruckend. Die Teamkollegen verpassten ihm einen neuen Spitznamen.

Oldenburg/Bunde - Der größte Torjäger in der Vereinsgeschichte des TV Bunde sorgt längst auch in Oldenburg für Aufsehen. Mit 29 Treffern in 25 Spielen bestätigte Eike Schmidt in seiner ersten Saison für Bezirksligist GVO Oldenburg seinen Torjäger-Ruf. Nun macht der Ostfriese auch bundesweit Furore. Mit fünf Toren beim 9:1-Sieg gegen den TSV Abbehausen sprang er am Freitagabend, 7. November, mit nun 27 Treffern auf Platz eins in der bundesweiten Torjägerliste tausender Mannschaften aus der 7. Liga von Kiel bis München.

Eike Schmidt war viele Jahre kaum zu stoppen. Foto: Jens Doden/ Emden
Eike Schmidt war viele Jahre kaum zu stoppen. Foto: Jens Doden/ Emden

„Klar, das macht einen schon ein bisschen stolz“, sagt der 30-Jährige, der niemand ist, der sich selbst in den Vordergrund stellt. Er lässt Tore sprechen. Aber Trainer Tony Petermann, der ursprünglich aus Esens stammt, hatte das Ranking „Die Torjägerkanone für alle“ im Blick. Bei der Aktion vom „Kicker“ und „Fussball.de“ werden von der 4. bis zur 11. Liga bundesweite Torjägerlisten erstellt. Mit 27 Treffern in nur 14 Spielen sprang Schmidt am Freitag auf Platz eins – Samstag gesellte sich der vorherige Spitzenreiter wieder dazu. Tim Nattermann von Viktoria Potsdam traf dreifach und hat nun auch 27 Treffer auf seinem Konto (in nur elf Spielen). In der Woche davor gelang dem Ex-Profi von RB und Lok Leipzig ein Neunerpack. Über die neun Treffer beim 16:0 gegen den Angermünder FC berichtete auch die „Bild“-Zeitung. Der 32-Jährige erzielte dabei vor der Pause die Treffer vom 3:0 bis zum 9:0 und zwei Hattricks nacheinander.

Der Rekord in Bunde

Während es in Potsdam also zu Nattermann-Shows kommt, stehen in Oldenburg wöchentlich die Schmidt-Festspiele an. Am Freitag gegen Abbehausen gelangen ihm fünf Treffer, darunter auch ein Hattrick. „Gegen Obenstrohe beim 10:1 war auch ein Sechserpack dabei“, sagt der wuchtige Angreifer. Er setzt seinen Körper geschickt ein, ist kaum vom Ball zu trennen und extrem abschlussstark. Attribute, die ihn in Ostfriesland und besonders in Bunde schon zu einer lebenden Legende machten.

Im Juni 2024 wurde Eike Schmidt in Bunde verabschiedet. Foto: Hans Damm
Im Juni 2024 wurde Eike Schmidt in Bunde verabschiedet. Foto: Hans Damm

Bereits als A-Jugendlicher schoss er seine ersten Treffer für die 1. Herren, mit der er auch zweimal in der Landesliga am Ball sein durfte. Auch da gelangen ihm trotz zweier Abstiege seines Klubs beachtliche 31 Treffer. In der ostfriesischen Bezirksliga wurde er mehrfach Torschützenkönig. Als er die Bunder nach der Saison 2023/2024 verließ, tat er das mit Zahlen, die kaum vorstellbar sind. 303 Tore gelangen ihm in 279 Spielen! Als 28-Jähriger hatte er seinen Vater Ralph (242 Tore in 524 Spielen) und Bundes bisherigen Rekordhalter Holger Relotius (250 Tore in 380 Spielen) überholt.

Spitzname in Oldenburg

Der Abschied von seinem TV Bunde fiel ihm schwer, war für ihn aber wegen der stressigen Pendelei irgendwann notwendig. Eike Schmidt ist Zollbeamter in Bremerhaven und lebt in Oldenburg. „Das ist nun zeitlich alles etwas einfacher. Ich habe mich hier im Team auch gut eingefunden, fühle mich wohl. Wir haben ja auch einige Ostfriesen in unserer Mannschaft“, sagt der 30-Jährige. Dazu zählen noch Fabian Post, Max Schrock-Opitz, Marten Prigge, Niklas Pinkernell, Daniel Werner und Lucas Smit sowie der verletzte Reno Janssen. „Die Mannschaft hat Eike schon vor längerer Zeit einen neuen Spitznamen verpasst: ,Bomber´“, erzählt Tony Petermann. Der frühere Fußballer vom TuS Esens, SC Dunum und TuRa 07 Westrhauderfehn hat als Sportlicher Leiter Schmidt im Sommer 2024 nach Oldenburg geholt. Bis dahin hatte Eike Schmidt alle der Dutzenden Offerten über all die Jahre hinweg abgelehnt.

Eike Schmidt war in Ostfriesland selbst bei den gegnerischen Teams beliebt. Foto: Jens Doden/ Emden
Eike Schmidt war in Ostfriesland selbst bei den gegnerischen Teams beliebt. Foto: Jens Doden/ Emden

Inzwischen ist Petermann auch Trainer von seinem „Königstransfer“ und wie alle anderen beeindruckt von der Wucht, Klasse und Quote des Ostfriesen, der ein wichtiges Pfund im Meisterrennen ist. Die Oldenburger sind derzeit Zweiter und gehören zu einem Quintett, das sich Titelhoffnungen macht. „Nochmal Landesliga zu spielen wäre schon cool“, sagt Eike Schmidt, dessen Bruder Keno noch beim TV Bunde spielt und dessen Vater Ralph zum Trainerteam gehört. „Natürlich verfolge ich noch alles in Bunde und fiebere aus der Ferne mit. Andersherum war mein Vater zum Beispiel auch schon bei einigen Spielen von uns.“

Sein Rekord wackelt

Da sah er natürlich einige Treffer seines Sohnes. Viele im Strafraum – und keiner vom Elfmeterpunkt. Das wertet seine Statistik nochmals auf. „Ich habe vergangene Saison im ersten Spiel gegen Stenum direkt einen Elfmeter verschossen, muss mich da erstmal hinten anstellen“, sagt Schmidt und lacht. Mika Cengiz ist nun der Elfmeterschütze. Der Sohn vom Ex-Bundesligaspieler Hakan Cengiz ist bisher treffsicher.

Aber auch ohne Elfmeter-Tore hat es Eike Schmidt an die Spitze der bundesweiten Torjägerliste geschafft. Sein Saisonrekord liegt bei 45 Treffern für den TV Bunde. „Die Marke könnte dieses Jahr wackeln, wenn ich gesund bleibe. Mal schauen“, sagt der „Bomber“ aus dem Rheiderland. Trainer Tony Petermann traut ihm das auf alle Fälle zu. „Ich tippe, dass er bei über 50 Toren am Ende einläuft.“

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