Osnabrück Osnabrück tauscht alte Dieselbusse gegen neue E-Busse: Was passiert mit den Gebrauchten?
Für jeden neuen E-Bus, den der Osnabrücker Verkehrsbetrieb SWO Mobil kauft, muss er einen alten Dieselbus abgeben. Einige davon könnten bald in anderen Städten wieder auftauchen.
Nach der Anschaffung von 19 weiteren Elektrobussen muss sich der Osnabrücker Verkehrsbetrieb SWO Mobil von gleich vielen Dieselbussen trennen. Elf Gelenk- und acht Solobusse mit den Abgasstandards Euro 5 und EEV werden aussortiert und verkauft.
„Sie dürfen nicht mehr im heimischen Liniennetz eingesetzt werden“, erklärt Unternehmenssprecher Marco Hörmeyer. Das sei eine Förderbedingung von Bund und Land, die zusammen knapp sieben Millionen Euro für die neuen E-Busse gegeben haben.
Die Verbrenner aus Osnabrück werden nun auf dem Gebrauchtbusmarkt angeboten. Denn die Nachfrage nach gut gepflegten Dieselbussen sei hoch. Hörmeyer: „Unsere ausgemusterten Fahrzeuge erzielen üblicherweise Verkaufserlöse im niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich.“
Die Dieselbusse fahren anschließend unter anderer Flagge im In- oder Ausland weiter. In der 86-teiligen Busflotte der SWO Mobil verbleiben damit nur noch fünf Dieselbusse – vier Gelenkbusse von 2018 mit Euro-6-Norm (Zweckbindung bis 2028) sowie ein Solobus (EEV) Baujahr 2011.
Die abgeschafften Wagen dienten in Osnabrück auf Metrobus-Linien sowie im Schülerverkehr. Außerdem absolvierten sie Umläufe auf einzelnen Stadtbus-Linien und unterstützten dort die Flotten der Auftragsunternehmen.
Die neuen E-Solobusse vom Typ Mercedes-Benz eCitaro gehen seit dem 1. November schrittweise in Betrieb. Bei geringem Fahrgastaufkommen sollen sie zunächst auf den Hauptstrecken (M1 bis M5) anstelle elektrischer Gelenkbusse fahren.
Die bislang dort vorherrschenden, extralangen Fahrzeuge der Marke VDL werden damit frei für notwendige Wartungen, Reparaturen und Software-Updates. Oder für andere Einsätze, bei denen erhöhte Kapazität gefragt ist – etwa im Schülerverkehr oder, zu bestimmten Zeiten, auch auf untergeordneten Linien.
Kurz gesagt: Dank der E-Solobusse ist es im Osnabrücker ÖPNV nun möglich, stets das richtige Fahrzeug zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Dies sei „der geplante Betriebsstandard für ein flexibles, vollelektrisches System“, erklärt Hörmeyer.
Die eCitaros seien zudem „auf Grundlage eines klar definierten Einsatzprofils ausgewählt“ worden. Entscheidend waren dabei unter anderem Reichweite, Batteriegröße, Ladezyklen und Fassungsvermögen.