Papenburg Diese Ladenlokale am Hauptkanal stehen derzeit leer
Die Liste leerer Läden am Hauptkanal in Papenburg ist lang. Wie die Stadt den Herausforderungen begegnet, erklärt Citymanagerin Sabine Pinkernell.
Papenburg - Beim Aktivieren von Ladenleerständen vor allem am Hauptkanal sieht sich das Citymanagement der Stadt Papenburg grundsätzlich auf einem guten Weg. Es gibt auch eine Reihe von Herausforderungen. Das macht Citymanagerin Sabine Pinkernell auf Anfrage deutlich.
Zu den Erfolgsbausteinen gehört aus ihrer Sicht das sogenannte Coworking, das seit seinem Start im November 2021 nun zum vierten Mal seinen Standort gewechselt hat. Neue Adresse ist „Hauptkanal links 58“.
Aktuell zehn Ladenlokale am Hauptkanal zwischen B70 und Deverweg leer
Und doch bleiben die Herausforderungen groß. Wie Pinkernell auf Anfrage mitteilt, stehen am Hauptkanal zwischen B70 und Deverweg aktuell zehn Ladenlokale mit zuletzt folgender Nutzung leer: Ihr Platz, Modetenne, letzter Standort Cowork, Burger Bros, Fair Green Solar, frühere Apotheke zwischen Kino und Eiscafé, Café Freddo, Restaurant „Seasons“, Café Mozart, Blumen Lüken. „Ein Teil dieser Flächen ist zur Vermietung oder zum Verkauf ausgeschrieben, bei einigen laufen konkrete Gespräche“, so Pinkernell.
Für das Citymanagement sei in diesem Zusammenhang der persönliche Kontakt zu Maklerbüros, Eigentümern und potenziellen Mietern ein starkes Instrument. Wichtige Kommunikationswege entstünden überdies über Beteiligungsprojekte wie „Schnack in the City“. Anfang 2026 starte ein Stammtisch, der Eigentümer die Möglichkeit biete, Ideen zur Entwicklung der Innenstadt einzubringen, Fachvorträge zu hören sowie aktuelle Informationen aus der Städtebauförderung zu bekommen.
Citymanagement in Papenburg setzt auch auf digitale Formate
Als weitere Mittel der Kommunikation nennt Pinkernell digitale Formate wie die sogenannten „Roomtours“ in den sozialen Netzwerken. Dort stelle das Citymanagement freie Flächen „auf ungewohntem Wege“ vor. „Damit erreichen wir auch Personengruppen, die sich sonst nicht auf klassischen Immobilienportalen bewegen – etwa Gründungsinteressierte oder Kreativschaffende“, erklärt Pinkernell.
Zu den größten Herausforderungen zählt die Citymanagerin die unterschiedlichen Erwartungen zwischen Mietern und Vermietern. „Langfristige Mietverträge zu alten Konditionen sind heute kaum noch realisierbar, und insbesondere Gründer suchen häufig nach flexiblen Mietmodellen oder Förderung in der Startphase – die es aktuell aber kaum gibt“, erläutert Pinkernell. Hinzu komme, dass viele Objekte in Zustand und Zuschnitt „nicht mehr zeitgemäß“ seien.
Am Obenende und in Aschendorf setzt Pinkernell auf dasselbe Management
Leerstandsmanagement und Innenstadttransformation können nach ihren Worten zudem nur als Gemeinschaftsaufgabe funktionieren – zwischen Eigentümern, Mietern, Politik und Verwaltung. „Diese Kooperation zu moderieren und das gemeinsame Bewusstsein dafür zu stärken, ist derzeit unsere wichtigste Aufgabe“, so Pinkernell.
Wie sie auf Nachfrage weiter ausführt, gelte das auch für die anderen beiden großen Papenburger Stadtteile: „Am Obenende und in Aschendorf wenden wir dieselben Instrumente an wie in der Innenstadt.“ Am Obenende liegt die Leerstandsquote Pinkernell zufolge derzeit sehr niedrig. In Aschendorf werde der alte Marktplatz aktuell erneuert, um die Ortsmitte attraktiver zu machen.
Stadtleben in Papenburg soll bunter und spannender werden
„Beide Bereiche erfüllen die Funktion von Stadtteilzentren mit Nahversorgungscharakter, was sie strukturell von der Innenstadt unterscheidet. Die bestehenden Angebote decken den Bedarf dort weitgehend ab, gehen überwiegend sogar darüber hinaus“, so Pinkernell.
Das Citymananagement, das unter dem Namen „Papenburglocals“ firmiert, ist eine Tochtergesellschaft und nach eigenen Angaben zugleich eine Initiative der Stadt. Sie setze sich dafür ein, das Stadtleben bunter und spannender und die Innenstadt „fit für die Zukunft“ machen.