Osnabrück Helfen verbindet in Osnabrück: Ehrenamtliche bieten Programm im Evakuierungszentrum
Bei der Bombenräumung in Osnabrück am 9. November sorgen ehrenamtliche Helfer im Evakuierungszentrum in der Gesamtschule Schinkel für Betreuung und Angebote – ein Zusammenspiel von Stadt, Vereinen und Initiativen.
Am Sonntag rücken Experten aus Hannover an, um vier Verdachtspunkte auf dem Gelände des Lokviertels zu überprüfen. Währenddessen füllen sich im Evakuierungszentrum in der Gesamtschule Schinkel die Räume mit Menschen, Spielen und Gesprächen. Unter der Ägide des Freiwilligen Forums Osnabrück erwartet die Besucher ein Programm, um die lange Wartezeit mit Freizeitangeboten zu füllen.
Am 9. November müssen rund 14.250 Osnabrücker ihr Zuhause bis 7 Uhr morgens verlassen haben. In der Gesamtschule Schinkel (GSS) wird ein Evakuierungszentrum eingerichtet. So eine Räumung kann sich in die Länge ziehen. Das wissen die Osnabrücker aus Erfahrung, immerhin ist der Termin am kommenden Sonntag die siebte Räumung seit November 2024, etliche dauerten bis in die späten Abendstunden.
Umso besser, dass die Freiwilligen Agentur zusammen mit dem Vereins-Initiativen-Forum (VIF) mehrere Angebote für die Menschen im Evakuierungszentrum auf die Beine stellt.
„Das ist eine schöne Sache, die Leute zu unterstützen, für die so eine Evakuierung viel Stress bedeutet“, beschreibt Raphael Dombrowski Stimmung und Motivation der freiwilligen Helfer. Dombrowski kennt die Vereine und Initiativen in Osnabrück und ist ihr Ansprechpartner und Kontakt zur Stadtverwaltung. Sein Schreibtisch steht in der Freiwilligen Agentur in der Bierstraße 32 A, seine Tür steht offen für alle Interessierten.
An den Aktionen in der Gesamtschule Schinkel am 9. November beteiligen sich um die 13 Institutionen und Vereine aus Osnabrück. Und es können noch mehr werden, denn bei Dombrowski laufen fortwährend neue Ideen und Angebote ein.
Ihre Unterstützung zugesagt hat wieder Beatrix Schroeder. Die Lehrerin an der Gesamtschule Schinkel hat bereits bei vergangenen Bombenräumungen Malangebote und Spiele für Kinder organisiert.
Auch das Museum für Industriekultur (MIK) kommt in die GSS und bringt seine Lego-Kästen mit. Mit den Baukastensets geht es darum, Naturwissenschaft und Technik spielerisch zu erforschen und zu begreifen.
Indes sind die Angebote aber nicht nur für die junge Generation ausgelegt, sondern berücksichtigen von Stricken bis Bewegung, von Computer bis Wohnen, viele Interessen und Altersgruppen. Einen Überblick gibt die folgende Auflistung, wobei Änderungen bis Sonntag noch möglich sind:
Ulrich Freisel, Sachgebietsleiter für Bürgerbeteiligung, Freiwilligenengagement und Senioren in Osnabrück, hat nicht nur das Beschäftigungsangebot im Evakuierungszentrum im Blick. Seine Perspektive ist weiter gefasst: „Das ist eine einmalige Gelegenheit, Leute, die sonst nicht herauskommen, anzusprechen.“
So könnten auch Vereine und Initiativen für sich werben, für ihre Ziele und nicht zuletzt für neue Mitglieder. „Es werden quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“ Das kann Dombrowski bestätigen, denn ihm wurde bereits nach vergangenen Bombenräumungen von den Aktiven im Evakuierungszentrum berichtet, „dass die Angebote von den Betroffenen gut und dankbar angenommen werden.“ In einigen Fällen hätten sich auch Verbindungen über den Tag der Evakuierung hinaus entwickelt.
Sieben Bombenräumungen haben die Osnabrücker in den vergangenen zwölf Monaten erfolgreich gemeistert. Ihren Anteil daran hatten auch die freiwilligen Helfer, die im Evakuierungszentrum für Programm gesorgt haben.
Das ist für Dombrowski aber noch nicht alles. „Es ist doch beruhigend zu sehen, dass die Zivilgesellschaft funktioniert.“ Es werde miteinander gearbeitet, und dazu zählt Dombrowski die Verwaltung, die Sanitäts- und Hilfsdienste und den gesamten „Blaulicht-Bereich“ unter anderem mit der Polizei. „Das ist ein tolles Zeichen für Osnabrück.“