Medizin  Schlechte Nachrichten für psychiatrische Klinik in Weener

| 06.11.2025 06:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Vorsitzende des Krankenhausvereins Rheiderland, Jakobus Baumann (links), Landrat Matthias Groote (von rechts), der Landtagsabgeordnete Nico Bloem und Klinikums-Geschäftsführerin Daniela Kamp setzen sich für das Fachkrankenhaus „Psychiatrie und Psychotherapie“ ein. Das haben sie auch Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi bei einem Gespräch im September 2025 deutlich gemacht. Foto: Klinikum Leer
Der Vorsitzende des Krankenhausvereins Rheiderland, Jakobus Baumann (links), Landrat Matthias Groote (von rechts), der Landtagsabgeordnete Nico Bloem und Klinikums-Geschäftsführerin Daniela Kamp setzen sich für das Fachkrankenhaus „Psychiatrie und Psychotherapie“ ein. Das haben sie auch Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi bei einem Gespräch im September 2025 deutlich gemacht. Foto: Klinikum Leer
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In Weener soll ein Fachkrankenhaus „Psychiatrie und Psychotherapie“ entstehen. Darüber wurde nun auf Landesebene abgestimmt. Das Votum fällt nicht so aus, wie von den Verantwortlichen erhofft.

Leer/Weener - Eine Hiobsbotschaft fürs Klinikum: „Am 5. November 2025 hat uns der Landtagsabgeordnete Nico Bloem mitgeteilt, dass der Krankenhausplanungsausschuss heute keine positive Entscheidung getroffen hat, das Krankenhaus Rheiderland zum Fachkrankenhaus ‚Psychiatrie und Psychotherapie‘ zu etablieren“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Klinikum Leer gGmbH mit. Zu ihr gehört das Krankenhaus Rheiderland. Man sei enttäuscht über die Entscheidung. Man sei Nico Bloem (SPD) aber dankbar, dass er einen Termin mit dem Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) organisieren wolle, um das weitere Vorgehen zu besprechen, heißt es weiter.

Wo fiel nun diese Entscheidung?

Das Verfahren im Krankenhausplanungsausschuss ist kompliziert, schreibt das Klinikum. Ein einheitliches Vorgehen aller Mitglieder – unter anderem der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände, der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, der Landesverbände der gesetzlichen Krankenkassen und Ersatzkassen und des Verbands der privaten Krankenversicherung – werde angestrebt. „Das konnte offensichtlich in der jetzigen Sitzung noch nicht erreicht werden“, schreibt das Klinikum.

Was war passiert?

Am 15. Juli 2024 sei dem Niedersächsischen Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Andreas Philippi, bei einem Besuch im Krankenhaus Rheiderland das Konzept für ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie vorgestellt worden, erklärt das Klinikum. Der Minister habe grundsätzliche Unterstützung zugesagt.

Im Februar war Dr. Andreas Philippi in Leer zu Gast. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Im Februar war Dr. Andreas Philippi in Leer zu Gast. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

Der Landtagsabgeordnete Nico Bloem, Landrat Matthias Groote (SPD), Klinikums-Geschäftsführerin Daniela Kamp und der Vorsitzende des Krankenhausvereins Rheiderland Jakobus Baumann hätten beim Niedersächsischen Sozialministerium und persönlich beim Minister in mehreren Terminen in Hannover für die Etablierung des Krankenhauses Rheiderland zum „Fachkrankenhaus Psychiatrie und Psychotherapie“ werben können, heißt es weiter. „Diese Bemühungen werden konsequent fortgesetzt.“

Wie sind die Reaktionen?

Groote wird in der Mitteilung des Klinikums wie folgt zitiert: „Der Landkreis und das Klinikum stehen zum Krankenhaus Rheiderland. Wir wollen eine dauerhafte und sichere Lösung für das Haus. Das angestrebte Fachkrankenhaus für ‚Psychiatrie und Psychotherapie‘ ist eine optimale Lösung. Schade, dass es bei dieser Sitzung, in der erstmalig inhaltlich über unseren Antrag beraten wurde, nicht geklappt hat.“ Bei zwei vorhergehenden Sitzungen sei eine Beratung vertagt worden. „Es wird jetzt Zeit, schnellstmöglich ein abschließendes Votum vom Land Niedersachsen zu bekommen. Das fordern wir mit Nachdruck ein“, so Groote.

„Das Klinikum Leer hatte bereits 2016 einen Antrag auf Aufnahme einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie gestellt, dieser wurde im letzten Jahr aktualisiert und für das Krankenhaus Rheiderland als Fachkrankenhaus neu konzipiert“, erläutert Klinikums-Geschäftsführerin Daniela Kamp. „Wir haben ein stimmiges medizinisches Konzept, sehr gute bauliche Voraussetzungen und eine belastbare Personalplanung.“ Das Krankenhaus Rheiderland sei prädestiniert als Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, wird sie weiter zitiert. „Ich bin mir sicher, dass wir die meisten Mitglieder des Krankenhausplanungsausschusses mit unserem Antrag überzeugen konnten. Anscheinend führte das notwendige einvernehmliche Abstimmungsverhalten dazu, dass unserem Antrag noch nicht zugestimmt werden konnte“, so Geschäftsführerin Kamp.

Dr. Andreas Philippi sprach im Februar unter anderem mit der Ärztlichen Direktorin Dr. Sylvia Kotterba (Mitte) und Klinikums-Geschäftsführerin Daniela Kamp. Foto: Klaus Ortgies
Dr. Andreas Philippi sprach im Februar unter anderem mit der Ärztlichen Direktorin Dr. Sylvia Kotterba (Mitte) und Klinikums-Geschäftsführerin Daniela Kamp. Foto: Klaus Ortgies

„Es ist bedauerlich, dass nach zweimaliger Vertagung die inhaltliche Beratung beim dritten Anlauf nicht zum Erfolg führte“, wird Jakobus Baumann zitiert. „Der Vorstand und das Kuratorium fordern seit 2007 im Rahmen des ‚Wächteramtes‘ engagiert und konsequent den Erhalt und Ausbau unseres Krankenhauses und der damit verbundenen Sicherung der Arbeitsplätze.“ Minister Dr. Philippi habe persönlich zugesagt, am Montag, 2. Februar 2026, an der Mitgliederversammlung des Vereins teilzunehmen und einen Vortrag zum Thema „Die Krankenhausentwicklung in Niedersachsen unter Einbeziehung des Krankenhauses

Rheiderland als ,Fachkrankenhaus Psychiatrie und Psychotherapie‘“ zu halten. „Spätestens dann erwarten wir eine Entscheidung des Landes Niedersachsen zu unserem Antrag“, so Baumann.

Es habe keine einstimmige Entscheidung des Krankenhausplanungsausschusses gegeben, habe der Gesundheitsminister ihm mitgeteilt, schreibt Nico Bloem. Diese sei nach dem Krankenhausgesetz aber notwendig. „Ich habe den Minister um ein Gespräch gebeten, um das weitere Verfahren zu besprechen“, betont Bloem. „Ich bin nach wie vor optimistisch, dass wir mit unserem Antrag Erfolg haben und das Krankenhaus Rheiderland ein ,Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie‘ wird.“

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