Polizei ermittelt Unzählige Deutschlandfahnen in Bunde geben Rätsel auf
Entlang der Weenerstraße in Bunde flattern seit Mittwoch handflächengroße Deutschlandflaggen. Obwohl sie nicht verboten sind, werden die Fähnchen verschwinden. Das sind die Gründe.
Bunde - Sie flattern an Laternenmasten, an Straßenschildern, Verkehrsbaken, Hecken: Von der Neuschanzer Straße in Bunde über die Weenerstraße bis zum Kreisel in Möhlenwarf wehen auf beiden Straßenseiten unzählige Deutschlandfähnchen. Wer sie aufgehängt hat und was die Aktion soll, ist unklar.
Nach den Worten von Bürgermeister Uwe Sap ist es nicht die erste Aktion dieser Art. „Vor zwei Wochen wurden in Bunde schon mal Fahnen aufgehängt“, berichtet er. „Grundsätzlich steht unsere Nationalflagge für Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Offenheit“, sagt Uwe Sap, „selbstverständlich kann jede Bürgerin und jeder Bürger unsere Nationalflagge auf dem eigenen Privatgrundstück hissen.“
Flaggen werden entfernt
Anders verhalte es sich mit dem Aufhängen von Plakaten oder Flaggen an Straßenlaternen oder Verkehrsschildern. Das sei unter anderem mit Blick auf die Verkehrssicherheit ohne besondere Genehmigung nicht zulässig. Aus diesem Grunde werden entsprechende Flaggen nach seinen Worten zeitnah entfernt. „Wer hinter der Aktion steckt, kann ich derzeit nicht beurteilen“, so Sap.
Auch die Polizei hat inzwischen Kenntnis von den Vorfällen und hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei sind die Fahnen in der Zeit von Dienstag, 4. November 2025, 21 Uhr bis Mittwoch, 5. November, 8 Uhr aufgehängt worden. An dieser Stelle weist die Polizei darauf hin, dass es sich hierbei um keine Straftat handelt. Jedoch darf die Erkennbarkeit von Verkehrszeichen nicht beeinträchtigt werden. „Es bedarf beim Anbringen an Verkehrszeichen einer Genehmigung des zuständigen Straßenbaulastträgers“, teilt die Polizei mit. Bei Nichteinhaltung dieser Aspekte könne ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden. Zudem dürfe das Aufhängen der Fahnen auf fremden Grundstücken nicht ohne Einwilligung des jeweiligen Eigentümers erfolgen.
Im Juni hatte die Gemeinde Bunde einen anderen Fall zur Anzeige gebracht. Damals waren Flaggen, die Besucher des Bunder Pfingstmarktes willkommen heißen sollten, durch schwarz-weiß-rote Reichsflaggen mit der Aufschrift „Vorsicht Sie betreten Deutsches Reich“ ausgetauscht worden. Diese Flagge wird häufig von Reichsbürgern als Symbol für die Ablehnung des aktuellen politischen Systems verwendet. Die Aktion hatte damals in Bunde große Empörung und Bestürzung ausgelöst. Nach den Worten von Bürgermeister Uwe Sap sei damals der Staatsschutz informiert worden. Wer die Flaggen aufgehängt hatte, ist noch unklar. „Die Ermittlungen der Polizei in diesem Fall dauern an“, so die Polizeisprecherin.